STRATEGIE2. November 2020

Glasfaser für Banken und Versicherungen: Sym­me­tri­sche Standard-Bandbreiten (bis 100 GB/s) kommen

Dr. Sören Trebst, CEO 1&1 Versatel plädiert für viel mehr Glasfaser
Dr. Sören Trebst, CEO bei 1&1 Versatel 1&1 Versatel

Obwohl die meisten Banken und Versicherungen inzwischen digital aktiv sind, werden Innovationen noch zu oft durch veraltete IT und komplizierte Infrastrukturen ausgebremst. Die Krux liegt dabei häufig in den Bandbreiten: Um Online-Services unternehmensweit für Kunden sowie Mitarbeiter einzuführen und dafür moderne IT-Anwendungen einzurichten, reichen die gewohnten Übertragungsgeschwindigkeiten selten aus. Dafür braucht es Highspeed-Internet im Gigabitbereich, das einzig ein Glasfaser-Anschluss direkt ins Gebäude (Fiber to the Home/Building bzw. FTTH/B) leisten kann. Mit einer Glasfaser-Abdeckung von unter zehn Prozent ist Deutschland von einem flächendeckenden Gigabit-Netz derzeit aber noch weit entfernt. Diese Abdeckungsrate hat damit auch Auswirkungen auf den Banken- und Versicherungssektor.

von Dr. Sören Trebst, Vorsitzender der Geschäftsführung von 1&1 Versatel

Das Rückgrat der digitalen Revolution im Banken- und Versicherungssektor bildet demnach eine grundlegende Veränderung der Telekommunikationsinfrastruktur mit Internetanschlüssen, die Gigabit-Geschwindigkeiten und extrem geringe Verzögerungen bei der Signalübertragung ermöglichen. Auf Basis der Glasfaser-Technologie erhalten Kunden dedizierte Bandbreiten mit garantierten Bitraten, die je nach Produkt im Standard bis zu 100 GBit/s erreichen. Die Durchlaufzeiten von Netzabschluss zu Netzabschluss an zwei Standorten (One-way Frame Delay) erreichen im Metrobereich Spitzenwerte von bis zu 1 ms und überregional bis zu 8 ms. Diese Werte werden praktisch ohne Laufzeitunterschiede (Jitter) oder Paketverluste erreicht. Jitter sind insbesondere bei Anwendungen wie der Internettelefonie störend, da Datenpakete dadurch zu spät oder zu früh eintreffen, und somit nicht rechtzeitig mit ausgegeben werden können.

Glasfaser-Anschlüsse stehen hierbei im Rennen um die schnellsten Übertragungsraten auf der „Poleposition‟: Hiermit werden Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 GBit/s – also 100.000 MBit/s – erreicht.

Glasfaser ist damit die einzige Technologie, die alle aktuellen und künftigen Bedarfe abdeckt und dabei schnell skalierbar ist.“

Darüber hinaus ermöglicht die Technologie hohe symmetrische Bandbreiten, also gleiche Geschwindigkeiten im Up- und Download. Kupferleitungen, dazu zählt auch das vielerorts vorangetriebene Vectoring, können die steigende Nachfrage nach Highspeed nur kurzfristig stillen. Selbst mit dem Supervectoring-Verfahren sind nur Bandbreiten von bis zu maximal 250 MBit/s möglich. Die Koaxialnetze der Kabelanbieter mit maximal 1 GBit/s im Download sind ebenfalls keine zukunftsfähige Lösung.

Sichere Netze und verschlüsselte Verbindungen

Digitale Lösungen führen nicht nur zu mehr Effizienz in der Kommunikation, sondern ermöglichen den Banken und Versicherungen spezifische Datenanalysen, um mehr über die persönlichen Wünsche ihrer Kunden zu erfahren. Die Daten werden zentral gespeichert, wodurch eine übersichtliche Gesamtperspektive jedes einzelnen Kunden entsteht. So sind alle relevanten Aspekte einer Kundenreise auf einen Blick einsehbar. Kunden nutzen digitale Angebote, wie z. B. eine Videobesprechung mit ihrem Berater oder das Onlinedepot, allerdings nur dann, wenn sie störungsfrei und reibungslos ablaufen.

