FINTECH6. September 2021

Finfio automatisiert die Vorsorge- und Rentenplanung für Finanzmuffel – CTO Dariusz Borowski im Interview

Finfio
Dariusz Borowski, FinfioFinfio

Finfio nennt sich selbst „Der Vorsorge Co-Pilot“. Wie dieser Name vermuten lässt, ist das Ziel dieser Plattform, Menschen bei dem Start ihrer Rentenplanung zu unterstützen. Denn: Menschen neigen dazu, ihre Altersvorsorge vor sich herzuschieben. Deshalb entwickelte Finfio eine Software, die unerfahrenen Finanzmuffeln ermöglichen soll, selbstständig eine mittel- bis langfristige Vorsorgeplanung durchzuführen. Automatisiert mit kostenlosem Vorsorgeplan und Schritt für Schritt-Anleitungen. Wir haben mit Finfio-CTO Dariusz Borowski über das Unternehmen und die Technologie dahinter gesprochen.

Herr Borowski, wie sind Sie darauf gekommen, Software für Vorsorgeplanung zu entwickeln?

Nach über 200 geführten Nutzerinterviews im Bereich Finanzplanung und Altersvorsorge hat es uns Gründer nachdenklich gemacht, dass es noch immer keine gute Lösung mit einem konkreten Vorsorgefahrplan für den Endverbraucher gibt, um finanzielle Entscheidungen fürs Alter treffen zu können. Alle auf dem Markt bestehenden Lösungen sind eher kurzfristig gedacht oder Insellösungen für einzelne Aktivitäten und Vorsorgeprodukte. Jedoch eine sinnvolle Altersvorsorge verlangt eine langfristige Planung und Streuung der Vorsorgeaktivitäten. Unsere Idee von einer Vorsorgeplanungs-Software, mit der sich wirklich jeder unkompliziert einen Vorsorge-Plan erstellen kann, soll nun endlich Abhilfe schaffen und wir werden diesen Kundenwunsch erfüllen.

Wie möchten Sie dieses Nutzerproblem technologisch lösen?

Wir wenden dabei Open-Banking-Technologie gestützt mit künstlicher Intelligenz an.“

Wir bauen hierbei auf die Plattformlösung von unserem Open-Banking-Partner „Tink“. Damit erstellen wir unsere Vorsorgedienstleistungen und Services mit nur einer PSD2-konformen Plattform. Durch den Zugriff auf hochwertige Finanzdaten von Banken in ganz Europa haben wir technisch gegenüber anderen Open-Banking-Diensten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten.

Unser Vorteil ist, wir können uns so auf unser Kerngeschäft konzentrieren und smarte Lösungen für den Kunden entwickeln, damit diese den für sich optimalen Vorsorgeplan erhalten.“

Aufgrund der gebündelten Schnittstelle zu Tink müssen wir uns nicht mit den unterschiedlichsten Schnittstellen zu den Banken beschäftigen. Wir ermöglichen unseren Nutzern innerhalb von wenigen Sekunden, einen auf ihrer Lebenssituation zugeschnittenen Vorsorgeplan zu erstellen und sie anschließend bei ihrer Zielerreichung zu begleiten.

Wie werden bei Finfio Produkte und Services entwickelt?

Wir Gründer sind verliebt in agile Arbeitskultur! Wir entwickeln und bedienen uns seit Beginn am SCRUM-Framework und weiteren Instrumenten aus dem agilen Umfeld.“

Speziell für die nutzerzentrierte Produktentwicklung sowie den damit verbundenen Nutzerinterviews und Prototypentests nutzen wir gerne Design Sprints. Damit aber auch mit Design Thinking haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt. Anschließend werden die Features entwickelt und durch CI/CD Prozesse getestet und ausgerollt. Wir sind in der Lage, auf Änderungen äußerst schnell zu reagieren und sofort umzusetzen.

Für welche Programmierungssprache haben Sie sich entschieden und warum?

Wir haben uns entschieden, unsere Programmierung mittels Spring Boot (Java) und Angular umzusetzen, da wir damit über viele Jahre Erfahrung sammeln konnten und mit Blick nach vorn die Suche nach weiteren Programmierern einfacher ist, da sich dieser Stack etabliert und durchgesetzt hat. Zudem erlaubt es uns gerade in der Anfangsphase, ohne große Entwicklungskapazitäten eine hohe velocity. Die Liste unserer Tools ist auch unter: https://stackshare.io/finfio/web einzusehen. Die Applikation werden wir anfangs für Desktop und Mobile Browser-Anwendungen aufbauen und „mobile-first“ entwickeln. Das Backend läuft unabhängig vom Frontend und kann von unterschiedlichen Anwendungen angesprochen werden – also auch einer nativen App-Lösung.

Wie wird die Finfio-Software iteriert? Das heißt, woran machen Sie die Reihenfolge für die Entwicklungsschritte fest?

Anfangs war es aufgrund der Fülle an Informationen oft schwierig, eine sinnvolle Priorisierung festzulegen.“

Dank unseres eingespielten Teams konnten mein Gründerkollege und ich, stets unter der Anwendung von agilen Methodenwerkzeug, eine sinnvolle Abfolge festlegen. Fokus war von Anfang an, einen MVP-Ansatz zu verfolgen und somit ging es immer darum zu entscheiden, was man erstmal nicht umsetzt. So können wir unseren Fokus halten und es bleibt ausreichend Platz, um das gewonnene Feedback auch verarbeiten zu können.

