ANWENDUNG21. Januar 2026

Agentic AI: Nur rund 12 % der BFSI-Firmen nutzt sie produktiv

Eine Person in einem modernen Büro präsentiert einen virtuellen Assistenten auf einem Bildschirm. Neben ihr sind Datenanalysen und Risikobewertungen auf einem weiteren Bildschirm sichtbar. Die Darstellung verdeutlicht die Anwendung von Agentic AI im BFSI-Sektor.
KI, DALL-E

Die Studie „2026 State of Agentic Orchestration and Automation Report“ von Camunda, einem Anbieter von Lösungen zur agentenbasierten Automatisierung, zeigt: Agentic AI wird von BFSI-Unternehmen nur wenig produktiv genutzt. Rund 73 Prozent der Befragten räumen eine Lücke zwischen der Vision und der Realität beim Einsatz von KI-Agenten ein.

Obwohl laut der Studie 71 Prozent der Unternehmen angeben, KI-Agenten zu nutzen, hätten im letzten Jahr nur 11 Prozent dieser Anwendungsfälle die Produktionsreife erreicht. Zudem befürchten 50 Prozent der Befragten die Verschärfung von Problemen bei schlecht implementierten Prozessen und Automatisierungen durch unkontrollierte KI-Agenten.

Für die Studie befragte Camunda laut eigenen Angaben 1.150 leitende Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich. Dem Bericht zufolge experimentieren zwar viele Firmen mit KI-Agenten oder planen deren Einsatz. Ein wesentliches Hindernis für eine breitere Einführung bleibe aber fehlendes Vertrauen:

  • 84 Prozent befürchten geschäftliche Risiken in laufenden Prozessen, wenn der IT entsprechende Kontrollmechanismen fehlen.
  • 80 Prozent sind besorgt über mangelnde Transparenz hinsichtlich der KI-Nutzung.
  • 66 Prozent nennen Compliance-Bedenken im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI-Agenten.
Camunda
Camunda

Fehlendes Vertrauen in Agentic AI ist die größte Hürde für ihren Einsatz

Wie Camunda mitteilt, führten die Bedenken der BFSI-Unternehmen zu gegensätzlichen Mustern bei der Einführung: Demnach gegen 80 Prozent an, beim Großteil der eingesetzten KI-Agenten würde es sich um Chatbots oder um Assistenten handeln. Diese würden lediglich Zusammenfassungen erstellen oder Fragen beantworten, könnten aber keine geschäftskritischen Fälle bearbeiten. Weitere 48 Prozent sagen, dass ihre KI-Agenten in Silos operieren und nicht “end-to-end” in durchgängige Geschäftsprozesse eingebunden seien.

Das Nutzenversprechen von KI-Agenten ist unbestritten, aber für die Akzeptanz bleibt Vertrauen die größte Hürde. Viele Unternehmen gehen das Thema vorsichtig an, kommen dabei aber nicht über Pilotprojekte oder isolierte Anwendungsfälle hinaus. Ohne klare Leitplanken und Transparenz bleiben Agenten eine Randerscheinung im Unternehmen.”

Kurt Petersen, Senior Vice President Customer Success bei Camunda

Sobald allerdings eine Vertrauensbasis bestehe, könnten KI-Agenten zu starken Multiplikatoren innerhalb gesteuerter Prozesse werden. Dann blieben sie nicht mehr nur isolierte Co-Piloten oder Chatbots, betont Petersen.

Camunda

Der Report hebt weiter hervor: 95 Prozent der Unternehmen hätten im vergangenen Jahr durch Prozessautomatisierung ein gesteigertes Geschäftswachstum verzeichnet (87 Prozent im Vorjahr). Im Durchschnitt hätten Unternehmen 48 Prozent ihrer Prozesse automatisiert. Sie gingen davon aus, dass dieser Wert in Zukunft auf 64 Prozent steigen könnte. Knapp 79 Prozent planen, ihre Ausgaben für Automatisierung zu erhöhen, wobei die Budgets in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich um durchschnittlich 20 Prozent steigen würden.

Einzelne Agenten sind nicht der Schlüssel, um die Lücke zwischen KI-Vision und Realität zu schließen, sondern die agentenbasierte Orchestrierung. Deterministische Orchestrierung hat schon immer klare Leitplanken etabliert. Dynamische Orchestrierung ermöglicht das logische Denken in End-to-End Prozesssen über KI-Agenten, Menschen und Systeme hinweg.”

Kurt Petersen, Senior Vice President Customer Success bei Camunda

Camunda

Der „2026 State of Agentic Orchestration and Automation Report“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.dw

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