STRATEGIE23. August 2019

Metadaten-Management: Systemmigration bei Banken trotz Legacy-Systemen

Carsten Lux ist spezialisiert auf das Metadaten-Management
Carsten Lux, Account Executive ASGASG

Systemmigration ist ein Thema, das bei Banken und Finanzinstituten aktuell ganz oben auf der Agenda steht. Die zuständigen Projektteams stellt das vor große Herausforderungen, denn die Migrationsvorhaben in der Vergangenheit haben gezeigt, dass Kosten und Aufwand schnell aus dem Rahmen laufen können. Der Einsatz eines umfassenden Metadatenmanagement-Systems (MDS) kann das verhindern und die Risiken reduzieren. Eine solche Lösung erfasst und verwaltet automatisiert wichtige Informationen wie Datendefinitionen, Wertebereiche, Prüfpunkte und Abhängigkeiten zwischen den Datenelementen. So sorgt sie für ein übergreifendes Verständnis der Metadaten und verhindert Inkonsistenten bei der Migration.

von Carsten Lux, Account Executive ASG

Banken werden nicht selten durch ihre IT-Landschaft ausgebremst, die ist den aktuellen Anforderungen nicht gewachsen ist.

Legacy-Systeme sind schlicht kostenintensiv, komplex und unflexibel. Um am dynamischen Finanzmarkt weiter bestehen zu können, müssen die Altsysteme durch eine moderne konzernübergreifende IT-Plattform abgelöst und sämtliche Daten in das neue System übertragen werden.“

Metadaten als kritischer Faktor

Eine Analyse (ASG/PPI) zeigt: Ein Knackpunkt bei einer Migration sind die Metadaten, also alle Informationen über die Daten aus technischer und inhaltlicher Sicht. Werden die Informationen nicht ausreichend berücksichtigt, führt das nämlich automatisch zu Problemen und Inkonsistenten bei der Übertragung in das neue System. Allerdings sind die Metadatenbestände der Banken oftmals nur unzureichend gepflegt, sodass Projektteams diese zeitintensiv aufarbeiten müssen. Verursacht wurde die Situation durch Outsourcing-Initiativen in der Vergangenheit. Die Daten wurden damals aufwändig von Hand migriert, was zahlreiche Datenqualitätsprobleme verursachte. Die Korrekturen beschränkten sich aus Kostengründen nur auf das Nötigste.

Metadaten wurden dabei zum großen Teil vernachlässigt – mit fatalen Folgen: Wichtige Informationen zu Datendefinitionen, Wertebereichen und Prüfpunkten sind nicht mehr vorhanden. Ebenso fehlen die Abhängigkeiten zwischen den Datenelementen.“

Management Reports und Monatsabschlüsse können so nur noch mit aufwändigen Abstimmungsprozessen angefertigt werden. Gleiches gilt für die Beantwortung von Anfragen seitens der Aufsichtsbehörden.

Autor Carsten Lux, Account Executive ASG
Carsten Lux ist Account Executive – Data Intelligence Solutions bei ASG Technologies und seit mehr als 25 Jahren im Bereich der Metadata Repositories tätig. Zu seinem Tätigkeitsfeld gehörten in dieser Zeit Entwicklung, Beratung und Vertrieb von Data Dictionaries, Metadata Repositories und Compliance-Projekten. Hierbei unterstützte er Kunden, neue Herausforderungen im Zusammenhang der regulatorischen Compliance mit Enterprise Data Intelligence zu lösen. Er war bei ASG unter anderem in verschiedenen Positionen tätig, darunter als Manager of Solutions Engineers, Director of Presales Competence Center und Account Manager Metadata Solution Sales.

Noch problematischer sind lückenhaft dokumentierte Metadaten bei Fusionen: Welche Schnittstellen liefern welche Daten an welches System? Eine Impact-Analyse, die die Auswirkungen der Fusion auf die gesamte IT-Landschaft überprüft, ist dann kaum noch möglich. Das erhöht die Projektrisiken maßgeblich.

Metadatenmanagement-Systeme sorgen für Vollständigkeit

Eine einfache Möglichkeit diesen Problemen vorzubeugen, ist der Einsatz eines umfangreichen Metadatenmanagement-Systems – kurz MDS. Dieses erfasst und verwaltet Metadaten zentral, sorgt für ein permanentes Datenmonitoring und überprüft das System auf Inkonsistenten. Das Tool visualisiert Prozessschnittstellen und deckt Abhängigkeiten der Daten und Applikationen auf. In einem Business Glossar lassen sich fachliche Definitionen, Begrifflichkeiten und Transformationen technischen Objekten zuordnen. Das verhindert, dass identische Produkte in unterschiedlichen Systemen verschieden bewertet werden. Damit können Anwender Kosten, Aufwand und Risiken sowohl im laufenden Bankbetrieb („run the bank“) als auch bei Änderungsszenarien („change the bank“) senken. Ein MDS, das alle relevanten Bereiche abdeckt, sollte folgende Punkte umfassen:

1. Data Inventory
2. Data Lineage
3. Impact Analyse
4. Referenzdatenmanagement
5. Business Glossar
6. Datenkatalog

Metadatenmanagementsysteme wie Data Intelligence von ASG sind darüber hinaus in der Lage, den Legacy Code des alten Systems zu analysieren und kritische Datenelemente und Begriffsdefinitionen zu dokumentieren.

Voraussetzung: Konsistente Metadaten

Trend geht klar in die Richtung, dass Aufsichtsbehörden direkt die zugrundeliegenden Daten einfordern, nicht mehr Berichte.“

AnaCredit ist nur ein Beispiel für diese Entwicklung. Konsistente Metadaten sind die Voraussetzung, um den Behörden die Informationen schnell und lückenlos zur Verfügung zu stellen. Einer Auswertung von ASG zufolge können Compliance-Prozesse durch den Einsatz der Data-Intelligence-Lösung um bis zu vier Wochen verkürzt werden. Ein MDS macht die Banken zudem agiler und anpassungsfähiger für neue Technologien und Geschäftsprozesse ­­­­– ein Vorteil im Hinblick auf die Innovationsgeschwindigkeit der Finanzbranche, die gewaltig an Tempo zugelegt hat. FinTechs, Künstliche Intelligenz und Instant Payment wälzen die gesamte Branche um. Banken werden zukünftig häufiger und immer schnelleren Änderungsszenarien gegenüberstehen. Um im Wettkampf nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen sie schnell agieren.

Banken profitieren in vielerlei Hinsicht von dem Einsatz einer Metadatenmanagementlösung. Eine gute Datenqualität bildet die Grundlage, um sowohl für aktuelle als auch zukünftige Anforderungen gewappnet zu sein.Carsten Lux, ASG

 
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