Payment-Realität im Mittelstand: Von der Handkasse bis zum mobilen Terminal

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Die Studie unterscheidet drei zentrale Gruppen: Einsteiger, Wechsler und Experten. Mit 55 Prozent stellen Einsteiger die größte Gruppe dar – sie verfügen bislang über kein Terminal und stehen Kartenzahlungen häufig skeptisch gegenüber. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung im Handwerk (92 Prozent) sowie bei mobilen Dienstleistungen (90 Prozent). „Kartenzahlung wird von vielen kleinen Betrieben noch als Black Box wahrgenommen – mit unklaren Kosten und technischen Risiken“, erklärt Maximilian Schuster, Leiter Marktanalyse, S-Payment.
Demgegenüber stehen die Wechsler (8 Prozent), die in den vergangenen 24 Monaten ein Terminal eingeführt haben. Sie sind vor allem in der mobilen Gastronomie vertreten, etwa bei Food-Trucks oder Event-Caterern. Hier wird die Akzeptanz bargeldloser Zahlungen zunehmend als Voraussetzung für den Geschäftserfolg gesehen. Die Experten (37 Prozent) verfügen bereits seit längerem über entsprechende Systeme. Besonders häufig sind sie in der stationären Gastronomie (71 Prozent) sowie im Fachhandel (55 Prozent) anzutreffen. Diese Unternehmen nutzen Kartenzahlung routiniert und sehen klare betriebliche Vorteile.

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Trotz zunehmender Digitalisierung bleibt Bargeld in vielen Branchen das dominierende Zahlungsmittel, insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie. Gleichzeitig gewinnt die Kartenzahlung – etwa per Girocard, Debit- oder Kreditkarte – an Bedeutung, vor allem bei jüngeren Kundengruppen und in technikaffinen Segmenten. Aus Sicht der Händler sprechen vor allem operative Vorteile für bargeldlose Verfahren: schnellere Abwicklung, geringerer Bargeldbestand sowie reduzierte Risiken für Diebstahl oder Fehlbeträge. Auch die Zahlung auf Rechnung bleibt relevant – insbesondere in Branchen mit geringer Terminalnutzung wie dem Handwerk oder bei mobilen Dienstleistern.
Große Bandbreite bei Terminals und Kassensystemen
Die technische Ausstattung am PoS ist stark heterogen. Einsteiger setzen häufig noch auf offene Ladenkassen oder einfache Registrierkassen ohne Systemanbindung. Viele Handwerksbetriebe und mobile Dienstleister verzichten ganz auf Kassensysteme und arbeiten ausschließlich auf Rechnungsbasis. Mehr als drei Viertel der Befragten nutzen einfache Kartenterminals ohne Integration in ein Kassensystem. Diese Lösungen sind insbesondere in der stationären Gastronomie verbreitet.
Mobile Terminals kommen vor allem in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei mobilen Verkaufsständen zum Einsatz. Rund jeder zehnte Betrieb in diesen Bereichen plant, innerhalb der nächsten zwölf Monate entsprechende Lösungen einzuführen oder auszubauen.
Die Nachfrage nach flexiblen, mobilen Zahlungslösungen steigt – insbesondere dort, wo Verkaufssituationen dynamisch sind.“
Laura Becker, Senior Payment Consultant, S-Payment

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Unabhängig vom Digitalisierungsgrad formulieren die befragten Unternehmen klare Erwartungen an Payment-Lösungen. An erster Stelle steht die zuverlässige und störungsfreie Abwicklung von Transaktionen, inklusive breiter Akzeptanz gängiger Zahlverfahren und Schutz vor Cyberrisiken. Ebenso wichtig sind transparente und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen. Viele kleine Betriebe reagieren sensibel auf komplexe Preismodelle oder langfristige Vertragsbindungen. Ein dritter zentraler Faktor ist die Geschwindigkeit der Auszahlung: Die Mehrheit der Händler erwartet, dass Umsätze innerhalb von zwei bis vier Tagen auf dem Geschäftskonto verfügbar sind.
Zwischen Zurückhaltung und wachsender Akzeptanz
Die Studie zeigt, dass sich kleine Betriebe beim Payment am PoS in einer Übergangsphase befinden. Während ein großer Teil noch von Unsicherheit und Zurückhaltung geprägt ist, erkennen andere bereits die Vorteile digitaler Zahlungssysteme und investieren gezielt in entsprechende Lösungen. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürften vor allem einfache, transparente und flexibel einsetzbare Angebote sein, die den Einstieg erleichtern und bestehende Vorbehalte abbauen. Die komplette Studie findet sich zum kostenlosen Download.tw
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