TNS-INFRATEST-BEFRAGUNG10. Mrz. 2015

Junge Deutsche wollen Versicherung à la Facebook: mit skype, chat und bitte verständlich

Kasia Bialasiewicz/bigstock.com
Kasia Bialasiewicz/bigstock.com

 

Community Life
Community Life

Einkaufen mit wenigen Klicks, Daten selbst verwalten und Produkte bewerten: Was Verbraucher seit Jahren von großen Online-Anbietern kennen, erwarten sie zunehmend auch in traditionellen Branchen, zum Beispiel von Versicherern. Von den jungen Deutschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren möchten 40 Prozent am liebsten eine Versicherung, die so ist wie Facebook, Apple oder Amazon. Die Generation über 60 Jahre empfiehlt den Versicherungsunternehmen dagegen vor allem Aldi als Vorbild. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen TNS-Infratest-Befragung im Auftrag des FinTech-Startups Community Life.

Versicherer sind gefordert, sich an digitalen Anbietern wie Amazon und Facebook zu orientieren. Wenn sie die jungen und internetaffinen Verbraucher erreichen wollen, müssen sie ihr komplettes Geschäft ins Internet verlagern – sage die TNS-Infratest-Studie. 60 Prozent der Bundesbürger wünschen sich von ihrem Versicherer einen Online-Auftritt, über den sie sämtliche Angelegenheiten schnell und direkt erledigen können.

Community Life
Community Life

Google, Facebook, Amazon und Co. haben die Ansprüche der Menschen verändert. Gerade die Jüngeren wollen sich zunehmend selber informieren und die Möglichkeiten des Netzes voll ausschöpfen – auch wenn es um das Thema Versicherung geht.“

Dr. Claudia Lang, Mitgründerin des Online-Startups Community Life

 

 

Es muss so einfach wie bei Amazon sein

Community Life
Community Life

Dabei reicht es nicht, Produktinformationen, Beitragsrechner und Formulare sowie Kontaktadressen ins Netz zu stellen. Die Mehrheit erwartet vollfunktionsfähige Internetfilialen. „Eine Änderung meiner Daten bei einer Versicherung muss so einfach sein, wie eine Änderung meiner Daten bei Amazon“, sagen 63 Prozent der Befragten. Mehr als zwei Drittel fordern, dass Fragen an Versicherer mit wenigen Klicks im Netz beantwortet sind. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher möchte zudem mit einem persönlichen Ansprechpartner skypen oder chatten. Und 60 Prozent möchten den Versicherer jederzeit per Computer, Smartphone und Tablet erreichen können. „Vom ersten Werbekontakt über die Risikoprüfung und den Vertragsabschluss bis zum schnellen Austausch mit einem Mitarbeiter und anderen Kunden muss heute alles online möglich sein“, verdeutlicht Lang.

Community Life
Community Life ist ein Startup, das Versicherung einfach machen möchte. „Fair, transparent und social“ sei das Prinzip. Das Portal ist seit Februar 2015 unter www.communitylife.de erreichbar. Herzstück ist eine Online-Community, in der Verbraucher sich über Lebensversicherungen informieren und gegenseitig austauschen können. Community Life ist als Versicherungsvermittler registriert. Gründer sind Dr. Claudia Lang und Stefan Keck. Das Team hat derzeit zehn Mitarbeiter.

Verständlichkeit ist Trumpf

Noch ist der durchgängige Kaufprozess allerdings eine Seltenheit in der Branche. Gleichzeitig hapert es an Transparenz. Für 88 Prozent der Deutschen müssen sich Versicherer deutlich mehr anstrengen, um ihre Kunden einfach und verständlich über Versicherungen zu informieren. Die 14- bis 35-Jährigen sind die kritischste Gruppe: 95 Prozent erwarten Auskünfte, die sie schnell verstehen. Knapp drei Viertel der Jüngeren schließen Versicherungen im Internet nur ab, wenn sie sich ausreichend informiert fühlen. „Menschen wollen genau nachvollziehen, was sie für ihr Geld bekommen. An dieser Forderung kommt die Versicherungsbranche nicht mehr vorbei“, sagt Claudia Lang von Community Life.

TNS-Infratest befragte im Auftrag von Community Life in einer repräsentativen Umfrage 1.000 Menschen ab 14 Jahre zu ihren Erwartungen in puncto Versicherung und Internet. TNS Infratest führte die bundesweite Befragung in Telefoninterviews nach der Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durch.

Eine Veröffentlichung der gesammelten Ergebnisse möchte Community Life erst ermöglichen, wenn die Presseverwertung abgeschlossen sei.aj

Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
http://www.it-finanzmagazin.de/?p=11341
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Stimmen, Durchschnitt: 3,60 von maximal 5)
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Innovative-geschaeftsmodelle-die-bank-320
Factbook: Innovative Geschäftsmodelle im Banking

Noch rechtzeitig als Lektüre "Zwischen den Jahren": Das Factbook 2015 "Innovative Geschäftsmodelle im Banking" enthält eine umfangreiche Sammlung der aktuellen Digitalisierungs-Trends in der Finanzbranche....

Schließen