STRATEGIE6. Juli 2021

Rewe Group entwickelt mit Paymenttools eine eigene Bezahlplattform

natulrich / Bigstock

Die Rewe Group hat als Teil ihrer Digitalstrategie bekanntgegeben, eine eigene B2B-Bezahlplattform für Kunden und Partner entwickeln zu wollen. Verantwortlich ist hierfür die Technologietochter Paymenttools mit Sitz in Köln. Damit ist die Rewe Group der erste Lebensmittelhändler in Deutschland, der neben dem digitalen und stationären Einkauf von Lebensmitteln und Reisen zukünftig auch die komplette Abwicklung des Bezahlvorgangs im stationären und digitalen Einkauf aus einer Hand löst. Was viele nicht wissen dürften: Bereits seit neun Jahren betreibt die Rewe Group profitabel ein eigenes Bezahlnetzwerk.

Die Gründung von Paymenttools rundet die komplette Omnichannel Customer Journey ab, die Rewe nun abdecken kann. Strategisch gesehen ist Paymenttools dabei auch ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die Diversifizierungsstrategie des Lebensmittelkonzerns. Wie wichtig es sein kann, sämtliche Bereiche selbst abzudecken, hat der Handel – branchenübergreifend – im Rahmen der Pandemie beobachten können. Alle Player (allen voran Amazon), die möglichst viel aus eigener Hand bewältigen konnten, taten sich in der Aussteuerung deutlich leichter.

Als einziger Lebensmittelhändler in Deutschland verfügen wir damit über ein komplettes Ökosystem von der Bestellung über die Lieferung bis hin zum Bezahlen. Wir begeistern unsere Kunden und Partner mit einem Höchstmaß an Komfort und Sicherheit.“

Jan Kunath, stellv. Vorstandsvorsitzender Rewe Group

In den kommenden Jahren werde man das Payment-Service-Portfolio weiter ausbauen, heißt es seitens des Unternehmens. Mit jährlich annähernd einer Milliarde Transaktionen ist die Rewe Group schon heute einer der größten Girocard-Netzbetreiber in Deutschland. „Da ist es nur konsequent, auch weitere Bezahlvorgänge bei uns zu bündeln“, ergänzt Dr. Klaus Wirbel, Leiter Finanzen Head of Finance / Group Treasurer.  Mit Commercetools (Website) und Fulfillmenttools (Website) hat Rewe in der Vergangenheit bereits Teile seiner Digitalstrategie separiert.

Rewe deckt komplette Customer Journey ab – Payment inklusive

Yuliya_P / Bigstock

Dass Rewe sich hier als allumfassende, sämtliche Schritte der Customer Journey abdeckende Plattform präsentiert, wundert nicht. In der Vergangenheit haben wir auf der einen Seite Unternehmen gesehen, die sich zunächst in Sachen E-Commerce und eigenentwickelte Payment-Strukturen bedeckt hielten, aber auch Lebensmitteleinzelhandelsketten, die durchaus den einen oder anderen Ausflug in die Plattform-Welt mit Apps und Payment-Lösungen gemacht haben.

Das Problem dabei: Lidl beispielsweise geriet mit Lidl Pay in die Schlagzeilen, weil das Unternehmen Opfer von Betrügern wurde, die sich mit existierenden Kontodaten, die aus diversen Datenlecks und -hacks stammen, anmeldeten. Hintergrund  des Betrugsproblems dürfte die Art der Zahlungsabwicklung auf Lastschriftbasis sein. Ein Unternehmen, das hier sämtliche Prozesse bei sich behält, erkennt schneller Fehler, es hat andererseits aber auch nicht in allen Fällen das notwendige Know-how, die einzelnen Prozesse zu steuern. Im Falle der Rewe Group dürfte angesichts der Größe dieses Problem ausscheiden – schließlich betreibt die genossenschaftliche Handelsgruppe, die in 21 europäischen Ländern präsent ist, seit fast einem Jahrzehnt ein eigenständiges Bezahlnetzwerk.tw

 
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