Social-Media-Studie 2026: Digitale Sichtbarkeit – Bankvorstände legen auf LinkedIn deutlich zu
von Jonas F. Sowa, digital8.ai

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Die Ergebnisse im Überblick
- Christian Sewing bleibt mit 104.445 Followern die klare Nummer 1 unter den Bankvorständen auf LinkedIn
- 127 von 140 Vorständinnen und Vorständen (90,7 Prozent) sind auf LinkedIn vertreten
- Der Mittelwert der Followerzahl liegt bei 5.207 und damit erneut über dem Vorjahreswert
- 103 von 140 Vorständinnen und Vorständen (73,6 Prozent) haben 2025 mindestens einmal gepostet
- Nur 13 von 140 Vorständinnen und Vorständen sind ohne Account
- Das durchschnittliche Followerwachstum in 2025 betrug 35,9 Prozent
- Vorstandsteam-Champion ist die Deutsche Bank mit durchschnittlich 18.817 Followern pro Vorstandsmitglied und 100 Prozent Accountquote
- Weitere Top-Teams sind die KfW mit durchschnittlich 7.837 Followern und die Commerzbank mit 7.728
- Die DZ Bank hat im Teamvergleich am deutlichsten aufgeholt und sich von Platz 25 auf Platz 4 verbessert
- Im Schnitt wurden 12,5 Posts pro Vorstand veröffentlicht, bei einer durchschnittlichen Engagement-Rate von 5,24 Prozent
- Weibliche Vorstände wachsen schneller als ihre männlichen Kollegen und posten im Durchschnitt auch häufiger
Auffällig ist vor allem, dass sich der Markt nicht nur in der Spitze bewegt. Während Christian Sewing mit großem Abstand vorne bleibt, wird die Breite des Feldes dynamischer. Die Deutsche Bank führt das Team-Ranking klar an, die KfW und die Commerzbank folgen auf den nächsten Plätzen. Besonders bemerkenswert ist der Sprung der DZ Bank, die sich im Jahresvergleich massiv verbessert und inzwischen zu den sichtbarsten Vorstandsteams zählt. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch: Trotz der Fortschritte bleibt Luft nach oben, denn nach wie vor veröffentlicht rund ein Drittel der Profile keinen oder nur einen Beitrag pro Jahr.
Besonders spannend ist der Blick auf die Entwicklung weiblicher Vorstände. Sie wachsen bei den Followerzahlen im Schnitt mit 42,2 Prozent stärker als ihre männlichen Kollegen mit 33,2 Prozent und posten mit durchschnittlich 15,2 Beiträgen pro Jahr auch häufiger als Männer mit 11,4 Beiträgen.

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LinkedIn ist im Top-Management längst kein Randthema mehr. Dass weibliche Vorstände aktuell deutlich schneller wachsen und zugleich aktiver kommunizieren, zeigt sehr klar: Digitale Sichtbarkeit wird strategischer – und diejenigen gewinnen, die Kommunikation nicht als Pflichtübung, sondern als Führungsaufgabe verstehen.“
Jonas F. Sowa, Gründer von digital8.ai
Spannend ist zudem der Blick auf die relative Stärke der Accounts. Im absoluten Follower-Ranking bleibt Christian Sewing unangefochten vorne. Im Verhältnis zur eigenen Unternehmensgröße ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Bei der sogenannten Follower-Employee-Ratio führt Nikola Steinbock von der Rentenbank mit 1.154,3 Prozent, gefolgt von Nancy Plaßmann von der Berliner Sparkasse mit 768,8 Prozent. Christian Sewing liegt hier bei 129,5 Prozent. Die Kennzahl macht sichtbar, wie stark persönliche Reichweite über das eigene Haus hinaus entstehen kann – und wo in Banken noch internes Aktivierungspotenzial schlummert.

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Auch bei der Aktivität zeigt sich ein interessantes Muster: Es wird deutlich mehr gepostet, doch Reichweite wächst schneller als Interaktion. Die durchschnittliche Engagement-Rate der Top-10-Accounts fällt von 4,25 Prozent im Vorjahr auf 2,7 Prozent in 2025. Das ist keine Schwäche, sondern eine typische Entwicklung in reifenden Social-Media-Umfeldern: Wenn die Followerbasis deutlich wächst, skaliert Engagement nicht automatisch im gleichen Verhältnis mit. Der meistgelikte Post des Jahres stammt von Christian Sewing und erzielte 2.965 Likes, 36 Kommentare und 29 Reposts.
Dass persönliche Sichtbarkeit im Vorstand längst kein Nebenschauplatz mehr ist, zeigt auch der strategische Teil der Studie. LinkedIn ist für Bankvorstände heute weit mehr als ein zusätzlicher Kommunikationskanal. Es geht um Positionierung, Vertrauensaufbau und die Fähigkeit, komplexe Themen wie Transformation, Regulierung, Risiko, Nachhaltigkeit oder KI verständlich und glaubwürdig einzuordnen.
Gerade im KI-Zeitalter wird digitale Sichtbarkeit zum Führungstest: für technisches Verständnis, kommunikative Klarheit und den Aufbau von Vertrauen.“
P. Felix Eiken, Business Development, Analyse & Research digital8.ai
Da sein, wo Entscheidungen entstehen – im digitalen Dialog mit Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden, Investorinnen und Investoren sowie der breiten Öffentlichkeit: Genau darin liegt laut Studie die nächste Entwicklungsstufe. Die meisten Vorstände sind inzwischen auf LinkedIn präsent, doch die echte Chance liegt nun in klaren Themenfeldern, verlässlicher Taktung, sichtbarer Haltung und echtem Dialog. Entscheidend ist dabei nicht, einfach mehr zu posten, sondern öffentlich besser zu führen – nachvollziehbar, nahbar und vertrauensbildend.
Der Befund fällt deshalb eindeutig aus: Social-Media-Kompetenz wird 2026 für Vorstände kein optionales Zusatzthema mehr sein, sondern ein Führungs- und Risikothema. Wer digitale Sichtbarkeit strategisch aufbaut, gewinnt Vertrauen, Relevanz und Reichweite. Wer sich dem entzieht, überlässt das Narrativ anderen.
Die Studie „Zukunft gestalten – Update 2025/2026: Social Media-Analyse der Bankvorstände der 25 größten deutschen Banken.“ kann hier per E-Mail angefragt werden.Jonas F. Sowa, digital8.ai
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