Autor Dr. Sören Trebst, 1&1 Versatel
Experte für Glasfaser Ausbau, Dr. Soeren Trebs, CEO bei 1&1Versatel Dr. Sören Trebst ist Telekommunikationsexperte mit Leib und Seele: Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Telekommunikationsbranche, u.a. als Senior Vice President Network Operations von Vodafone Deutschland oder als Verantwortlicher für den Breitband-Rollout von Kabel Deutschland. Seit April 2020 ist er Vorsitzender der Geschäftsführung von 1&1 Versatel (Webseite), dem Telekommunikations-Spezialist für Firmenkunden und einer der führenden Anbieter von Daten-, Internet- und Sprachdiensten in Deutschland. 

Gerade wenn es um sensible Finanzdaten geht, ist der Sicherheitsaspekt mit am wichtigsten. Dabei minimieren einheitliche Firmennetzwerke die Gefahr von Cyberangriffen: Offene Internetanschlüsse, verschlüsselte Internetverbindungen und hochsichere MPLS-VPN-Anbindungen sollten idealerweise über eine einheitliche Overlay-Struktur (z. B. in Form von SD-WAN) gemanagt werden. So können applikationsbezogen, sicherheitskritische Daten über die jeweils am besten geeignete Standortanbindung übertragen werden. Dank eines übergreifenden Monitorings behält man zudem Klarheit über den Sicherheitsstatus und die Integrität des Gesamtsystems.

Um die Sicherheit zu erhöhen, werden meist verschiedene Netze für Kunden, Bankautomaten, Unternehmensinterna oder Sicherheits- und Alarmsysteme verwendet. Alle Systeme müssen parallel und maximal stabil laufen. Das heißt, kein Dienst darf Zugriff oder Auswirkungen auf einen anderen haben. So ist im Ernstfall gewährleistet, dass nur ein Dienst ausfällt und nicht alle auf einmal betroffen sind.

Eine Glasfaser-Infrastruktur bietet bestmögliche Voraussetzungen für getrennte Netze, z. B. durch die Einrichtung von Virtual Local Area Networks (VLANs) oder die Terminierung von Sprache, Internet oder Firmendaten über verschiedene Dienste-Router, sodass bei einem Hardware-Ausfall die anderen Dienste problemlos weiter funktionieren. Backup-Systeme über getrennte Access-Technologien (z. B. VDSL oder LTE) ermöglichen ein zusätzliches Maß an Ausfallsicherheit. Hochredundanz-Produkte mit spezieller Streckenführung tragen zu einer optimalen Verfügbarkeit der Unternehmensservices bei.

Produktivitätssteigerung durch glasfaserbasierte Infrastruktur

Eine effiziente IT ist die beste Antwort auf den allgemeinen Kostendruck und die zunehmende Anzahl der Wettbewerber im Finanzmarkt: Dank eines Glasfaser-Hausanschlusses können beispielsweise alte Teilnehmeranschlussleitungen gekündigt und Kosten gespart werden. Das Bündeln von IT-Insellösungen über einen einzigen Glasfaser-Anschluss reduziert zudem die Komplexität der Infrastruktur um ein Vielfaches.

Stabile, störungsfreie Leitungen, weniger Supportanfragen und schnellere Verbindungen ermöglichen es also, signifikante Kosten – gerade in Zeiten von Niedrigzinsen – einzusparen.

Basierend auf einem Glasfaser-Anschluss bieten Telekommunikationsanbieter ihren Kunden einen Multiservice an, bei dem die Dienste Voice, Internet und VPN über eine Leitung ‒ bei Bedarf auch redundant ‒ verfügbar sind. Dabei kann der Kunde selbst entscheiden, welche Dienste er haben möchte und wie viel Bandbreite er dafür benötigt. Je nach Bedarf können weitere Kommunikationsdienste flexibel hinzugeschaltet werden. Zudem sind die IT-Ressourcen über eine glasfaserbasierte Infrastructure-as-a-Service fast beliebig skalierbar, reagieren also bei Belastungsspitzen performant und erzeugen bei Leerzeiten keine unnötigen Kosten. Da Glasfaser im Gegensatz zu Kupferleitungen keine Störstrahlungen sendet, ist die Qualität der Verbindungen außerdem deutlich höher.

Gleichzeitig bietet Glasfaser eine breite Auswahl an branchenspezifischen Lösungen, die von der hochsicheren Vernetzung verschiedener Standorte über Cloud-Systeme und skalierbare IT-Ressourcen bis hin zu garantierter Netzwerksicherheit oder der Bereitstellung von Service-Nummern reicht. Dabei können die Finanzdienstleister sicher sein, immer den strengen Anforderungen der BaFin zu genügen.Dr. Sören Trebst, 1&1 Versatel

 
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