ANWENDUNG29. Oktober 2026

Mediamarkt und Saturn implementieren Pay-on-Shopfloor-Lösung mit Computop

Mediamarkt setzt auf (zusätzliche) POS-Kassen. Wenn man beraten wird, zahlt man dann also gleich beim Verkäufer.
ChatGPT

Mediamarkt und Saturn führen in ihren über 400 deutschen Märkten mit einer neuen SoftPOS-Lösung eine neue mobile Bezahlmöglichkeit ein. Die Kunden sollen den Einkauf jetzt auch direkt dort bezahlen können, wo sie beraten werden. Das ist vor allem für größere Käufe wie Fernseher oder Waschmaschinen praktisch, weil der Weg zur klassischen Kasse entfällt. Die SoftPOS-Lösung kommt von Computop und wird in die bestehende Zahlungsinfrastruktur des Elektronikhändlers integriert.

Mit dem Rollout erweitert Mediamarkt Saturn, die Gruppe hinter den Elektronikmärkten, seine bestehende Payment-Architektur um eine weitere Variante mit einem einfachen Touchpoint im stationären Handel. Diese SoftPOS-Lösung soll klassische Kassen und Self-Checkout-Systeme ergänzen und folgt damit dem Ansatz eines einheitlichen Omnichannel- beziehungsweise Unified-Commerce-Setups. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen wurde die Lösung nach einer Pilotphase innerhalb von 48 Stunden bundesweit in allen deutschen Märkten ausgerollt.

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Björn Seitz für Computop

Kunden entscheiden heute selbst, wo sie bezahlen möchten – an der Kasse, am Regal oder im Servicebereich. Unsere Aufgabe als Payment-Partner ist es, diese Freiheit sicher und skalierbar zu ermöglichen. Mit dem SoftPOS-Rollout bei Mediamarkt Saturn zeigen wir, wie Unified Commerce in der Praxis großer Handelsunternehmen funktioniert.“

Kenneth Overgaard-Nielsen, CEO von Computop

Integration in bestehendes Payment-Ökosystem in 2 Tagen

Aus IT-Sicht steht dabei weniger das mobile Endgerät im Vordergrund als die Einbindung in die vorhandene Systemlandschaft. Für die eigentliche SoftPOS-Funktion setzt Mediamarkt Saturn auf eine Lösung des Anbieters CCV. Computop übernimmt die Integration in das bestehende Payment-Ökosystem und verantwortet die zentrale Steuerung und Verarbeitung der Transaktionen. Dazu gehören nach Unternehmensangaben auch die Anbindung von Zahlarten und Acquirern sowie die Umsetzung regulatorischer und länderspezifischer Anforderungen.

„Der stationäre Handel muss seine größte Stärke – die persönliche Beratung – konsequent mit digitalen Services verbinden“, sagt Carsten Geilert, Managing Director Sales & COO bei MediaMarktSaturn Deutschland. „Genau das ermöglicht uns SoftPOS: Unsere Mitarbeitenden können Kundinnen und Kunden vom ersten Beratungsgespräch bis zum Kaufabschluss durchgehend begleiten. So wird der Einkauf schneller, persönlicher und deutlich komfortabler.“

Bemerkenswert ist vor allem die technische Umsetzungs­ge­schwin­dig­keit: Der bundesweite Rollout in mehr als 400 Märkten wurde laut Unternehmen innerhalb von nur 48 Stunden abgeschlossen. Dafür mussten bestehende Systeme und Netzwerke angebunden, Sicherheits- und Compliance-Vorgaben einschließlich PCI-DSS berücksichtigt und die neuen Geräte  in die vorhandene Infrastruktur integriert werden. Mediamarkt Saturn und Computop arbeiten bereits seit 2019 zusammen; der SoftPOS-Rollout ist nun der nächste Ausbauschritt dieser gemeinsamen Zahlungsarchitektur.

Handelsübliche Tablets statt dedizierter Geräte am POS

SoftPOS von Computop
Computop

Der Schritt dokumentiert aber auch, wie sich die technische Infrastruktur im stationären Zahlungsverkehr ändert. Denn anstelle dedizierter Kartenterminals können zunehmend handelsübliche Smartphones oder Tablets eingesetzt werden, die per Software zur Zahlungsannahme befähigt werden. Für Payment-Dienstleister und Acquirer verschiebt sich damit ein Teil der Wertschöpfung: Statt reiner Bereitstellung und Wartung physischer Terminals geht es mehr um Integration, Steuerung und Absicherung unterschiedlicher Bezahlkanäle und -lösungen. Auch die Sicherheitsanforderungen entwickeln sich dadurch weiter: Mit dem PCI-MPoC-Standard existiert inzwischen ein spezielles Regelwerk für die sichere Annahme von Kartenzahlungen auf handelsüblichen Mobilgeräten.

All das passt zum weiter veränderten Zahlungsverhalten in Deutschland. Nach der aktuellen Bundesbank-Studie wurden 2025 erstmals 55 Prozent aller erfassten alltäglichen Einkäufe bargeldlos bezahlt, während Bargeld mit 45 Prozent weiterhin das am häufigsten einzeln genutzte Zahlungsmittel blieb. Ein SoftPOS dürfte diese Entwicklung weiter begünstigen, weil sich Kartenzahlungen damit praktisch überall auf der Verkaufsfläche abwickeln lassen, während die Bargeld-basierte Zahlung ein Anstellen an der Kasse erfordert. Im Hintergrund zahlt der Schritt auf ein Ziel ein, das viele Handelsunternehmen derzeit verfolgen: neue Checkout- und Serviceformate schneller testen und skalieren zu können, ohne für jeden Kanal eine eigene Zahlungslogik aufzubauen. Die Partner wollen die in Deutschland gewonnenen Erfahrungen perspektivisch auch für weitere europäische Länder nutzen.tw

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