STUDIEN & UMFRAGEN17. Mai 2022

Zahlen wir bald mit Bitcoin? Das Potenzial von Kryptowährungen als Zahlungsmittel

Bigstock

Der internationale Zahlungsdienstleister Checkout.com hat eine neue Studie über Entwicklungen beim Einsatz von Kryptowährungen vorgestellt, welche die Akzeptanz von Kryptowährungen bei den Verbrauchern klassifiziert und bewertet. Danach zeichnet sich ein zunehmend positiver Trend bei der Nutzung digitaler Währungen im E-Commerce ab, auch in Deutschland. Gleichzeitig verschwindet aber nicht das Bewusstsein, dass digitale Währungen mit Risiken behaftet sind. Neben Verbrauchern und Händlern wurden für die Studie auch Experten aus den Bereichen Zahlungen, Finanzregulierung und Kultur zum Thema befragt. Das Ergebnis macht deutlich: Kryptos wie Bitcoin, Ethereum und Co. könnten bald auch zum Bezahlverfahren im E-Commerce werden.

Die Studie „Entmystifizierung von Krypto – Einblicke in die Einführung digitaler Währungen im Zahlungsverkehr 2022“ ist nach den Worten der Initiatoren eine der weltweit umfassendsten Untersuchungen dieser Thematik. Insgesamt wurden 30.000 Verbraucher und 3.000 Händler in 11 Ländern (darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Frankreich) zu ihrer Einstellung und zur kommerziellen Nutzung von Kryptowährungen befragt. Der erste Abschnitt der Untersuchung befasst sich mit den spezifischen Trends in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen. 16.000 Personen fallen in dieses Segment.

Kryptowährungen bei Jüngeren hoch im Kurs

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Kryptowährungen vor allem bei jüngeren Bevölkerungsgruppen bereits heute schnell an Attraktivität gewinnen: 40 Prozent der weltweit befragten 18- bis 35-jährigen Verbraucher wollen innerhalb des nächsten Jahres Kryptowährungen zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen verwenden. Das ist ein Anstieg von rund 30 Prozent im Laufe des letzten Jahres und markiert eine wesentliche Veränderung der Einstellung zu digitalen Währungen: vom Anlageinstrument hin zu einem Mittel für alltägliche Geschäfte. Diese zunehmende Offenheit der Verbraucher gegenüber Kryptowährungen wird durch ein großes Bedürfnis nach komfortableren und sichereren Zahlungsmethoden bedingt. Hinzu kommt, dass immer mehr Händler und Drittanbieter die zugrundeliegende Infrastruktur zur Unterstützung dieser Methoden bereitstellen.

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46 Prozent der Deutschen besitzen Kryptowährungen

In Deutschland liegt der Anteil aller Befragten, die mit digitaler oder Kryptowährung bezahlen wollen, insgesamt bei 33 Prozent. In der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen sind 39 Prozent der männlichen bzw. 23 Prozent der weiblichen Studienteilnehmer der Meinung, dass Kryptowährungen als digitales Bezahlmittel für kommerzielle Zwecke und nicht nur als Anlageform verwendet werden sollten. Gleichzeitig sind sich aber auch 41 Prozent aller befragten Verbraucher aus Deutschland der Tatsache bewusst, dass digitale Währungen risikobehaftet sind. In Deutschland besitzen bereits 46 Prozent der Verbraucher Kryptowährungen, und 29 Prozent der Befragten ohne solche Assets haben die Absicht, Kryptowährungen innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwerben. Dem steht mit 23 Prozent ein relativ geringer Anteil von Online-Unternehmen gegenüber, die planen, bis 2024 Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Schon heute haben Kryptowährungen erheblichen Einfluss auf Händler und den Markt insgesamt. Allein im ersten Quartal 2022 wurden Zahlungen im Wert von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar über die Krypto-gestützte Karte von Visa abgewickelt. Händler, die Zahlungen in Kryptowährungen akzeptierten, verzeichneten ein signifikantes Umsatzwachstum: 82 Prozent gaben an, dass sie dadurch schnell neue Kunden gewinnen und neue Zielgruppen erreichen konnten. Fast 70 Prozent der befragten Händler glauben, dass die Geschwindigkeit, mit der Krypto-Zahlungen getätigt und abgewickelt werden können, das Potenzial hat, ihre Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Über 80 Prozent der Händler, die Krypto-Zahlungen bereits akzeptieren, gaben an, dass die Abwicklung einfacher war als die Verwendung von Fiatgeld.

