STUDIEN & UMFRAGEN18. November 2021

Quantencomputing: Profitieren wollen alle – selber forschen aber nicht

Die Sopra Steria Studie Potenzialanalyse Quantencomputing hat gezeigt: Rund die Hälfte der Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen in Deutschland haben ein Auge auf den Markt für Quantencomputing geworfen. Strategien zur Nutzung der Technologie sind aber selten. Und daran soll sich in den kommenden drei Jahren wohl auch nicht viel ändern.

Quantencomputing
Sopra Steria
Trotz des niedrigen Engagements sind die Erwartungen hoch: 57 % gehen davon aus, dass Quantencomputing ihnen beispielsweise völlig neue Geschäftsmodelle eröffnen sowie Wirtschaft und Gesellschaft auf lange Sicht stark verändern wird. Aber nur eine Minderheit plant eigene Forschung, richtet interne Arbeitsgruppen ein oder sucht passende Fachkräfte.

Konkrete Vorbereitungen für die Zeit des Quantencomputing würden sich schwierig gestalten. Es fehle das Know-how: In zwei von drei Unternehmen und Behörden sind bislang nur geringe oder gar keine Kenntnisse zum Thema vorhanden. Die verarbeitende Industrie ist Vorreiter, so die Studie. Ein Viertel der Befragten aus Industrieunternehmen schätzt den Kenntnisstand als hoch oder sehr hoch ein. Zum Vergleich:

Bei Banken und Versicherern sind es 16 %, in der öffentlichen Verwaltung nur traurige fünf  Prozent.”

Praktische Fantasie muss noch reifen

Im Juni 2021 hat IBM den ersten universellen Quantencomputer in Deutschland eingeweiht. Quantum System One ist der bisher leistungsstärkste Quantencomputer in Europa. Quantentechnologie gilt als wichtige Zukunftstechnologie und soll dabei helfen, komplexe Probleme zu lösen.

Quantencomputing
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Noch ist Quantencomputing vor allem ein Thema der IT und für die Forschungsabteilungen. Praktische Anwendungen einzelner Fachabteilungen seien selten. 59 % der Banken und Versicherer sehen beispielsweise potenzielle Einsatzgebiete im Controlling und für die Optimierung von Finanzströmen. 26 % der Industrieunternehmen können sich Verbesserungen der Logistikprozesse vorstellen.

Sopra Steria

Es klafft noch eine gewaltige Lücke zwischen der Rolle, die Quantentechnologie künftig spielen wird, der Erwartungshaltung der Unternehmen und ihren eigenen Vorbereitungen. Quantentechnologie ist eine Zukunftstechnologie, und zwar eine, auf die sich die Verantwortlichen in den Chefetagen strategisch vorbereiten sollten.“

Matthias Frerichs, Leiter der Unit Digital Banking bei Sopra Steria

Tatsächlich berücksichtigen derzeit allerdings gerade einmal 17 % der befragten Unternehmen und Verwaltungen Quantencomputing in ihrem Strategieplan.

Vollkommene Untätigkeit herrsche dann aber doch nicht: 23 % der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren strategische Kooperationen eingehen werde, um „das Potenzial von Quantencomputing zu erschließen“ – Was auch immer das heißen mag. Jedes dritte Unternehmen wünscht sich noch mehr Kooperationsangebote von wissenschaftlichen Instituten sowie branchenspezifische Information und Beratung auf dem Gebiet.

Zur Methodik der Studie

Für die „Potenzialanalyse Quantencomputing“ hat das F.A.Z.-Institut im September 2021 im Auftrag von Sopra Steria 158 Entscheiderinnen und Entscheider online befragt. Der Großteil der Befragten arbeitet in den Branchenclustern Finanzdienstleistungen, verarbeitendes Gewerbe sowie öffentliche Verwaltung & Versorgungsunternehmen. Die Teilnehmenden der Umfrage gaben Auskunft zu ihren Vorbereitungen für die Nutzung von Quantencomputing und ihrer Erwartungshaltung im Hinblick auf diese Technologie.

Die Studie können sie hier kostenlos herunterladen.ft

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