LBBW: Milliardengewinne und KI statt Mitarbeiter

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Die LBBW wolle das Kapitalmarktgeschäft mit institutionellen Kunden ausbauen und das relative Engagement im Automobilsektor nicht weiter reduzieren, heißt es in der Mitteilung. Im vergangenen Jahr hatte die LBBW 1,3 Milliarden Euro verdient und damit das zweitbeste Ergebnis in ihrer Geschichte eingefahren.
Ihren Optimismus begründet Münz mit der Integration der Berlin Hyp und dem Ausbau des Unternehmenskunden- und des Kapitalmarktgeschäfts. Auch habe die Bank das Wealth Management und das Private Banking besser aufgestellt, was den Provisionsüberschuss beflügeln dürfe.
Im Kapitalmarktgeschäft setze die LBBW zunehmend auch auf institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Krankenkassen, Banken und Versicherungen. Diese stehen laut Münz inzwischen hinter etwa einem Drittel des Kapitalmarktgeschäfts. Der Rest entfalle auf die Sparkassen.

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Wir gehen davon aus, dass wir jetzt dauerhaft einen Jahresgewinn vor Steuern von mindestens 1 Milliarde Euro erreichen.“
Stefanie Münz, Mitglied des Vorstands bei der LBBW
Sie rechne damit, dass der Anteil institutioneller Investoren weiter steigen werde. Im Kapitalmarktgeschäft gehe es unter anderem um die Strukturierung von Anleihen und die Absicherung gegen Währungsrisiken.
Abhängigkeit vom Automobilsektor reduziert
Die relative Abhängigkeit vom Autosektor, der unter anderem wegen des Trends zur Elektromobilität unter Druck geraten ist, habe die LBBW in den zurückliegenden Jahren deutlich reduziert. Im Unternehmenskredit-Portfolio sei der Anteil der Autobranche am Netto-Exposure im vergangenen Geschäftsjahr auf unter 10 Prozent gesunken, verglichen mit 17 Prozent im Jahr 2018.
Eine weitere Reduzierung sieht Münz nicht, heißt es in der Pressemitteilung. Die geringere Konzentration im Automobilbereich habe die LBBW auch dadurch erreicht, dass sie sich in den vergangenen Jahren geografisch breiter aufgestellt und mehr Kredite außerhalb des Automobillandes Baden-Württemberg vergeben habe.
Künftige Investitionen der Landesbank sieht Münz unter anderem im Bereich IT-Infrastruktur, etwa mit Blick auf Cyber Security und künstliche Intelligenz. Das jährliche Budget für diese Investitionen, die Umsetzung regulatorischer Anforderungen und andere fachliche Anwendungen beziffert Münz auf rund 200 Millionen Euro.
Die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter in bestimmten Bereichen rücke indes vorerst etwas in den Hintergrund.
KI soll Lücke scheidender Mitarbeiter schließen
Mit den erfolgten Investitionen in den Bereichen Unternehmenskunden, Wealth Management und Kapitalmarkt „hat die LBBW auch die Mitarbeiterkapazitäten ausgebaut“, wird Münz zitiert. Künftig dürfe die Personalentwicklung flacher verlaufen, weil die LBBW die Investitionsphase abgeschlossen habe und nun die Renditen ernten wolle.
Die LBBW werde in einigen Bereichen in den kommenden Jahren bis zu 30 Prozent ihrer Mitarbeiter verlieren, die dann in Rente gehen. Bei der Schließung der Lücke wolle die Landesbank auch auf künstliche Intelligenz setzen.
Stefanie Münz geht davon aus, die Stellen etwa nur zur Hälfte nachbesetzen zu müssen. Dies gelte beispielsweise für die Bereiche Risikoüberwachung oder auch Operations, in denen die LBBW durch den Einsatz von KI effizienter arbeiten könne. „KI ist ein Gamechanger und gekommen, um zu bleiben. Es ist ähnlich wie einst beim Smartphone, ohne das es heute auch nichts mehr geht“, betont Münz.
KI führt nicht zum Jobabbau im großen Stil
KI werde der Bank standardisierte analytische Aufgaben abnehmen, doch sie könne die Einwertung durch Menschen nicht komplett ersetzen, meint die Vorständin. Sie glaube nicht, dass KI im großen Stil zum Abbau von Jobs führen werde. Vielmehr finde eine Verlagerung von Tätigkeiten statt.
So benötige die LBBW (Website) mehr Steuerungskapazitäten und Mitarbeiter, die die Bank in einem immer komplexeren Umfeld weiterentwickelten. Hier solle KI Basisarbeiten, Vorbereitungen und Analysen abnehmen.Bloomberg
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