FINTECH24. Oktober 2018

Zwei Jahre nach dem BBVA-Einstieg – 5 Fragen an Holvi CEO Antti-Jussi Suominen

Holvi CEO Antti-Jussi Suominen
Holvi CEO Antti-Jussi SuominenHolvi

Holvi – der Banking-Dienstleister der auf KMUs zielt – wurde 2001 in Helsinki gegründet. 2016 hat sich die BBVA in das Unternehmen eingekauft. Zuletzt startete Holvi (Website) zusammen mit exali.de eine digitale Berufshaftpflicht für Selbstständige. Fünf Fragen an Holvi CEO Antti-Jussi Suominen.

Herr Suominen, wie wirkte sich die BBVA-Übernahme auf Holvi aus?

Die Zugehörigkeit zur BBVA ermöglicht es uns, uns langfristig auf die Entwicklung von Holvi zu konzentrieren. Seit 2016 sind wir Teil der BBVA. Seitdem sind unsere Aktivitäten und unser Unternehmen stark gewachsen. Die solide Finanzierung ermöglicht es uns, schnell und mit den richtigen Ressourcen zu skalieren.

Wir arbeiten nach wie vor mit einer eigenen unabhängigen Lizenz, einer eigenen Infrastruktur und Marke.“

Ist WireCard nun außen vor?

Wir haben eine Reihe von Anbietern für die Zahlungsabwicklung und Wirecard ist einer davon. Alle Lieferanten werden von Zeit zu Zeit überprüft. Unsere Infrastruktur ist unabhängig und von uns selbst aufgebaut.

Gibt es mittlerweile Lastschriften, SEPA-Lastschrift und Instant Payment?

Holvi bietet SEPA-Lastschrift in Deutschland an. Außerdem entwickeln wir lokale Versionen von Lastschriften, die auf den lokalen Bedürfnissen unserer Kunden basieren. So ist beispielsweise in Finnland das Lastschriftverfahren nicht weit verbreitet, aber unsere Kunden haben E-Invoicing als Ersatzfunktionalität gefordert. Wir ermitteln den Bedarf an Lastschriften an anderen Standorten, wenn wir unsere Präsenz erweitern. Instant Payment stellen wir derzeit nicht bereit, da der Bedarf aus unserer Community noch nicht vorhanden war. Wir prüfen dies aber laufend und richten bei entsprechendem Bedarf unseren Entwicklungsprozess an unseren Kunden aus.

Sie machen das IdentVerfahren via Passporting (vermutlich GB) – wenn ja: Wie wird das nach dem Brexit sein?

Holvi verfügt über eine finnische Banklizenz und wird von der finnischen Finanzaufsicht FIN-FSA kontrolliert. Die Lizenz gilt für den europäischen Währungsraum, also auch für Großbritannien, solange es in der EU ist. Wir halten uns an die Anweisungen der EZV.

Nach unserem derzeitigen Wissensstand können Unternehmen, die die Lizenz ausstellen können und vor Anfang 2019 in Großbritannien präsent sein werden, mit einer Verlängerung von drei Jahren nach dem Brexit rechnen.“

Antti-Jussi Suominen – CEO Holvi
Holvi CEO Antti-Jussi Suominen blickt als Senior Executive auf mehrere erfolgreiche Stationen im B2C- und B2B-Umfeld zurück. Dazu zählen unter anderem Nokia, Sonera und Elisa, bei denen er jeweils für das Unternehmenswachstum mitverantwortlich war. Er besitzt langjährige Erfahrung im Firmen- und Start-up-Umfeld und einen großen Erfahrungsschatz in Bezug auf Aufbau und Führung von neuen Geschäftsmodellen und Innovationen von Online- und Mobile-Services – zuletzt lag sein Fokus auf Online-Games und Mobile-Commerce. Dieses branchenübergreifende Know-how spielt bei der Aufgabe, Holvi von einem schnell wachsenden FinTech-Unternehmen zu einem kundenorientierten Online-Service zu entwickeln, eine essenzielle Rolle.

Was haben sie aus dem schwierigen Deutschland-Start in 2016 gelernt? Wie geht Holvi heute mit Kundenbeschwerden um?

Feedback von Kunden ist für uns extrem wichtig. Nur so können wir unser Produkt weiterentwickeln. Die Ideen und Ratschläge unserer Kunden haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. In unserem Help-Center können sie jederzeit Fragen stellen und uns Feedback zu Problemen geben, die wir so schnell wie möglich lösen werden.

Wir messen das Feedback unserer Kunden mit dem NPS (Net Promoter Score) und führen regelmäßige Recherchen durch, um Erkenntnisse und Feedback an unsere Entwicklerteams zu weiterzuleiten.“

Soll heißen: Wir freuen uns über jede Art von Feedback und nehmen dieses sehr ernst.

Herr Suominen, vielen Dank für das Interviewaj

 
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