ANWENDUNG16. August 2021

Blackberry und Car IQ machen das Auto zur Wallet

Tanken, Parken und die Nutzung mautpflichtiger Straßen – was wäre, wenn der Fahrer sich nicht mehr darum kümmern muss, wie diese und weitere Services bezahlt werden? Dieser Gedanke hat auch den ehemaligen Smartphone-Hersteller Blackberry und das Fintech Car IQ bewegt. Sie haben gemeinsam eine Lösung entwickelt, die einen Milliardenmarkt adressiert.

Der technische Fingerprint ermöglicht die sichere Vernetzung mit Banking- und eCommerce-Plattformen. <Q>Blackberry
Der technische Fingerprint ermöglicht die sichere Vernetzung mit Banking- und eCommerce-Plattformen. Blackberry

 

Der globale Markt für Zahlungen direkt via Fahrzeug machte laut Sterling Pratz, CEO und Gründer von Car IQ, 2019 fast 2 Mrd. US-Dollar aus. Bis 2029 erwartet er einen Anstieg auf schätzungsweise 9 Mrd.US-Dollar. Anlässe gibt es genug: Kleinbeträge wie die Kosten der Waschstraße, Park- und Mautgebühren sowie limitierte mittlere Beträge, wie fürs Tanken – egal ob Benzin, Diesel, Gas, Wasserstoff oder Strom – oder für kleinere Wartungsarbeiten, aber auch die Abrechnung von Car-Sharing- und Leihwagen-Benutzung sind hier zu nennen.

Banken als Teil des IoT

Flottenbetreiber, Autovermieter, gewerbliche und private Autobesitzer könnten davon profitieren, wenn diese Transaktionen nicht mehr manuell ausgeführt werden müssen, sondern automatisch abgewickelt werden. Nun haben sich zwei Partner zusammengetan, um eine entsprechende Lösung anzubieten.

Blackberry, ursprünglich ein Anbieter von besonders gesicherten Business-Smartphones, hat sich inzwischen als Anbieter von Sicherheitssoftware und -services für Automotive und Internet of Things (IoT) etabliert, der die fahrzeuginterne Edge-Computing-Plattform Blackberry IVY entwickelt hat.

Auf dieser setzt die fahrzeugbasierte Zahlungsplattform von Car IQ auf, einem kalifornischen Start-up-Unternehmen für Finanztechnologie. Diese Plattform soll eine hochsichere Verbindung mit dem Zahlungsnetzwerk einer Bank herstellen, sich validieren und autonom eine ganze Palette von Dienstleistungen bezahlen können. Die automatisierte Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) im IoT wird damit auf Finanztransaktionen ausgedehnt, die über Banking- und eCommerce-Netzwerke abgewickelt werden können.

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Peter Virk / Blackberry

„Wir freuen uns sehr, durch die Partnerschaft mit Car IQ den Wert des End-to-End-Angebots von BlackBerry IVY sowie die spannenden, bahnbrechenden Technologien, die IVY ermöglicht, zu demonstrieren. Durch Edge Computing und den Zugriff auf Fahrzeug-Sensordaten kann Car IQ eine hochsichere Lösung für Zahlungen in Fahrzeugen anbieten, die eine lukrative Möglichkeit für Automobilhersteller darstellt.“

Peter Virk, Vice President of IVY Product and Ecosystem bei BlackBerry

Fahrzeug mit eigenem Fingerprint

Das maschinenbasierte Zahlungsnetzwerk von Car IQ setzt auf eine KI-basierte Authentifizierungstechnologie. Sie nutzt die BlackBerry-IVY-Plattform, um den direkten Zugriff auf Fahrzeugsensoren zu erhalten und daraus einen unverwechselbaren digitalen Fingerabdruck für das Fahrzeug zu erstellen. Die BlackBerry IVY-Entwicklerplattform bietet Car IQ gemeinsame APIs für die Entwicklung ihrer Fahrzeugsoftware über eine einzige Schnittstelle zu den Fahrzeugdaten, unabhängig vom Autohersteller oder Fahrzeugmodell.

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Car IQ

„BlackBerry IVY ermöglicht es uns, unsere Lösung vollständig in eine gemeinsame Plattform im Fahrzeug einzubetten, wodurch wir nicht nur ein Höchstmaß an Sicherheit erzielen, sondern auch die Komplexität für Banken und Händler erheblich reduzieren können.“

Sterling Pratz, CEO Car IQ

Die kommende Generation vernetzter Fahrzeugtechnologien werde auf mehr Integration mit Händlerplattformen für bargeldlose und kartenlose Zahlungen setzen, bestätigt Lee Colman, Chief Production Officer des globalen Automobiltechnologie-Analystenunternehmens SBD Automotive. „Die zweifelsfreie Identifizierung eines Fahrzeugs oder Fahrers durch vernetzte Fahrzeugsensorik am Point of Sale, unterstützt durch entsprechende Sicherheitstechnologien, erbringt weitere Effizienzgewinne für die gesamte Flottenwertschöpfungskette“, so seine Einschätzung. hj

 
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