STUDIEN & UMFRAGEN17. März 2026

Studie: Kartenbetrug bleibt relevant – Verbraucher setzen verstärkt auf Sicherheitsmechanismen

Tide führt Bezahlkarten ohne sichtbare Details ein.
Tide

Eine aktuelle Studie zum Weltverbrauchertag zeigt: Digitale Zahlungsprozesse werden für Verbraucher immer selbstverständlicher, gleichzeitig wächst das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken. Laut der Untersuchung „Mastercard Payment Pulse 2025“ haben bereits mehr als ein Viertel der Deutschen Erfahrungen mit Debit- oder Kreditkartenbetrug gemacht. Gleichzeitig setzen neun von zehn Verbrauchern aktiv auf Schutzmaßnahmen gegen Kartenmissbrauch.

Der Studie zufolge gaben 27 Prozent der Befragten an, bereits Opfer von Debit- oder Kreditkartenbetrug geworden zu sein. Auffällig sind dabei geschlechtsspezifische Unterschiede: Fast jeder dritte Mann berichtet von entsprechenden Erfahrungen, während dies bei Frauen etwas mehr als jede fünfte Person betrifft. Auch Reklamationen über das sogenannte Chargeback-Verfahren gehören inzwischen für viele Verbraucher zur Praxis. Rund ein Viertel der Befragten hat bereits eine unberechtigte Kartenabbuchung bei der kartenausgebenden Bank reklamiert.

Als häufigste Ursachen werden betrügerische Transaktionen (37 Prozent), doppelte Abbuchungen (25 Prozent) sowie Abbuchungen trotz zuvor stornierter Bestellungen oder Buchungen (20 Prozent) genannt. Gleichzeitig zeigt sich eine Informationslücke bei Verbraucherrechten: 29 Prozent der Befragten geben an, nicht ausreichend über ihre Käuferschutz- und Reklamationsrechte bei unberechtigten Abbuchungen informiert zu sein.

Sicherheitsroutinen im Zahlungsalltag etabliert

Parallel zur steigenden Nutzung digitaler Zahlungsmethoden etabliert sich bei vielen Verbrauchern ein zunehmend sicherheitsbewusstes Verhalten. Neun von zehn Befragten geben an, aktiv Maßnahmen zum Schutz ihrer Zahlungsdaten zu ergreifen. Zu den häufigsten Sicherheitsmaßnahmen gehört das unmittelbare Sperren der Karte bei Betrugsverdacht oder Verlust (62 Prozent). Ebenfalls verbreitet sind organisatorische Schutzmechanismen wie die getrennte Aufbewahrung von Karte und PIN sowie die Praxis, die Karte nicht unbeaufsichtigt aus der Hand zu geben (jeweils 60 Prozent). Technische Sicherheitsverfahren gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Rund 44 Prozent der Befragten nutzen zusätzliche Authentifizierung und ähnliche Verfahren wie Zwei-Faktor-Authentifizierung über Banking-Apps oder biometrische Verfahren. Ebenso viele überprüfen regelmäßig ihre Kreditkartenabrechnungen auf Unregelmäßigkeiten.

Sicherheit Security Symbolbild
ChatGPT

Beim Online-Bezahlen steht aus Sicht der Verbraucher weiterhin die Sicherheit im Vordergrund. Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) nennen ein hohes Sicherheitsniveau als wichtigste Anforderung an digitale Bezahlprozesse. Darüber hinaus spielen Aspekte der Nutzerfreundlichkeit eine zentrale Rolle. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (51 Prozent) erwartet eine möglichst einfache Abwicklung des Zahlungsvorgangs, während 38 Prozent großen Wert auf eine schnelle Transaktionsabwicklung legen.

Auch Schutzmechanismen im Schadensfall sind für viele Nutzer relevant. Rund 51 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen ein wirksamer Betrugsschutz mit Möglichkeiten zur Rückerstattung wichtig ist – sofern keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Zudem wünschen sich viele Verbraucher eine Reduzierung manueller Eingaben im Zahlungsprozess. Rund ein Viertel der Befragten möchte Kartendaten nicht bei jedem Kauf erneut eingeben müssen, verschiedene Zahlungsarten flexibel nutzen können sowie Liefer- und Rechnungsadressen schnell abrufen oder hinterlegen. Ebenso viele erwarten möglichst wenige Klicks im Bezahlprozess.

Grafik Mastercard Studie
Mastercard

Tokenisierung als zentraler Baustein moderner Zahlungssysteme

Vor diesem Hintergrund treiben Zahlungsanbieter neue technische Standards für den Online-Checkout voran. Ein Beispiel ist der Industriestandard „Click to Pay“, der den Bezahlprozess vereinfachen und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen soll. Kern der Technologie ist die Tokenisierung. Dabei wird die klassische 16-stellige Kartennummer durch einen verschlüsselten Token ersetzt, der ausschließlich für eine bestimmte Transaktion oder Händlerumgebung gültig ist. Selbst bei einem potenziellen Datenabfluss können die tatsächlichen Kartendaten so nicht kompromittiert werden.

Ziel des Ansatzes ist es, den Checkout-Prozess für Online-Zahlungen zu standardisieren und gleichzeitig manuelle Eingaben zu reduzieren. Nutzer können Kartenzahlungen dadurch mit wenigen Klicks durchführen, ohne ihre Kartendaten bei jedem Einkauf erneut eingeben zu müssen.

Nikolaus Trzeschan, Country Manager Mastercard Deutschland
Mastercard

Beim Bezahlen im Internet wollen Menschen vor allem eins: dass alles reibungslos und sicher funktioniert. Click to Pay bietet genau das – kein umständliches Eingeben von Kartendaten. Wir wollen diesen Standard in Deutschland breit verfügbar machen und so das Bezahlen beim Onlineshopping spürbar vereinfachen.“

Nikolaus Trzeschan, Country Manager von Mastercard Deutschland

Deutschland bei Verschlüsselung über EU-Durchschnitt

Im europäischen Vergleich zeigt sich laut Mastercard European Payments League zudem eine überdurchschnittliche Nutzung von Kryptographie in Deutschland. Rund 26 Prozent der Befragten setzen aktiv auf entsprechende Sicherheitsfunktionen, während der Durchschnitt der untersuchten europäischen Länder bei 17 Prozent liegt. Für die Studie „Mastercard Payment Pulse 2025“ wurden im Auftrag von Mastercard insgesamt 1.004 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Deutschland online befragt. Die Befragung wurde vom Marktforschungsinstitut GfK im Oktober 2025 durchgeführt. Die Studie analysiert jährlich Trends im Zahlungs- und Einkaufsverhalten von Verbrauchern.tw

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