STUDIEN & UMFRAGEN1. November 2021

IBM-Studie Cloud-Anbieter: 64 % sehen in der Regulierung ein Hindernis

Die IBM-Studie Cloud-Studie
IBM

Laut den Ergebnissen der aktuellen IBM-Studie zur Cloud-Transformation hat sich der Unternehmensbedarf drastisch verändert: nur drei Prozent der Befragten weltweit gaben an, 2021 eine einzige private oder öffentliche Cloud zu nutzen, gegenüber 29 Prozent in 2019. In Deutschland weichen die Zahlen nur geringfügig ab. Hier waren es 2% in 2021, gegenüber 28% in 2019. Damit hat sich die Hybrid Cloud als dominierende IT-Architektur etabliert.

Das IBM Institute for Business Value (IBV) hat die weltweite Studie in Zusammenarbeit mit Oxford Economics durchgeführt. Befragt wurden dafür fast 7.200 C-Suite Führungskräfte aus 28 Branchen und 47 Ländern. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Cloud-Markt in die Ära der hybriden Multi Cloud eingetreten ist und dass nach wie vor Bedenken hinsichtlich Anbieterbindung, Sicherheit, Compliance und Interoperabilität überwiegen.

Befragte in regulierten Branchen, etwa bei Behörden (85 Prozent) und bei Finanzdienstleistern (80 Prozent), gaben an, dass Governance- und Compliance-Tools, welche über mehrere Clouds hinweg eingesetzt werden können, für den Erfolg einer digitalen Initiative wichtig sind. Nur 1 Prozent der Befragten der Versicherungsbranche gaben an, im Jahr 2021 eine einzige private oder öffentliche Cloud zu nutzen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Cyber-Bedrohungen sind so hoch wie nie zuvor:
1. Komplexität bei der Infrastruktur führt zu Schwachstellen, die Cyberkriminelle ausnutzen.
2. Dennoch gab überraschenderweise mehr als ein Drittel der Befragten an, dass die Verbesserung der Cybersicherheit und die Verringerung von Sicherheitsrisiken nicht zu ihren größten Geschäfts- und IT-Investitionen gehören.
3. Gleichzeitig gaben 80 Prozent der Befragten (in Deutschland 73%) an, dass die Einbettung der Datensicherheit in die Cloud-Architektur in den meisten Fällen wichtig oder äußerst wichtig für erfolgreiche digitale Initiativen ist.

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Unternehmen prangern Anbieterbindung an

4. Fast 79 Prozent der Befragten (in Deutschland 77%) gaben an, dass es für den Erfolg ihrer digitalen Initiativen wichtig oder äußerst wichtig ist, dass die Workloads vollständig portabel sind und keine Anbieterbindung besteht.
5. Für fast 69 Prozent der Befragten (in Deutschland 77%) ist die Anbieterbindung ein wesentliches Hindernis für die Verbesserung der Business Performance in den meisten oder allen Bereichen ihrer Cloud-Infrastruktur.

Der Trend geht in Richtung Industrie-Clouds

6. Fast 70 Prozent der Befragten in den Sektoren Behörden und Finanzdienstleistungen sehen die Einhaltung branchenbezogener gesetzlicher Vorschriften als ein Hindernis für die Business Performance ihrer Cloud-Infrastruktur.

Zu Beginn ihrer Cloud-Reise haben die meisten Unternehmen verschiedene Clouds für weniger kritische Dinge oder Innovations-Projekte ausprobiert, ohne jegliche Kontrollen oder integrierte Security-Konzepte. Diese fragmentierte Architektur kann ein Frankenstein-Monster hervorbringen, das mit Komplexität und unzusammenhängenden Teilen gespickt ist, was außer Kontrolle geraten und das Unternehmen für große Sicherheitsbedrohungen öffnen kann.“

David Faller, Technical Executive, IBM Cloud DACH

Die Sicherheit eines Unternehmens – so IBM – müsse mit einem einzigen Kontrollpunkt konzipiert werden, der einen ganzheitlichen Überblick über Bedrohungen biete und die Komplexität verringert. Sicherheits-, Governance- und Compliance-Tools müssen über mehrere Clouds hinweg eingesetzt werden, und die Datensicherheit muss in die gesamte Cloud-Architektur eingebettet sein, damit digitale Initiativen erfolgreich sein können.

IBM-Studie Cloud-Anbieter: Hybrid liegt klar vorne
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Die Studie ergab zudem, dass Unternehmen die Nutzung der Cloud im Hinblick auf Akzeptanz, Geschwindigkeit, Migration und Kosteneinsparungsmöglichkeiten bewerten müssen. Weitere Empfehlungen für Unternehmen sind:

1. Konzentrieren Sie sich auf Sicherheit und Datenschutz: Bestimmen Sie, wo sich Ihre sensiblen Workloads befinden, und prüfen Sie, wer und was Zugang zu diesen Workloads hat. Testen Sie regelmäßig, ob die Sicherheitskontrollen und Datenschutzrichtlinien eingehalten werden, aber auch, ob falsch konfigurierte Anlagen und Software-Schwachstellen umgehend behoben werden.
2. Fragen Sie, welche Workloads in die Cloud verlagert werden sollten – nehmen Sie eine Bestandsaufnahme der IT-Umgebung vor, um zu ermitteln, welche Workloads und Anwendungen in der Cloud den größten Nutzen bringen und welche besser vor Ort bleiben sollten.
3. Lassen Sie Daten für sich arbeiten – Analysieren Sie Workloads mit KI-gesteuerten Tools und Best Practices, um zu bestimmen, wo und wie sie am passenden Ort und aus den passenden Gründen eingesetzt werden sollten.
4. Legen Sie einen taktischen Ansatz fest – befassen Sie sich mit den technologischen Kompromissen, z. B. mit der Auswahl des besten Ansatzes für die Modernisierung bestimmter Anwendungen und der Verwaltung wichtiger Themen wie Sicherheit, Governance und Disaster Recovery.
5. Bestimmen Sie das richtige Team – setzen Sie ein interdisziplinäres Team von Mitarbeitern ein, die überdenken, wie Ihr Unternehmen Werte für Ihre Kunden schafft.

Die komplette Studie können Sie kostenlos und ohne Adressangabe hier herunterlanden.aj

 
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