MOBILE BANKING STRATEGIE15. Mai 2015

Mobile Wallets, Wearable & Mobile Banking: Die drei entscheidendsten Trends

hadrian/bigstock.com
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Im Jahr 2017 werden über eine Milliarde Menschen ihre Finanzgeschäfte über Mobile Banking erledigen. Banken sind gefordert, ihre Customer-Experience-Modelle immer stärker an mobile Endgeräte anzupassen. Der Fokus sollte dabei auf der Strategie „mobile-first“, wenn nicht sogar auf dem radikaleren „mobile-only“ liegen. 

von Ralf Reich, Associate Vice President & Geo Head der DACH-Region und Avishek Mukhopadhyay, Principal Consultant bei Mindtree Europe

Spätestens mit der Apple Watch und der neuen Samsung Smart Watch ist klar sein: Mobile Banking ist nicht mehr aufzuhalten. Um sich dabei klar von den Wettbewerbern abzugrenzen, sind vor allem drei kritische Bereiche zu beachten: Die verstärkte Nutzung von Wearables, die Ausweitung der Mobile Wallets und Funktionalitäten des Mobile Bankings, die über simple Transaktionen hinausgehen.
Autor Ralf Reich

 

Ralf Reich ist Associate Vice President & Geo Head der DACH-Regionen bei Mindtree in Köln. Er ist verantwortlich für die Präsenz von Mindtree in Schlüsselmärkten innerhalb der Bereiche Bankwesen, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Handel, Produktion, Reise und Transport. Reich verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich IT-Service mit Erfolgen in der Etablierung neuer Kunden und dem Aufbau von Beziehungen über verschiedene Industrien und Länder hinweg.

 

Wearable Banking

Der Einsatz von Wearables für Finanzgeschäfte ist einer der neusten Trends im Bankensektor. Während manche Leute Wearables als bloße Modeerscheinung empfinden, sehen andere in ihnen die technologische Zukunft. Mit Investitionen in Wearable-Technologien können Banken auf lange Sicht Marketingkosten senken, das Kundenerlebnis verbessern, an Bekanntheit gewinnen und nicht zuletzt die Beziehung zu den eigenen Kunden stärken. Bisher verfügen Bank-Apps über eher rudimentäre Funktionen, wie das Überprüfen des Kontostandes, Bezahlbestätigungen oder -Terminerinnerungen. Das Potenzial für moderne Nutzerinteraktion geht jedoch weit über diese einfachen Funktionen hinaus. Einige mögliche Beispiele sind sprachgesteuerte Überweisungen oder – noch einen Schritt weiter in die Zukunft gedacht – das Festlegen eines Kreditrahmens anhand von Vitalfunktionen, die von der Smartwatch erfasst wurden.

Obwohl es für Banken immer wichtiger wird, relevant und innovativ zu bleiben, dürfen sie dabei nicht vergessen, dass ihre Kunden auch weiterhin auf traditionelle Angebote wie Kreditaufnahmen und risikoarme Geldanlagen angewiesen sind. Genau deswegen gilt es, den schmalen Grat zwischen klassischen und modernen Geschäftsmodellen zu finden, um das Vertrauen und die Loyalität der Kunden zu sichern.

Mobile Wallets können mehr als nur bezahlen

Der nächste Schritt in Richtung Mobile Banking ist die Integration von Wearables mit mobilen Bezahlsystemen. Durch diese Verbindung kann das Wearable in weitere Dienste eingebunden werden und beispielsweise als Hotelschlüssel, Vielfliegerkarte oder Ausweisdokument verwendet werden.
Damit würden auch weitere Bezahlmethoden möglich, beispielsweise über Geschenkkarten. Außerdem würde die Einbindung sozialer Netzwerke in diese Dienste den Ablauf des Teilens, Schenkens und Leihens zwischen den Usern reibungsloser gestalten.

In der schnelllebigen und von Technologie getriebenen Gesellschaft erwarten Kunden, dass Dinge sofort verfügbar sind, während Warten schlicht als inakzeptabel gilt. Der Wettbewerb um den Mobile Wallet Sektor steht gerade erst in den Startlöchern. Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen Banken bereits jetzt diese Strategie in ihr Kundenerlebnis integrieren – denn schnellere und sicherere Bezahlmethoden bedeuten glücklichere Kunden.

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In Zukunft wird sich nicht nur Geld senden lassen, sondern Banken werden über Apps mit Kunden kommunizieren.Cringle/DKB

Modernes Mobile Banking

Mobile Banking wächst und entwickelt sich rasant weiter. Um in diesem Umfeld die Loyalität und Zufriedenheit ihrer Kunden zu erhalten, müssen Banken dem Kunden modernen Service über die reine Transaktion hinaus bieten. Dazu gehören zum Beispiel Personalisierung, fortschrittliche Visualisierungs- und integrierte Social-Media-Funktionen sowie das Angebot von Drittangeboten durch den Aufbau API-basierter Ökosysteme. Einige Banken nutzen bereits heute Funktionen wie Remote Check Deposits, bei denen detaillierte Nutzerdaten mobil durch peer-to-peer Übermittlung und persönliches Finanzmanagement in Banking-Apps erfasst werden können. Kommunikationsplattformen wie Skype und FaceTime bieten dem Kundenservice und der Beratung zusätzlich die Möglichkeit, den ganzen Tag über in persönlichen Kontakt mit dem Kunden zu treten.

Die neuen Mitbewerber heißen Amazon, Facebook und Uber

Wir werden in Zukunft Banken sehen, die Social Media nutzen, um die alten Herausforderungen des traditionellen Bankings zu bewältigen und das Kundenvertrauen in Online Communities zu pflegen. Die Banken werden sich schnell damit arrangieren müssen, dass ihre künftigen Wettbewerber nicht nur andere Banken oder Finanzinstitute sein werden, sondern auch die Nachfolger heutiger Online-Giganten wie Amazon, Facebook und Uber.

Ob sie wollen oder nicht, Banken müssen damit anfangen, einen Großteil ihrer Investitionen im IT-Bereich in digitale Initiativen zu stecken. Im durch Technologie getriebenen Wettbewerb wird sich der Bankensektor grundsätzlich verändern. Bereits in den nächsten Jahren werden die Banken einen großen Umbruch erleben – zum einen durch das veränderte Nutzerverhalten der Digital Natives, zum anderen durch den verschärften Wettbewerb. Anzunehmen, dass andere Banken die einzigen Konkurrenten auf dem Spielfeld seien, ist zu kurzsichtig und fatal für eine moderne Bank.aj

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