STUDIEN & UMFRAGEN7. Mai 2026

EHI: Boom für Mobile Payment – NFC-Öffnung zwingt Banken zur Wallet-Integration

Im vergangenen Jahr kamen Kartenzahlungen im Einzelhandel auf einen Umsatzanteil von 65,1 Prozent. Dies sind 1,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der Umsatzanteil von Bargeld ist von 33,8 Prozent auf 32,3 Prozent gesunken. Dies geht aus der aktuellen Studie des EHI über „Zahlungssysteme im Einzelhandel“ hervor, die auf dem EHI Payment Kongress in Bonn (Website) präsentiert wurde.

Die Grafik veranschaulicht die Umsatzanteile der Zahlungsarten im stationären deutschen Einzelhandel für 2025. Die girocard bleibt mit 40,5 Prozent Marktführer, während Kartenzahlungen insgesamt 65,1 Prozent ausmachen. EHI ist als Quelle angegeben.
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Bei den Kartenzahlungen hat die girocard zwar einen Prozentpunkt verloren, bleibt aber mit einem Umsatzanteil von 40,5 Prozent weiterhin Marktführer im stationären Einzelhandel. Die internationalen Debitkarten (Visa Debit, Debit Mastercard) verzeichnen – wie im Vorjahr – ein signifikant starkes Wachstum um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent. Bei Kreditkarten ist der Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent gesunken. Das SEPA-Lastschriftverfahren konnte seine Position mit 6,4 Prozent Umsatzanteil behaupten (2024: 6,2%).

Beim Blick auf die Transaktionsanteile liegt Bargeld mit 50,5 Prozent noch leicht vorne gegenüber der Karte mit 48,1 Prozent. Der Abstand schrumpft allerdings immer weiter und das EHI erwartet, dass Karten in diesem Jahr Bargeld auch bei den Transaktionsanteilen überholen werden.

19,3 Prozent der unbaren Zahlungen wurden im vergangenen Jahr an der Ladentheke mobil bezahlt (2024: 12,8 Prozent). Während die Sparkassenorganisation bereits seit einigen Jahren sowohl Kreditkarten als auch die girocard in der iPhone-Wallet anbietet, sind im vergangenen Jahr über eigene Apps auch die Genossenschaftsbanken und Paypal gefolgt. Dieser weitere Schub für das mobile Bezahlen wurde unter anderem durch die Teilöffnung der zuvor geschützten Kontaktlos-Schnittstelle des iPhones ermöglicht.

Horst Rüter, EHI Payment-Experte und Studienautor
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Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil.“

Horst Rüter, EHI Payment-Experte und Studienautor

Wohlwollen für Wero – EHI-Diskussionsrunde

In einer mit Laura Treude (Director of Group Payment bei Douglas), Stephan Miller (Bereichsleiter Treasury bei Rossmann), Marc Siemer (Teamleiter Cash Management bei Deichmann), Alexander Vaasen (Manager National Finance & Administration bei Aldi Süd) und Oliver Luecke (Category Manager Payments Finance Procurement bei BP Europe/Aral) hochkarätig besetzten Diskussionsrunde darüber „Was Händler wirklich brauchen“, ging es unter anderem auch um die Perspektiven für das von der European Payments Initiative (EPI) entwickelte Zahlungsverfahren Wero.

Dabei wurde deutlich, dass die Händler das Verfahren grundsätzlich sehr interessiert und wohlwollend beobachten. Die konkrete Umsetzung sowohl im E-Commerce als auch am POS ist allerdings von den vorhandenen IT-Ressourcen abhängig und lässt sich auch nicht per Knopfdruck realisieren. So steht beispielsweise bei Rossmann jetzt zunächst der Start der eigenen Online-Apotheke an erster Stelle der Prioritätenliste. Die Einführung von Wero folgt erst anschließend und wird auch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Daher wurde die Äußerung von EPI-CEO Martina Weimert im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, ihr Vertrauen in die Planungen von Händlern und Dienstleistern sei teilweise ein Fehler gewesen, als „wenig hilfreich“ eingeordnet.

Laura Treude äußerte außerdem die Hoffnung, bei Wero so etwas wie bei paydirekt nicht noch einmal erleben zu müssen.fb

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