girocard bietet Potenzial für neue Ticket-Lösungen im ÖPNV

• girocard/Anna-Lena Günther
Für Verkehrsunternehmen eröffnet das die Chance, moderne Ticket-Lösungen mit etablierten Bezahloptionen zu verbinden. Gleichzeitig lohnt es sich, die Kosten im Blick zu behalten. Zahlungen mit der Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen verursachen wesentlich geringere Kosten als internationale Debit- und Kreditkarten.
Digitale Ticket-Lösungen auf dem Vormarsch
Der ÖPNV ist im Alltag der Menschen fest verankert. Berufspendler (41 Prozent), junge Leute unter 30 Jahren (40 Prozent) und Bewohner von Großstädten (39 Prozent) nutzen nahezu täglich Bus oder Bahn als Fortbewegungsmittel. Tickets erwerben sie dabei mittlerweile oft digital. Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) kauft Tickets online: 31 Prozent nutzen dafür eine App, 19 Prozent die Website des Verkehrsbetriebs. 22 Prozent nutzen noch den Fahrscheinautomaten vor Ort.
Unabhängig vom Vertriebsweg wünschen sich die Fahrgäste einen unkomplizierten Kaufprozess. Allen gemeinsam ist der Wunsch nach einfachen (87 Prozent) und schnellen (81 Prozent) Ticket-Lösungen mit einem klaren Hinweis auf die günstigste Variante für die gewünschte Fahrt (81 Prozent). Neben defekten Automaten (50 Prozent) ist die unklare Auswahl des benötigten Tickets (36 Prozent) nach wie vor das zentrale Ärgernis beim Fahrscheinkauf.
Kosten sparen mit der girocard
Außer Komfort und Schnelligkeit ist der Mehrheit der Fahrgäste (57 Prozent) auch wichtig, dass ihre Zahlung über ein national oder europäisch verankertes Zahlungssystem abgewickelt wird. Mit der girocard steht den Verkehrsbetrieben ein Kartenzahlungssystem „made in Germany“ zur Verfügung. Die Debitkarte lässt sich perspektivisch in Check-in-/Check-out-Systeme einbinden und befindet sich in der Pilotphase für In-App-Zahlungen.
Auch hinsichtlich Kostenersparnis können Verkehrsbetriebe vom Angebot dieses Kartenzahlverfahrens profitieren. Laut der Deutschen Bundesbank ist die girocard das im Verhältnis zum Umsatz günstigste Bezahlverfahren. Die Kosten betragen durchschnittlich knapp ein Prozent des Umsatzes. Internationale Debit- und Kreditkarten sind hingegen mit 2,2 und 2,5 Prozent des Umsatzes deutlich teurer.pp
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