STUDIEN & UMFRAGEN17. Dezember 2021

Neugier: Die Schlüssel­­kompetenz für die Banken-IT!

Neugier als Softskill
SAS

Die Pandemie und die damit verbundene beschleunigte Digitalisierung haben nicht nur Prozesse, Kundenerwartungen und das Arbeiten verändert. Oft werden Softskills wie Neugier zu harten Erfolgsfaktoren für das Business. Das zeigt die aktuelle Studie Curiosity@Work Report von SAS.

Eine zahlengetriebene Branche und eine Persönlichkeitseigenschaft – das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Der globale Curiosity@Work Report von SAS kommt zu einem anderen Ergebnis. Financial Services Manager, insbesondere in der Banken-IT, erkennen mehrheitlich die wichtige Rolle von Neugier an – für die Personal- und die Geschäftsentwicklung. 76 Prozent der Befragten sehen Neugier als eine sehr wichtige Eigenschaft bei Mitarbeitern und 60 Prozent als echten Geschäfts-Treiber.

Neugier als Innovations-Treiber

Gerade die IT-Abteilung braucht Neugier als Impuls, neue Informationen und Erfahrungen zu suchen. Das meinen immerhin 68 Prozent der Manager aus dem Financial-Services-Bereich. Damit liegt die IT in Sachen Neugier noch vor Forschung und Entwicklung (54 Prozent) oder Marketing (46 Prozent) – Fachbereiche, denen per se ein hohes Maß an Offenheit für Neues und Innovationsfreude zugesprochen werden könnte. Das größte Potenzial wird dabei in Aufgaben wie der Entwicklung innovativer Lösungen (65 Prozent), im Angehen komplexer Probleme (58 Prozent) und der Analyse von Daten (56 Prozent) gesehen.

Neugier wird in anderen Ländern noch höher bewertet!
SAS

Dabei gibt es Unterschiede in der Altersstruktur: Manager von Finanzdienstleistern, die maximal zehn Jahre am Markt sind, halten Neugier bei Mitarbeitern für besonders relevant. Sie stimmen auch zu, dass diese Eigenschaft in den vergangenen fünf Jahren an Bedeutung gewonnen hat. 42 Prozent der Führungskräfte im Finanzsektor lassen sich dem Segment „hohes Maß an Neugier“ zuordnen, lediglich 16 Prozent zeigen ein geringes Maß an Neugier.

Konkret sehen Financial Services Manager folgende mögliche Vorteile:

  • kreativeres Denken und innovativere Lösungsansätze (63 Prozent),
  • bessere Zusammenarbeit (62 Prozent),
  • höhere Effizienz und Produktivität (61 Prozent),
  • stärkere Mitarbeitermotivation und Zufriedenheit im Job.
SAS

Die Mischung macht‘s

Finanzdienstleister brauchen heute Mitarbeiter, die technisches Know-how und die erforderlichen Persönlichkeitsmerkmale verbinden. Führungskräfte legen daher bei der Suche nach Bewerbern einerseits besonderes Augenmerk auf Kenntnisse in künstlicher Intelligenz (68 Prozent), Datenanalyse und Cloud Computing (jeweils 63 Prozent). Andererseits sind Eigenschaften wie kreatives Denken (66 Prozent), Problemlösekompetenz (63 Prozent) und Flexibilität (60 Prozent) gefragt.

Paul Rothenberger, SAS Deutschland
Paul Rothenberger hat Betriebswirtschaft an den Universitäten von Passau, Nancy und Trier studiert. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Deutschen Bank und der CREDIT SUISSE. Nach Jahren im Bankensektor wechselte er in die IT-Branche, zunächst als Managing Director EMEA bei FERNBACH Software. Zuletzt hatte Rothenberger u. a. Positionen bei Pegasystems und Oracle inne, wo er das Geschäft mit Lösungen für Banksteuerung und Compliance in Europa leitete.

Katalysator für Datenanalyse

Und Neugier steht in direkter Relation zu Datenexpertise. Financial Services Manager mit einem hohen Grad an Neugier nutzen im Durchschnitt vier Datenquellen, während ihre weniger neugierigen Kollegen drei nutzen. Sie arbeiten öfter mit Mitarbeiterdaten (63 Prozent vs. 48 Prozent), mit Finanzdaten ihres Unternehmens (60 Prozent vs. 47 Prozent) sowie mit Finanzdaten aus der Branche (59 Prozent vs. 48 Prozent).

Dennoch gibt es Vorbehalte gegenüber Neugier am Arbeitsplatz. 41 Prozent der Befragten aus dem Finanzsektor meinen, dass sie eine Entscheidungsfindung erschwert. 39 Prozent befürchten mehr Fehlentscheidungen, und 38 Prozent sind der Ansicht, dass sie Effizienz und Produktivität abträglich ist.

Neugier ist nicht gleich Neugier – vier Typen

Die Marktforscher haben unter den Befragten vier „Neugiertypen“ identifiziert.

  • High Curiosity Collaborators (37 Prozent): ist das Segment mit dem höchsten Maß an Neugier. Manager in dieser Gruppe legen viel Wert auf Zusammenarbeit und Teamwork, sind beharrlich bei der Suche nach Antworten und tun alles, um Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Und sie sind überzeugt, dass Neugier zu besserer Performance und Jobzufriedenheit führt.
  • Flexibility Driven Opinion Seekers (26 Prozent). Diese Gruppe geht Herausforderungen aktiv an und ist offen für andere Ansichten. Manager in diesem Segment sind überzeugt, dass Neugier in schwierigen Zeiten Flexibilität und Anpassungsfähigkeit begünstigt, meinen allerdings nicht, dass sie grundsätzlich zu höherer Effizienz und Produktivität führt.
  • Productivity-Focused Leaders (22 Prozent). Sie sind überzeugt, dass Neugier Effizienz und Produktivität steigern sowie Zusammenarbeit und Teamwork stärken kann, tendieren aber weniger zu der Annahme, dass sie diverse Ansichten und Ideen fördert.
  • Anti-Curiosity Leaders (15 Prozent). Sie gehen nicht davon aus, dass Neugier irgendeine Form von Performance-Steigerung bringt.

Für den globalen Curiosity@Work Report von SAS wurden rund 2.000 Führungskräfte in Deutschland, Brasilien, Indien, Singapur, UK und den USA befragt sowie Daten aus LinkedIn-Veröffentlichungen ausgewertet. Die komplette Studie steht hier zum kostenlosen Download bereit.Paul Rothenberger, SAS Deutschland

 
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