ANWENDUNG26. Juni 2026

Retail Investment Strategy: Nur jedes fünfte Institut hat ein RIS-Umsetzungsprojekt gestartet

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ChatGPT

Die RIS wird weitreichende Änderungen in der Wertpapier-Compliance mit sich bringen. Dennoch beschäftigt sich derzeit erst die Hälfte der Institute aktiv mit den neuen Anlegerschutzregeln, nur jedes Fünfte hat ein Umsetzungsprojekt begonnen. Gleichzeitig erwarten neben den höheren Kosten nahezu zwei Drittel der Befragten auch einen hohen Anpassungsaufwand. Diese Zahlen gehen aus einer exklusiven Marktstudie zum Umsetzungsstand der neuen Vorgaben hervor, welche das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag der PPI durchgeführt hat.

Als Hauptgrund für die zögerliche Haltung nennen 71 Prozent der befragten Institute die weiterhin bestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der regulatorischen Anforderungen. Zum Zeitpunkt der Befragung lagen die finalen Rechtstexte der RIS noch nicht vor. Die Studie zeigt zudem eine ausgeprägte Skepsis gegenüber möglichen geschäftlichen Chancen durch die neue Regulierung. Nur 16 Prozent der Befragten erwarten Wettbewerbsvorteile oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Mehr als zwei Drittel gehen davon aus, dass die Auswirkungen der RIS auf das Privatkundengeschäft gering oder sehr gering ausfallen werden.

Hoher Anpassungsaufwand bei Vergütung und Geeignetheitsprüfung erwartet

Die Retail Investment Strategy (RIS): Politisch moderat, operativ anspruchsvoll - wie gut sind Banken darauf vorbereitet?
PPI

Neben steigenden Kosten rechnen die Institute vor allem mit einem erheblichen Umsetzungsaufwand. Knapp zwei Drittel der Befragten erwarten insgesamt einen hohen Anpassungsbedarf. Besonders anspruchsvoll werden die Bereiche Zuwendungen sowie Geeignetheitsprüfung eingeschätzt. Knapp die Hälfte der Institute bewertet den erforderlichen Aufwand in diesen Feldern als hoch oder sehr hoch. Vor allem Produktanbieter sehen sich vor Herausforderungen: 67 Prozent der Hersteller von Anlageprodukten rechnen mit umfangreichen Anpassungen bei der Einführung des neuen Preisbildungsverfahrens „Value for Money“. Das Thema Finfluencer spielt dagegen derzeit kaum eine Rolle. Keines der 50 befragten Institute arbeitet nach Angaben der Studie mit entsprechenden Akteuren zusammen.
Vor dem Hintergrund des erwarteten Aufwands empfiehlt PPI den Instituten, die Vorbereitungen nicht weiter aufzuschieben.

Es ist empfehlenswert, sich frühzeitig mit den neuen Vorgaben zu befassen. Wie wir bereits aus der Umsetzung der MiFID II-Vorgaben wissen, kosten die nötigen Anpassungen an IT- und Beratungsprozessen Zeit und andere Ressourcen. Daher sollten Institute bereits heute klare Prioritäten nach Aufwand- und Nutzengesichtspunkten setzen. Frühzeitige Weichenstellungen verhindern Engpässe in der Zukunft.“

Sandra Reinhard, Director, PPI

Für die Untersuchung wurden im Februar und März 2026 insgesamt 50 Finanzinstitute mittels computergestützter Telefoninterviews (CATI) befragt. Die Studie mit dem Titel „Die Retail Investment Strategy (RIS): Politisch moderat, operativ anspruchsvoll – wie gut sind Banken darauf vorbereitet?“ soll zugleich die Grundlage für einen fortlaufenden RIS-Readiness-Index bilden. Interessierte Finanzinstitute können hier die Studie gegen Abgabe der Kontaktdaten herunterladen.tw

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