STRATEGIE20. März 2018

Thin Client/Server-Plädoyer: Wie der Börsenhandel von einer virtuellen Desktop-Infrastruktur profitieren kann

Hagen Dommershausen, Marketing Director Dell Cloud Client-Computing, CEMEADELL EMC

Die technische Entwicklung bei Rechnerleistung, Datenverfügbarkeit und automatisierten Han­dels­sys­te­men ha­t die IT noch stär­ker ins Zen­trum des Bör­sen­han­dels ge­rückt. Statt hoch­ge­rüs­te­ter Work­sta­tions kom­men heu­te zunehmend flexible und kosteneffiziente Thin Clients zum Einsatz. Sie kombinieren die Leistungsfähigkeit moderner Desktop-PCs mit der einfachen Verwaltung und Sicherheit zentral bereitgestellter Applikationen und Daten.

von Hagen Dommershausen, Dell Cloud Client-Computing

Moderne Handelsräume sind weit entfernt von den lärmenden, hektischen Szenen der 1980er Jahre. Der technische Fortschritt von Computersystemen und automatisierte Handelstechniken haben die IT in den Mittelpunkt dieser Umgebungen gerückt.

Handelsräume von Börsen sind heute dynamische Orte für IT-Innovationen, in denen niedrige Latenzzeiten das Gebot der Stunde sind und in denen selbst ein paar Minuten Ausfallzeit zu Verlusten von mehreren Millionen Dollar führen können.“

In der schnelllebigen Finanzwelt stehen die IT-Abteilungen von Handelshäusern vor der Herausforderung, eine perfekte Betriebsumgebung bereitstellen zu müssen. Dazu gehört es beispielsweise, kritische Patches einzuspielen, die Konfigurationen entsprechend den Anforderungen der Anwender aus den Fachabteilungen anzupassen, Systeme zu erweitern und Prozesse an die sich ständig ändernden Compliance-Vorgaben zu adaptieren.

Bei all diesen Aufgaben können IT-Abteilungen von einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) profitieren.“

Was sich an Anwendungen und Daten in der herkömmlichen Client-Welt auf einer lokalen Workstation befindet, ist in der VDI-Welt zentral im Rechenzentrum abgelegt und kann mit unterschiedlichen Endgeräten genutzt werden. Die Anwender stellen lediglich eine Verbindung zum Server her und sind damit bei den von ihnen eingesetzten Endgeräten nicht mehr an eine bestimmte Hardware gebunden. Bei der Beurteilung, wie eine weiterentwickelte IT-Strategie diese Herausforderungen am besten bewältigen kann, gibt es mehrere Bereiche, die Handelshäuser berücksichtigen sollten.

Neue Anforderungen an die Mitarbeiter

Das betrifft zunächst das IT-Systemmanagement. Wartungsarbeiten, um die Computerausstattung auf dem neuesten Stand zu halten und an die Anforderungen der Benutzer anzupassen, finden kontinuierlich statt. Da Händler den Arbeitsplatz im Unternehmen immer wieder wechseln, mehrere stationäre und mobile Geräte nutzen und ein ums andere Mal neue, leicht unterschiedliche Konfigurationen von Hard- und Software benötigen, wird für Administratoren daraus leicht eine wahre Sisyphusarbeit.

Mit VDI werden die Arbeitsplätze ins Rechenzentrum verlagert und können durch standortunabhängige Thin Clients ersetzt werden. Diese werden zentral konfiguriert, so dass ein Mitarbeiter des IT-Teams nicht mehr den Arbeitsplatz des Anwenders aufsuchen muss. Der Einsatz von Thin Clients erhöht die Zuverlässigkeit und ermöglicht im Falle von anstehenden Änderungen eine sofortige Rekonfiguration, wodurch der Händler schnell wieder einsatzfähig ist.

Bei VDI läuft die Rechenleistung und Anbindung im RZ und auf der anderen Seite werkelt „nur“ ein Thin Client (hier z.B. der Dell Wyse 3040)DELL EMC

Bereitstellung von Applikationen

Die Aktualisierung von Applikationen stellt eine weitere große Herausforderung für die IT-Administratoren dar. Die Händler nutzen individuell zusammengestellte Applikationsszenarien, etwa zur Beobachtung und Auswertung von Wirtschaftsnachrichten, Preisanalysen und Transaktionen. Eine manuelle Implementierung und Aktualisierung der Workstations ist enorm aufwendig.

