ANWENDUNG19. März 2026

„Appia“: Eurosystem stellt Roadmap für tokenisiertes Finanz-Ökosystem vor

Drei EU-Flaggen wehen vor einem modernen Gebäude, das Teil des Eurosystems ist. Der klare Himmel und die reflektierenden Glasflächen des Gebäudes unterstreichen die technologische Ausrichtung des neuen tokenisierten Finanz-Ökosystems „Appia“.
EZB

Das Eurosystem hat die Roadmap für „Appia“ veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine strategische Initiative zur Gestaltung eines tokenisierten Finanz-Ökosystems in Europa. Wie es heißt, plane das Eurosystem seine Vision für dieses Ökosystem 2028 zu veröffentlichen.

Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in einer Pressemitteilung betont, spiele Zentralbankgeld bei „Appia“ weiterhin eine zentrale Rolle. Ziel sei es, das Eurosystem sowie Akteure aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammenzubringen. Es gehe um den Aufbau integrierter und widerstandsfähiger tokenisierter Finanzmärkte in Europa.

Die Grundlage von „Appia“ bilde die Erprobungsphase des Eurosystems zu neuen Technologien für die Abwicklung von Finanzmarkttransaktionen in Zentralbankgeld im Jahr 2024. „Appia“ sei ein wichtiger Schritt, um gewonnene Erkenntnisse in eine konkrete langfristige Strategie zu überführen, betont die EZB.

Zwei Initiativen als Basis zur Bereitstellung von tokenisiertem Zentralbankgeld

Die Strategie des Eurosystems zur Bereitstellung von tokenisiertem Zentralbankgeld für Finanzmarkttransaktionen beruhe auf zwei einander ergänzenden Initiativen: „Pontes“ und „Appia“. „Pontes“ sei die Distributed-Ledger-Technologie-Lösung (DLT) des Eurosystems. Sie werde im dritten Quartal 2026 eingeführt, um die Abwicklung DLT-basierter Transaktionen in Zentralbankgeld zu ermöglichen. „Appia“ sei breiter gefasst und längerfristig ausgerichtet.

In enger Zusammenarbeit mit dem Markt werde hier untersucht, wie ein auf Tokenisierung und DLT basierendes Finanz-Ökosystem gestaltet werden könne. Das Eurosystem plane, seine Vision für dieses Ökosystem 2028 zu veröffentlichen. Die im Rahmen von „Appia“ gewonnenen Erkenntnisse dienten als Orientierung für den Markt und würden zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des „Pontes“-Angebots beitragen.

Die EZB nennt die Ziele der Initiative:

  • Förderung eines stärker integrierten, wettbewerbsfähigeren und innovativeren europäischen Ökosystems für den Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung.
  • Stärkung der strategischen Autonomie und Widerstandsfähigkeit Europas.
  • Gewährleistung der Bedeutung des Euro als internationale Währung auch in Zukunft.

Dies werde in enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern, öffentlichen Stellen und der Wissenschaft geschehen, so die EZB.

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums
EZB

Mit Appia bereiten wir den Weg vom heutigen Finanzsystem zu den tokenisierten Märkten von morgen, deren Fundament Zentralbankgeld bildet.“

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums

„Appia“ werde verschiedene DLT-Netzwerkkonfigurationen untersuchen, die als Basisinfrastruktur für Finanzmarkt-Dienstleistungen dienen könnten. Eine gemeinsame Infrastruktur auf der Grundlage einheitlicher Standards könnte laut EZB (Website) dazu beitragen, die Fragmentierung und die Markteintrittsbarrieren zu verringern sowie den Wettbewerb und die Innovationen an den europäischen Finanzmärkten zu fördern.dw

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert