Studie: Welche Cyberrisiken für Finanzinstitute besonders relevant sind

KI, DALL-E
Für die Finanzbranche relevant ist laut Rapid7 (Website), dass klassische Patch-Zyklen und statische Risikobewertungen mit dem Tempo der Angreifer nicht mehr mithalten. Steigende Schwachstellenzahlen und eine immer schnellere Ausnutzung von Exploits brächten klassische Patch-Modelle zum Einsturz, so die Studienautoren.
Die Erkenntnisse des Threat Landscape Reports bestätigten, dass Sicherheitsteams sich nicht länger allein auf statische Schweregrad-Werte verlassen dürften. Die Priorität müsse auf den Schwachstellen liegen, die Angreifer tatsächlich erreichen und ausnutzen könnten.
Die Zahl der als „hoch“ und „kritisch“ eingestuften Schwachstellenmeldungen hat sich verdoppelt
Künstliche Intelligenz beschleunige die Suche nach Schwachstellen. Laut dem Report haben sich Schwachstellenmeldungen, die als “hoch” oder “kritisch” eingestuft wurden, im Jahresvergleich auf 8.539 verdoppelt. Neu ausgenutzte Schwachstellen legten um bis zu 40 Prozent zu.
Das Zeitfenster zwischen der Offenlegung einer Schwachstelle und ihrer aktiven Ausnutzung schrumpfe immer weiter. Statische CVSS-Werte und feste Patch-Zyklen reichten deshalb nicht mehr aus.

Rapid7
Zentrale Ergebnisse der Studie zu Cyberrisiken
Zero-Click-Schwachstellen nehmen zu:
62 Prozent der neu ausgenutzten Schwachstellen waren sogenannte „Holy Grail“-Schwachstellen. Sie ließen sich über das Netzwerk ausnutzen, ohne dass hierfür eine Authentifizierung oder Nutzerinteraktion nötig gewesen wäre.
Exploits werden schneller einsatzbereit:
Kritische Schwachstellen stiegen im Quartalsvergleich um 21 Prozent. Öffentlich verfügbarer Exploit-Code legte um 12 Prozent zum Vorquartal zu, im Jahresvergleich sogar um 76 Prozent. Der Pool an Schwachstellen, die Angreifer schnell für echte Attacken nutzen können, wächst.
Fehlende Authentifizierung öffnet neue Angriffsflächen:
Meldungen zu fehlender Authentifizierung stiegen im Jahresvergleich um 247 Prozent, von 45 auf 156 Meldungen.
Ransomware wird aber geografisch breiter:
Die USA verzeichneten 881 gelistete Ransomware-Opfer. Das ist etwa das Neunfache der 99 Fälle in Deutschland. Damit ist die Bundesrepublik weltweit das am zweithäufigsten von Ransomware betroffene Land, noch vor Kanada, Großbritannien und Italien.
Sicherheitsteams jagen einem Phantom hinterher, wenn sie glauben, allein durch das Schließen von Tickets nach CVSS-Werten ’sicher‘ zu sein. Wir ertrinken in einer Flut von Meldungen, und zwischen einem verfügbaren Patch und einem Exploit, der als Angriffswerkzeug genutzt wird, liegt kaum noch ein zeitlicher Abstand.”
Christiaan Beek, Vice President bei Rapid7 Labs
Wer weiterhin auf feste Patch-Zyklen setze, während der Gegner seine Angriffskette automatisiere, betreibe kein Risikomanagement mehr, sondern finanziere die Forschung der Angreifer. Es sei Zeit, aufzuhören, CVEs zu sammeln, und sich stattdessen auf die Schwachstellen zu konzentrieren, die wirklich zählten, ergänzt Beek.dw
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