In einer VDI-Architektur dagegen verwaltet die IT-Abteilung alle Software Deployments und Updates zentral und ist damit in der Lage, die komplexe Struktur der Applikationslandschaft von einem einzigen Ort aus zu koordinieren. Das reduziert nicht nur den Zeitaufwand, um „den Betrieb aufrechtzuerhalten“, sondern ermöglicht es der IT-Abteilung auch, sich auf Innovationen zu konzentrieren. In einer Welt, in der IT-Innovationen zu zusätzlichen Einnahmen in Millionenhöhe führen können, ist dies ein bedeutender Mehrwert.

Sicherheit und Compliance

Unter den IT-Management-Themen, mit denen Finanzdienstleister regelmäßig konfrontiert sind, steht die Sicherheit ganz oben auf der Liste. Immer strengere Datenschutzvorschriften und raffiniertere Malware-Techniken machen die Überwachung von Endgeräten und Speichermethoden zu einer geschäftlichen Notwendigkeit.

Autor Hagen Dommershausen, Dell
Hagen Dommershausen zeichnet für das gesamte Marketing von Dell rund um das Thema Cloud Client-Computing in der Region CEMEA verantwortlich. Mit mehr als 23 Jahren Erfahrung in unterschiedlichen Positionen in Technologiemarketing und Produktmanagement sowie beratend im operativen und strategischen Marketing ist der Marketer und Marktkenner ein passionierter Referent im Bereich Cloud Client-Computing.
Für Handelshäuser, die mit vertraulichen Daten umgehen, sind die Schutzmaßnahmen nichts Neues. Viele Unternehmen nutzen bereits virtuelle Desktops und wissen daher genau, wo sich ihre Daten befinden und wie sie intern und extern kommuniziert werden. Durch die Speicherung der Daten im Rechenzentrum sind die Informationen sicher, und das Berichtswesen sowie Audits werden einfacher.

Die Bedrohung durch Malware ist eine vergleichsweise neue Herausforderung. Für Händler, die unterwegs sind, selbst wenn sie in einer virtualisierten Umgebung arbeiten, ist es unerlässlich, dass ihre Endgeräte vor Hackern geschützt sind. Zu diesem Zweck können Unternehmen integrierte Endpoint Security Software patchen. Dieser zusätzliche Schutz stellt sicher, dass wichtige Informationen sicher aufbewahrt und einfach über alle Geräte hinweg verwaltet werden können.

Energieverbrauch

Eine abschließende Herausforderung für Handelshäuser, die optimale Ergebnisse mit ihrer IT erzielen wollen, ist die Berücksichtigung des Energieverbrauchs. Im Hinblick auf Bauvorschriften sind viele Gebäude von Handelshäusern weltweit bereits heute energetisch ausgereizt, nicht zuletzt deshalb, weil Rechenzentren oft vor Ort untergebracht sind. Die Verlagerung von Workstations in das Rechenzentrum und der Ersatz durch Desktops mit niedrigem Energieverbrauch – wie beispielsweise Thin Clients – haben erhebliche Auswirkungen auf den Stromverbrauch und die Anforderungen an die Klimatisierung. VDI ermöglicht auch eine einfachere Integration von Hybrid-Cloud-Storage-Technologien, wodurch energieintensive Rechenzentrumskomponenten aus dem Gebäude entfernt werden können.

VDI unterstützt die Finanzbranche bei der Bewältigung einiger ihrer größten IT-Herausforderungen. Durch ein zentrales Client-Management über eine Vielzahl von Geräten hinweg müssen Unternehmen keine IT-Administratoren mehr zu jedem Arbeitsplatz oder zu Remote-Installationen entsenden. Händler werden nicht gestört, und das IT-Personal kann Änderungen sowie Software-Upgrades in Minuten statt in Stunden durchführen. Das spart Zeit für IT-Innovationen und sorgt gleichzeitig dafür, dass wichtige Daten sicher aufbewahrt werden. Um den regulatorischen und budgetären Druck, dem IT-Abteilungen in der Finanzindustrie ausgesetzt sind, zu verringern, ist VDI eine ideale Wahl.

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/67982
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Stimmen, Durchschnitt: 3,00 von maximal 5)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Torsten Müller, Geschäftsleitungsmitglied IT und Digital Sales, verlässt die Helvetia wohl überraschend

Seit 2014 leitete Torsten Müller als CIO in der Geschäftsleitung der Helvetia die Informationstechnologie und war damit für das gesamte IT-System verantwortlich. Genauer: Er war Geschäftsleitungsmitglied...

Schließen