ANWENDUNG12. Februar 2026

Payone und OPP starten gemeinsame Zahlungslösung für Online-Marktplätze

LookerStudio
/ Bigstock

Payone, das Joint Venture von Worldline und der DSV-Gruppe, bringt gemeinsam mit dem niederländischen Anbieter OPP (Online Payment Platform) eine spezialisierte Zahlungslösung für Online-Marktplätze sowie Plattformmodelle in Deutschland und Österreich auf den Markt. Die Partner zielen damit auf ein Segment, das durch Multi-Vendor-Strukturen, Software-as-a-Service-Modelle und digitale Ökosysteme stark an Bedeutung gewinnt.

Die modulare Lösung soll Zahlungsprozesse zwischen Plattformbetreibern, angeschlossenen Händlern und Endkunden technisch bündeln und organisatorisch vereinfachen. Während klassische Zahlungsabwicklungen in der Regel auf die Beziehung zwischen Händler und Kunde ausgerichtet sind, entstehen in Plattformmodellen deutlich vielschichtigere Konstellationen: Plattformbetreiber, zahlreiche angebundene Händler sowie Endkunden müssen regulatorisch sauber eingebunden, identifiziert und finanziell miteinander verknüpft werden. Für Payment-Anbieter bedeutet dies eine stärkere Verzahnung von Acquiring, Zahlungsinstitutsfunktionen, Compliance-Services und technischer Integration.

Online-Marktplätze und SaaS-basierte Business-Plattformen entwickeln sich zu zentralen Treibern des digitalen Handels. Laut „Online-Monitor 2025“ des Handelsverbands Deutschland (HDE) entfallen inzwischen rund 57 Prozent des Onlinehandels auf Marktplätze, deren Umsatz im Jahresvergleich um 8,8 Prozent gestiegen ist. Diese Entwicklung verschiebt auch die Anforderungen an die Zahlungsinfrastruktur: Zahlungsdienstleister müssen verstärkt als Orchestratoren komplexer Ökosysteme agieren. Für Banken und Acquirer ergibt sich daraus ein Rollenwandel. Neben der reinen Transaktionsverarbeitung gewinnen Funktionen wie Händler-Onboarding, KYC- und AML-Prozesse, Risikomanagement sowie die Steuerung von Auszahlungsströmen an Bedeutung. Plattformbetreiber erwarten zunehmend „Embedded Finance“-fähige Lösungen, die sich direkt in ihre Geschäftsmodelle integrieren lassen.

Regulatorik als zentraler Treiber integrierter Lösungen

Die Mehrparteienstruktur von Plattformen bringt erhöhte regulatorische Anforderungen mit sich. Zahlungsflüsse müssen PSD2-konform ausgestaltet werden, gleichzeitig sind PCI-DSS-Vorgaben, geldwäscherechtliche Prüfungen sowie laufende Risiko- und Betrugsprävention sicherzustellen. Gerade für Banken und lizenzierte Zahlungsinstitute entsteht hier ein Spannungsfeld zwischen regulatorischer Verantwortung und der Erwartung nach nahtloser, skalierbarer Integration. Payone und OPP bündeln in ihrer Partnerschaft unterschiedliche Rollen innerhalb dieser Wertschöpfungskette. OPP agiert als lizenziertes Zahlungsinstitut und stellt Funktionen wie Collecting, Treuhand- und Auszahlungsservices sowie technische Plattformintegration bereit. Payone übernimmt als Acquirer die Abwicklung von Kreditkartentransaktionen und bringt seine Expertise in Händlerakzeptanz, Processing und Risikosteuerung ein.

Kern der gemeinsamen Lösung ist eine End-to-End-Infrastruktur, über die Plattformbetreiber sämtliche Zahlungsprozesse zentral steuern können. Dazu gehören automatisierte Onboarding-Prozesse für Händler, die regulatorische Prüfungen von Beginn an integrieren, sowie die Abdeckung relevanter E-Commerce-Zahlarten innerhalb einer einheitlichen Architektur. Hinzu kommen steuerbare Auszahlungslogiken, bei denen Gelder erst nach definierter Leistungserbringung an Händler weitergeleitet werden. Solche Mechanismen gewinnen insbesondere im Plattformgeschäft an Bedeutung, da sie Rückbuchungsrisiken reduzieren und die Einhaltung treuhänderischer Anforderungen unterstützen. Ergänzt wird dies durch Reporting- und Kontrollfunktionen, die Plattformbetreibern und angebundenen Partnern Transparenz über Transaktionen und Zahlungsflüsse ermöglichen.

Plattformökonomie verändert die Rollen im Zahlungsmarkt

Die Kooperation verdeutlicht, dass sich der Wettbewerb im Zahlungsverkehr zunehmend auf integrierte Plattformlösungen verlagert. Für Banken eröffnet dies Chancen, ihre Rolle über das klassische Acquiring hinaus auszubauen und stärker als Infrastrukturpartner digitaler Ökosysteme zu positionieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an technologische Skalierbarkeit, API-Fähigkeit und regulatorisch belastbare Betriebsmodelle. Payment-Anbieter, die Plattformgeschäft unterstützen wollen, müssen Funktionen wie Händlerverwaltung, Zahlungsstrom-Orchestrierung, Compliance-Automatisierung und datenbasierte Steuerung in einer Gesamtlösung zusammenführen. Die Zusammenarbeit von Payone und OPP ist damit ein Beispiel für die fortschreitende Konvergenz von Acquiring, Zahlungsinstitutsleistungen und plattformzentrierten Finanzservices.

Mit dem Wachstum digitaler Marktplätze verschiebt sich der Fokus im Payment-Markt von der einzelnen Transaktion hin zur Verwaltung komplexer Wertschöpfungsnetzwerke. Zahlungsdienstleister und Banken werden dabei zunehmend zu Enablern skalierbarer Geschäftsmodelle, bei denen Zahlungsabwicklung, Regulierung und Integration untrennbar miteinander verbunden sind.

Ottmar Bloching, CEO PAYONE
Ottmar Bloching, CEO PAYONEPayone

Die Partnerschaft mit OPP ist für uns eine ideale Ergänzung unseres Produktportfolios, die diesen Marktbedarf mit den Kompetenzen aus unseren beiden Welten bestmöglich abdeckt. Dank dieser Zusammenarbeit können unsere Händler-Kunden selbst Marktplatzlösungen anbieten bzw. Zugang zu modernen Marktplätzen erhalten. Endkonsumenten werden von einem positiven, sicheren und schnellen Kauferlebnis profitieren.“

Ottmar Bloching, CEO von Payone

Die nun vorgestellte Lösung zielt darauf ab, diese Anforderungen in einer konsolidierten Infrastruktur abzubilden und damit die Grundlage für weitere Plattform- und Embedded-Finance-Anwendungen im deutschsprachigen Raum zu schaffen.

Im Einklang mit der Weiterentwicklung von Marktplätzen und SaaS-Plattformen ist die gemeinsame Lösung darauf ausgelegt, Funktionalität, geografische Reichweite und Anwendungsfälle zu erweitern – und damit neue Umsatzquellen zu unterstützen, schnellere Markteinführungszeiten zu ermöglichen und eine höhere operative Kontrolle zu gewährleisten. Die Partnerschaft spiegelt unser gemeinsames Engagement wider, die Zahlungserfahrung auf Marktplätzen und Plattformen kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

Richard Straver, Gründer von OPPtw

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