Wie kommen die genannten Technologien genau zum Einsatz?

Dariusz Borowski, Finfio
Dariusz Borowski ist Gründer und CTO von Finfio (Website), einer Vorsorgeplattform die Menschen dabei hilft, unkompliziert mit ihrer Altersvorsorge zu starten. Der Diplom-Informatiker und Technologie-Enthusiast hat vielfältige Erfahrungen in den Branchen und Unternehmen wie: FinTech (Check24), Automotive (MAN) und Weltraumforschung (ESA) gesammelt.
Ein Bei­spiel: Neh­men wir an, ih­nen fehlt der Über­blick über ih­re ak­tu­el­le fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on und sie möch­ten ih­re Fi­nan­zen oder Vor­sor­ge­ak­ti­vi­tä­ten auf den Prüf­stand stel­len. Sie mel­den sich bei Fin­fio an und las­sen zu­erst au­to­ma­ti­siert an­hand ih­rer Kon­to­um­sät­ze ei­ne Aus­ga­ben­ana­ly­se er­stel­len. Fer­tig! Jetzt wis­sen sie, wo­hin mo­nat­lich ihr Geld flie­ßt und was am Mo­nats­en­de üb­rig­bleibt. Un­se­re in­tel­li­gen­te Soft­ware hat jetzt be­reits ih­re mo­nat­li­che Vor­sor­ge­ra­te be­rech­net und par­al­lel ih­ren per­sön­li­chen Vor­sor­ge-Plan er­stellt. Die­ser zeigt al­le Mög­lich­kei­ten, was ge­nau zu tun ist, um für sich im Al­ter vor­zu­sor­gen.

An­hand der Nut­zer­ei­gen­schaf­ten und Le­bens­si­tua­ti­on wer­den kon­kre­te Vor­sor­ge­vor­schlä­ge ge­macht und An­lei­tun­gen da­für ge­ge­ben. Be­son­ders an der Tech­no­lo­gie ist, dass wir Nut­zer auch zu Im­mo­bi­li­en­be­sit­zern ent­wi­ckeln kön­nen. Ne­ben den kon­ven­tio­nel­len Vor­sor­ge­bau­stei­nen wird durch Know-how und Fi­nanz­wis­sen auch die Im­mo­bi­li­enkauf als so­li­de Al­ters­vor­sor­ge emp­foh­len. Fin­fio hilft auf neu­ar­ti­ge Wei­se da­bei, be­reits weit vor ih­rem Ren­ten­ein­tritts­al­ter Be­sit­zer ih­rer ei­ge­nen Im­mo­bi­lie zu sein und pas­si­ves Ein­kom­men zu generieren.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Software ist, dass sie ganzheitliches, verhaltenstherapeutisches Konzept verfolgt. Es ist so möglich, Nutzer positiv zu bestärken, um so auch motiviert zu bleiben. Wir wenden das Konzept der intermittierenden Verstärkung an. Es bezieht dabei auch Konzept des „Shaping“ ein, was dann die Anpassungsleistung der Nutzer beeinflusst, d. h. schrittweise Vorsorge planen – dabei lernen und positive Erfahrungen machen und folglich dranbleiben und weitermachen.

Wie gewährleisten Sie gerade aufgrund der sensiblen Finanzdaten die Sicherheit und setzen Sie dabei auf Cloud-Lösungen?

Datensicherheit spielt bei uns eine wesentliche Rolle! Unsere Kunden haben gegenüber uns großes Vertrauen, und dem möchten wir auch vollkommen gerecht werden. Wir richten unsere Entwicklung und Auswahl der Partner strikt anhand der deutschen Sicherheitsstandards aus. Unsere Server sowie Services befinden sich ausschließlich in der EU und garantieren so die höchste Sicherheit und Datenhoheit über alle Daten.

Die genutzte SSL-Verschlüsselung wurde geprüft und als sicher und wirksam bestätigt.“

Dank unserer sicheren AWS-Infrastruktur und deren Tools sind wir in der Lage, unsere Applikation automatisch nach Nutzung zu skalieren. Durch die Auto-Scaling-Funktion können wir Leistung und Kosten optimal im Gleichgewicht halten, damit unsere Systeme bestmöglich laufen.

Gibt es noch weitere Anbindungen, welche bei Ihnen heute oder später zum Einsatz kommen?

Wir testen bereits weitere Anbindungsmöglichkeiten wie bspw. eine Schnittstelle für exakte Fahrzeugbewertung. Ein auffälliges Nutzerfeedback aus unseren geführten User-Interviews war tatsächlich der Wunsch, sein Auto oder Motorrad mit unter Vermögensgegenständen tracken zu können.

Somit evaluieren wir bspw. Schnittstellen von DAT oder Schwacke, um das unseren Nutzern zu ermöglichen.“

Auch im Bereich Finanzierungs- bzw. Baufinanzierung schließen wir nicht aus, Anbindungen vorzunehmen. Das hängt dann stark von der Auswahl der Kooperationspartner ab. Wir glauben jedenfalls, die Nutzung von APIs kann den Unterschied machen und ist ein entscheidender Vorteil in Bezug auf die Erzielung hoher Conversionrates und einer ausgezeichneten User Experience.

Herr Borowski, vielen Dank für das Interview.aj

 
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