Massive IT-Störung legt Onlinebanking und Banking-App der ING stundenlang lahm

ING
Bereits gegen 5 Uhr am Dienstagmorgen häuften sich die ersten Meldungen über fehlgeschlagene Anmeldeversuche. Kunden, die ihre Kontostände abrufen oder Überweisungen ausführen wollten, erhielten in der App nach Eingabe ihrer mobilen PIN oder nach biometrischer Authentifizierung lediglich eine Fehlermeldung. Auch der Wechsel zum browserbasierten Onlinebanking brachte keine Abhilfe. Stattdessen informierte die Bank dort aber immerhin recht früh gegen 7 Uhr über eine technische Störung und bat darum, es zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu versuchen. Auch auf der Störungsplattform Allestörungen gingen am Morgen zeitweise mehr als 1.700 Problemmeldungen ein.

Allestoerungen
Die Auswirkungen reichen über die bloße Anmeldung hinaus: Betroffene Kunden konnten über die digitalen Zugänge keine Überweisungen beauftragen, Kontobewegungen kontrollieren oder Wertpapiergeschäfte über ihre Depots abwickeln. Ob auch bereits beauftragte Überweisungen, Daueraufträge oder der interne Zahlungsverkehr beeinträchtigt waren, ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der ING funktionieren physische Bankkarten aber immerhin weiterhin. Damit sind Kartenzahlungen im Einzelhandel und Bargeldabhebungen an Geldautomaten also grundsätzlich möglich. Die Störung betrifft nach den bisherigen Informationen vor allem die digitalen Zugangswege zu den Bankdienstleistungen. Als Ausweichmöglichkeit kommt auch grundsätzlich das Telefonbanking infrage. Allerdings war auch die telefonische Erreichbarkeit der Bank am Dienstag zeitweise eingeschränkt. Für Kunden, die kurzfristig Überweisungen oder Wertpapiergeschäfte erledigen mussten, standen damit nur begrenzte Alternativen zur Verfügung.
Ursache weiterhin unbekannt – auch Revolut mit Problemen

Was den Ausfall verursacht hat, ist noch offen. Die ING spricht von einer technischen Störung. Hinweise auf einen externen Angriff liegen der Bank nach eigenen Angaben nicht vor, das betont sie explizit. Informationen darüber, welche Komponenten der IT-Infrastruktur ausgefallen sind oder ob die Probleme mit Änderungen an den Banksystemen zusammenhängen, gibt es bislang nicht. Auffällig ist aber auch, dass am Dienstag auch die Neobank Revolut mit erheblichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Dort waren neben der Banking-App zeitweise auch Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen beeinträchtigt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hängt der Revolut-Ausfall mit einer Störung der Google Cloud in der Londoner Rechenzentrumsregion europe-west2 zusammen. Ein technischer Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den Problemen der ING ist allerdings nicht nachgewiesen. Die Störungen traten zwar am selben Tag auf, die Probleme bei der ING begannen jedoch mehrere Stunden vor den bei Revolut gemeldeten Einschränkungen.
Bei der ING handelt es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art innerhalb kurzer Zeit. Bereits am 15. Oktober hatten Kunden Schwierigkeiten beim Login in die Banking-App und das Onlinebanking gemeldet. Auch Ende August waren vergleichbare Störungen aufgetreten. Ob zwischen den einzelnen Vorfällen ein technischer Zusammenhang besteht, ist nicht bekannt. Auch gegen Mittag waren die Zugangsprobleme weiterhin nicht vollständig behoben. Gegen 12:30 Uhr berichteten erste Nutzer in Onlineforen allerdings, dass sie sich wieder anmelden und ihre Konten und Depots aufrufen konnten. Ob damit sämtliche Banking-Funktionen wieder uneingeschränkt verfügbar sind, war zunächst nicht offiziell bestätigt.tw
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