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Dies ist die größte Verbraucherumfrage ihrer Art, und die Ergebnisse zeigen eine klare Entwicklung bei der Einstellung von Verbrauchern gegenüber Kryptowährungen auf der ganzen Welt, auch in Deutschland. Hier deutet sich ein legitimer Übergang von der anfänglichen Akzeptanzphase zu einer praktischeren, pragmatischeren und insgesamt positiveren Einstellung an.“

Ralph Piater-Frankenfeld, Vice President DACH bei Checkout.com

Dieser Übergang bedeute, dass es eine große Nachfrage nach FinTech-Unternehmen gibt, die einfach zu implementierende Lösungen und Dienstleistungen anbieten können, um Händlern den Einstieg in Krypto-Zahlungsoptionen zu ermöglichen und sie dann dabei zu unterstützen, den Prozess im Laufe der Zeit zu optimieren. Und dann ist da noch das Metaverse, wie Piater-Frankenfeld erklärt: „Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr noch verstärken wird, wenn wir weitere Dienste in Web3 einbinden.“

Verbraucherverhalten und Vertrauen

Auch wenn Kryptowährungen auf einer soliden technologischen Grundlage stehen, kann sich die weitere Entwicklung als volatil erweisen. Bislang haben Anbieter und Händler erhebliche Anstrengungen unternommen, um Vertrauen in diese Dienste aufzubauen. Und die steigende Akzeptanz von Kryptowährungen auf Verbraucherebene hat begonnen, die Art und Weise zu beeinflussen, wie größere Unternehmen mit digitalen Währungen arbeiten. Der Kreditkartenanbieter Visa arbeitet inzwischen bereits mit 65 Krypto-Wallets zusammen, über die Verbraucher Ausgaben tätigen können. Die Transaktionen werden dabei zur Abrechnung in Fiatgeld umgewandelt. Auch PayPal unterstützt kryptobasierte Zahlungen sowie ausgewählte Drittanbieter.

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Laut der Checkout.com-Studie ist mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Umfrageteilnehmer – darunter CFOs und Corporate Treasurer – zunehmend daran interessiert, Zahlungen in Stablecoins abzuwickeln und diese auch in ihren Bilanzen zu führen. In Deutschland und Italien möchten dies sogar 38 Prozent der CFOs und Corporate Treasurer. In Europa wird dieser Wert nur von Italien übertroffen: Dort sehen sogar 55 Prozent dies als eine Möglichkeit, dezentralisierte Finanzmittel für das Finanzmanagement zu nutzen. Einige gehen sogar so weit, dass sie planen, Lieferanten und Mitarbeiter in Stablecoins zu bezahlen – in erster Linie als Reaktion auf die Nachfrage dieser Zielgruppen: 51 Prozent der Unternehmen gaben an, dass zumindest einige Mitarbeiter ihr Interesse an einer Bezahlung in Kryptowährungen bekundet hätten. In Deutschland können sich das immerhin 29 Prozent der befragten Unternehmen vorstellen.

Creator-Wirtschaft: Verbraucher werden zu Produzenten

Neue Communities von Content-Erstellern, Gamern und Gigworkern sind Vorreiter bei der Akzeptanz von Kryptowährungen. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Online-Kreativen gibt an, dass ihre Fans und Kunden sie in digitalen Währungen bezahlt haben. Diese Communities testen, was möglich ist, wenn es um die Verwendung von Token und Kryptowährungen geht – ein Vorgeschmack auf das, was im Mainstream kommen wird.

Ein weiteres Szenario, das von 65 Prozent der C-Level-Führungskräfte für wahrscheinlich gehalten wird: Web3 wird die B2C-Dynamik wesentlich verändern, weil Verbraucher zunehmend zu Produzenten werden. Es wird erwartet, dass dieser Markt signifikante Ausmaße annehmen wird. Allein die Gaming-Wirtschaft wird bis 2025 ein Volumen von 260 Milliarden US-Dollar erreichen, die Creator-Wirtschaft wird auf  schwindelerregende 104 Milliarden US-Dollar wachsen – mit weiter steigender Tendenz. Das glauben zumindest die Marktbeobachter und Initiatoren der Studie.

Kryptowährungen haben das Potenzial, nicht nur die Art und Weise zu verändern, wie Menschen Transaktionen durchführen, sondern möglicherweise auch die Dynamik der gesamten digitalen Wirtschaft neu zu erfinden – davon sind wir überzeugt.“

Ralph Piater-Frankenfeld, Vice President DACH bei Checkout.com

Die vollständige Studie „Entmystifizierung von Krypto – Einblicke in die Einführung digitaler Währungen im Zahlungsverkehr 2022“ steht ab sofort hier zum Download bereit. tw 

 
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