FINTECH8. Januar 2020

Qonto – neue NeoBank mit eigenem Kern­bank­system und SLA-Versprechen für KMU, Startup & Selbständige

Typisch NeoBank: Qonto will mit Kreditkarte und App punkten
Qonto/ Quentin Chevrier Avril

Noch eine NeoBank in Deutschland? Qonto (gesprochen: Konto) will aus den Fehlern anderer NeoBanken lernen und gleich einiges besser machen. Erfahrungen aus anderen Ländern bringt die neue NeoBank mit. Offiziell startet Qonto am 29. Januar.

Qonto (Website) begann bereits vor zweieinhalb Jahren mit dem Aufbau. Im Jahr 2019 habe die NeoBank bereits Transaktionen im Wert von 10 Milliarden Euro (im Vergleich zu 3,5 Milliarden Euro in 2018) in seinen bisherigen Märkten – Frankreich, Italien, Spanien – verwaltet.

Nun will Qonto am 29. Januar (Launch-Event Berlin) offiziell in Deutschland starten. Das Angebot richte sich an „Unternehmen, die an einem schnellen und einfachen Online-Banking zur effizienten Verwaltung ihrer Finanzen interessiert seien“.

Auf die Frage, was Qonto denn besser machen wolle, antwortet der Country Manager von Deutschland (Philipp Pohlmann) mit drei Punkten: Zuerst habe sich Qonto die Mitbewerber sehr genau angesehen. Einige davon würden nur einzelne Zielgruppen wie Selbstständige oder KMUs oder Startups ansprechen – das wolle man nicht: Jeder Gewerbetreibende sei gleichermaßen willkommen. Zweitens wolle man sich nicht von einem Partner abhängig machen und betreibe daher ein eigenes Kernbanksystem – das ermögliche durchgängige Prozesse und kontinuierliche Dienstleistungen. Derzeit werde Qonto noch über die französische Finanzaufsicht ACPR reguliert – aber auch das werde sich in absehbarer Zeit ändern. Ein entsprechendes Verfahren für Deutschland sei bereits eingeleitet. Und drittens: Der Support ist bei einigen NeoBanken ein größeres Problem. Das werde bei Qonto gänzlich anders sein. Man gebe dem Kunden ein SLA-Versprechen von 15 Minuten. So gibt es neben dem Telefon-Support auch E-Mail-Support, der innerhalb von höchstens 15 Minuten muttersprachlich antworte. Dieses Versprechen sei noch nicht gebrochen worden – im Gegenteil – unter 10 Minuten ist der Normalfall.

Philipp A. Pohlmann, Country Manager Deutschland Qonto
Qonto

Wir freuen uns sehr, dass ab sofort auch deutsche Unternehmen von Qonto profitieren können. Der Großteil aller Unternehmen in Deutschland gehört zu den KMUs. Genau für diese Unternehmen ist unser Produkt maßgeschneidert und hilft, das Finanz­management deutlich zu erleichtern. Für uns ist Deutschland ein Schlüsselmarkt auf dem Weg zur europäischen Geschäftsbank.”

Philipp A. Pohlmann, Country Manager Deutschland Qonto

Der Service wurde vorab 2019 in Deutschland mit der Beta-Version getestet, sodass erste Kunden bereits von ihren Erfahrungen mit der App und dem Web-Frontend berichten konnten.

Unsere ersten hiesigen Kunden waren von der Intuitivität und Benutzerfreundlichkeit beeindruckt. Wir haben dutzende Interviews mit Kunden geführt, um unser Produkt auf die Bedürfnisse deutscher Unternehmen zuzuschneiden. Einige Besonderheiten, wie die Möglichkeit virtuelle Karten zu generieren, die in Echtzeit verwendet werden können, Rechnungen auch von dem Smartphone hochzuladen und die möglichen Upgrades zu Premiumkarten mit Exklusivleistungen, sind besonders beliebt.“

Philipp A. Pohlmann
Pohlmann, 32, hat in Maastricht VWL studiert und arbeitete zuletzt beim Marktforscher App. Er begann seine Karriere in Private Equity Advisory bei PwC und Consulting für Kapitalmärkte und Banken bei CAPCO. 2015 unterstützte er den Aufbau der Digital Solutions Practice für CAPCO Deutschland und gründete CAPCO Connect mit dem Ziel, Dialog und Partnerschaften zwischen deutschen FinTechs und traditionellen Finanzinstituten zu fördern. Wenig später wechselte er zu Google und betreute erst traditionelle Großbanken und später schnell wachsende FinTechs im DACH-Raum. Bei App Annie vertiefte Philipp seinen FinTech-Schwerpunkt und verantwortete Banken und FinTechs europaweit.

Neben neuen Services für Geschäftskunden will die NeoBank – ganz FinTech-like – das Onboarding mit Kontoeröffnung in nur 5 Minuten anbieten. Mittlerweile arbeiten über 180 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Qonto, von denen sich mehr als die Hälfte der internationalen Produktentwicklung widmen. Innerhalb von 2,5 Jahren habe Qonto über 65.000 Unternehmen zu einem digitalen Geschäftskonto verholfen.

Selbstbewusst behauptet Qonto, zu den am schnellsten wachsenden FinTechs in Europa zu gehören. Man wolle in den nächsten drei Jahren hunderttausende KMUs, Startups und Selbstständige erobern.

Qonto – die aktuellen Hintergründe

Die Crédit Mutuel Arkéa ist eine Tochtergesellschaft der französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Crédit Mutuel Arkéa ist ein eigenständiges Unternehmen und sichert die Konten der Olinda SAS (Qonto). Alle Konten von Qonto liegen bei Olinda SAS. Crédit Mutuel Arkéa sichert lediglich die Transaktionen ab und wird von der Bank of France reguliert. Zusätzlich sind alle Qonto-Konten durch die European Central Bank mit 100.000 Euro abgesichert. Diese Partnerschaft muss existieren – der französische Regulator ACPR schreibt dies vor. Qonto nutzt derzeit noch die externe Kontosicherung der Crédit Mutuel Arkéa. Qonto hält die Konten, Arkéa sichert die Transaktionen. Es ist geplant, dies in Deutschland auch selbständig durchzuführen. Ein entsprechendes Verfahren ist eingeleitet.aj

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/99611 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Stimmen, Durchschnitt: 4,11 von maximal 5)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Digitalisierung: Wie Versicherungen verstärkt auf Datenanalyse setzen

Banken und Versicherungen stecken schon tiefer in der Digitalisierung und...

Schließen