KI im Kreditgeschäft: 87 Prozent der Banken setzen bereits auf künstliche Intelligenz

ChatGPT
Der Einsatz künstlicher Intelligenz im Kreditgeschäft hat innerhalb eines Jahres deutlich zugenommen. Rund die Hälfte der Nutzer sieht ihre Prozesse um 11 bis 25 Prozent beschleunigt, ein weiteres Viertel sogar um mehr als 25 Prozent. Besonders hoch sind die Erwartungen an das Kostensenkungspotenzial: 83 Prozent der Institute rechnen mit zweistelligen Einsparungen, 43 Prozent sogar mit mehr als 30 Prozent. Die Institute betrachten KI als wichtige Unterstützung für die Kreditentscheidung, jedoch nicht als Entscheider: 42 Prozent der Befragten nennen Branchenanalyse und Markteinschätzung durch KI als geeignete Einsatzfelder, 40 Prozent nennen Frühwarnindikatoren. Die Votierung erreicht mit 30 Prozent den niedrigsten Wert. Gleichzeitig erwarten 72 Prozent der Studienteilnehmer durch den KI-Einsatz eine bessere oder deutlich bessere Qualität von Kreditentscheidungen und -analysen.

Cofinpro
Nach Einschätzung von Cofinpro-Experte Sven Dost bleibt die Verantwortung für die Kreditentscheidung auch bei zunehmendem KI-Einsatz beim Menschen. Der „Human-in-the-Loop“-Ansatz spiele deshalb eine wichtige Rolle: KI liefere die Entscheidungshilfe, der Mensch treffe die Entscheidung und konzentriere sich auf anspruchsvolle Aufgaben.
Die Experimentierphase ist vorbei. Nun beginnt für die Banken die anspruchsvolle Aufgabe, aus technologischer Innovation einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Das gelingt nur, wenn die Banken ihre Kreditprozesse so anpassen, dass KI an den richtigen Stellen einen Mehrwert für Bank und Kunden schafft.“
Sven Dost, Senior Manager bei Cofinpro
Experimentierphase ist vorbei – Bedenken bleiben

Cofinpro
Mit der zunehmenden technologischen Reife verschieben sich auch die Herausforderungen für die Institute. Die fehlende Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist mit 42 Prozent das am häufigsten genannte Risiko des KI-Einsatzes. 38 Prozent fürchten Fehlentscheidungen bei der Kreditvergabe und 36 Prozent eine mangelnde Akzeptanz bei den Kunden. Regulatorische Risiken liegen mit 28 Prozent dagegen am unteren Ende der Liste.
Dost sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass die Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden für den weiteren KI-Einsatz eine größere Herausforderung darstellt als regulatorische Vorgaben: „Banken sollten KI nicht daran messen, wie viele Aufgaben sie automatisieren können. Entscheidend ist, ob der Kreditprozess dadurch für Bank und Kunden tatsächlich besser wird. Dazu gehört auch, bewusst festzulegen, wo KI analysiert und Entscheidungen vorbereitet und wo menschliche Expertise und Verantwortung gefragt bleiben. Genau diese Verbindung wird über den nachhaltigen Erfolg von KI im Kreditgeschäft entscheiden.“
Für die Studie „KI im Kreditgeschäft 2026“ befragte Cofinpro online 102 Führungskräfte deutscher Banken und Finanzinstitute aus unterschiedlichen Bereichen des Kreditgeschäfts. Die Ergebnisse beruhen auf den Angaben und Einschätzungen der Teilnehmer und sind nicht als repräsentative Messung des gesamten Bankenmarkts ausgewiesen.tw
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