SECURITY4. April 2018

Datenrisiko-Report: Exzessive Zugriffsrechte, veraltete Konten und ungenutzte Daten

SW-EviL / Bigstock.com

In vier von zehn Unternehmen haben sämtliche Mitarbeiter Zugriff auf mehr als tausend sensible Dateien. Das ist die Aussage des neuen Datenrisiko-Reports von Varonis Systems. Der Spezialist für Datensicherheit und -analyse mit Schwerpunkt auf Governance, Compliance und Klassifizierung zeigt damit auf, wie leichtfertig Unternehmen mit compliance-kritischen Daten umgehen. Durchschnittlich sind 21 Prozent der Ordner eines Unternehmens für jeden Mitarbeiter zugänglich, in 41 Prozent der Unternehmen haben sämtliche Mitarbeiter Zugriff auf mindestens 1.000 sensible Dateien – wie personenbezogene Daten, Kreditkarten- oder auch medizinische Informationen – und bei 58 Prozent unterliegen mehr als 100.000 Ordner keiner Zugriffsbeschränkung.

Der Datenrisiko-Report 2018 basiert auf Risikobewertungen für 130 bestehende und potenzielle Kunden von Varonis aus den unterschiedlichsten Branchen, für die ein Teil ihres Dateisystems analysiert wurde. Insgesamt wurden hierfür 6,2 Milliarden Dateien in 459 Millionen Ordnern mit einem Gesamtvolumen von 5,5 Petabytes (also 5.500 TB) analysiert. Dabei deckt der Bericht unterschiedliche Problemfelder auf, welche die Gefährdung von Unternehmen durch Datenschutzverletzungen, Insider-Bedrohungen und Ransomware-Angriffe deutlich vergrößern.

Zu großzügige Rechtevergabe – ein Einfallstor für Hacker

Deutlich wird dabei, dass oft zu weitreichend Zugriffsrechte vergeben werden und sensible Daten, die der DSGVO, der SOX oder HIPAA unterliegen, zu weiträumig zugeteilt werden. Hinzu kommen inkonsistente und fehlerhafte Berechtigungen, die im schlimmsten Fall ein Einfallstor für Hacker sein können. Hinzu kommen veraltete, nicht mehr benötigte, aber nicht deaktivierte Nutzerkonten von ausgeschiedenen Mitarbeiten und unbegrenzt gültige Passwörter für Benutzer.

Die wesentlichen Erkenntnisse des Reports umfassen unter anderem:
1. In 58 Prozent der Unternehmen sind mehr als 100.000 Ordner für alle Mitarbeiter zugänglich, insgesamt unterlagen durchschnittlich 21 Prozent der Ordner keiner Zugriffsbeschränkung
2. In 41 Prozent der Unternehmen haben sämtliche Mitarbeiter Zugriff auf mindestens 1.000 sensible Dateien
3. Im Durchschnitt wurden 54 Prozent der Daten eines Unternehmens länger nicht genutzt bzw. sind veraltet, was die Speicherkosten erhöht und das Datenmanagement erschwert
4. Bei 34 Prozent der Benutzerkonten handelt es sich um sogenannte „Ghost User“, also veraltete, nicht mehr benötigte, aber nicht deaktivierte Nutzerkonten
5. In fast jedem zweiten Unternehmen (46%) verfügen mehr als 1.000 Benutzer über zeitlich unbegrenzt gültige Passwörter

Angesichts der jüngsten Datenschutzverletzungen wie bei Uber oder Netflix sowie der nahenden DSGVO sind die Ergebnisse unseres Datenrisiko-Reports umso erschreckender. Daten sind nicht umsonst das bevorzugte Ziel von Cyber-Kriminellen, da sie letztlich das wertvollste Asset der Unternehmen sind. Dennoch vernachlässigen zahlreiche Unternehmen nach wie vor das Management und die Kontrolle der Zugriffsrechte, obwohl diese Herausforderungen durchaus lösbar sind, und setzen sich damit Insider-Bedrohungen, Ransomware-Angriffen und dem Risiko von Datendiebstählen aus.“

Thomas Ehrlich, Country Manager DACH von Varonis

Kostenloser Download des Data-Risk-Report

Der Report mit dem Titel „Data Under Attack: 2018 Global Data Risk Report from the Varonis Data Lab“ ist ein konsolidierter Bericht, der die Ergebnisse von Risikobewertungen von 130 Unternehmen unterschiedlicher Größe aus über 30 Branchen und über 50 Ländern erfasst. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Stichprobe aus den über 1.000 im Jahr 2017 von Varonis durchgeführten Risk Assessments. Für den diesjährigen Bericht analysierte Varonis mehr als 6 Milliarden Dateien (mehr als doppelt so viele wie im Bericht 2017) mit durchschnittlich 36.242 Benutzerkonten, 3.531.978 Ordnern und 48.051.109 Dateien pro Unternehmen. tw

 
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