ANWENDUNG1. Oktober 2026

Agentic Trading: Robinhood lässt KI-Agenten selbstständig handeln

Tokenisierung Banking Mood
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Der Neobroker Robinhood macht aus generativer KI einen aktiven Marktteilnehmer. Nutzer des US-Neobrokers können künftig direkt in der App eigene KI-Agenten erstellen, die Märkte analysieren, Handelsstrategien entwickeln und auf Wunsch selbstständig Aktien und andere Finanzprodukte kaufen oder verkaufen. Die neuen „Robinhood Agents“ stellte das Unternehmen auf seiner Hausmesse in Houston vor.

Die Agenten sollen dabei nicht nur einzelne Anweisungen ausführen. Nutzer können ihnen beispielsweise vorgeben, bestimmte Aktien zu beobachten, nach festgelegten Kriterien Kaufgelegenheiten zu suchen oder wiederkehrende Handelsstrategien automatisch auszuführen. Über sogenannte Loops lassen sich Aufgaben dauerhaft hinterlegen, sodass der Agent Märkte auch über längere Zeiträume selbstständig beobachtet und bei erfüllten Bedingungen aktiv wird. Robinhood erklärt, dass die Agenten rund um die Uhr analysieren, Strategien entwickeln und handeln können. Robinhood-Chef Vlad Tenev stellt die neuen Funktionen als weiteren Schritt zur Demokratisierung professioneller Handelswerkzeuge dar. Privatanleger sollten damit Möglichkeiten erhalten, die bislang eher Hedgefonds und professionellen Marktteilnehmern vorbehalten gewesen seien.

Agentic Trading gibt es bei Robinhood schon seit Mai

Ganz neu ist der Ansatz für Robinhood allerdings nicht. Bereits Ende Mai hatte das Unternehmen sein „Agentic Trading“ gestartet. Kunden können seitdem externe KI-Agenten über Robinhoods MCP-Protokoll mit ihrem Konto verbinden und ihnen Zugriff auf Handelsfunktionen geben. Damit können beispielsweise selbst gebaute Agenten oder KI-Assistenten externer Anbieter Handelsstrategien automatisieren. Die Resonanz war bislang allerdings überschaubar. Rund 150.000 Kunden haben nach Angaben des Unternehmens bislang ein entsprechendes Agentic-Trading-Konto eingerichtet. Gemessen an Robinhoods Kundenbasis in Höhe von 28,5 Millionen „Funded Customers“, also Kunden mit finanzierten Konten, ist das noch ein vergleichsweise kleiner Teil.

Mit den jetzt vorgestellten Robinhood Agents sinkt die Einstiegshürde deutlich. Statt einen externen KI-Agenten anbinden zu müssen, lässt sich dieser direkt innerhalb der Robinhood-App konfigurieren. Der Kunde kann ein KI-Modell auswählen und festlegen, welche Aufgaben der Agent übernehmen darf. Dabei soll die Kontrolle grundsätzlich beim Anleger bleiben. Die Agenten greifen auf ein separates Agentic-Trading-Konto zu. Standardmäßig müssen Trades vom Nutzer bestätigt werden. Wer möchte, kann diese Freigabe jedoch deaktivieren und dem Agenten erlauben, innerhalb vorher festgelegter Grenzen selbstständig Orders auszuführen.

Daten und Spezialwerkzeuge für die Agenten

Zusätzlich baut Robinhood mit den sogenannten Agent Apps einen Marktplatz für externe Datenquellen und Analysewerkzeuge auf. Die KI-Agenten können damit unter anderem auf Optionsdaten, Blockchain-Informationen, Marktdaten oder spezielle Analysedienste zugreifen. Robinhood nennt unter anderem die Nasdaq, aber auch Unusual Whales, SpotGamma, Token Terminal und Quiver Quantitative als Partner. Damit entwickelt sich der Broker zunehmend zur Plattform für automatisierte Handelsagenten: Robinhood liefert nicht nur die Order-Infrastruktur, sondern verbindet KI-Modelle mit Portfolioinformationen, Marktdaten und spezialisierten Analysewerkzeugen.

Wir machen Robinhood zum besten Ort der Welt für aktive Trader, indem wir Werkzeuge bereitstellen, die bislang Hedgefonds, Großbanken und Quant-Firmen vorbehalten waren.“

Vlad Tenev, CEO, Robinhood

Parallel dazu will Robinhood auch die Handelszeiten weiter ausdehnen. Eine Auswahl amerikanischer Aktien und ETFs soll künftig tatsächlich rund um die Uhr und auch am Wochenende handelbar sein. Derzeit reicht Robinhoods 24 Hour Market von Sonntagabend bis Freitagabend US-Ostküstenzeit. Der Wochenendhandel soll Anfang 2027 folgen. Damit könnten zwei Entwicklungen zusammenlaufen, die die Märkte beschleunigen werden: Einerseits beobachten KI-Agenten die Märkte permanent und treffen automatisiert Handelsentscheidungen – während andererseits die zeitlichen Grenzen des klassischen Börsenhandels weiter verschwinden.

Robinhood kündigte auf seiner Hausmesse, dem Hood Summit, darüber hinaus Perpetual Futures auf Kryptowährungen sowie sogenannte Earnings Contracts an, mit denen Anleger auf bestimmte Unternehmenskennzahlen setzen können. Die neuen Robinhood Agents werden derzeit schrittweise für alle Echtgeldkunden in den USA ausgerollt.tw

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