KI-Investitionen im Finanzsektor steigen schneller als der Reifegrad

KI, DALL-E
Von den befragten deutschen Unternehmen aus der Branche, die derzeit KI einführen, berichten 88 % von steigenden Investitionen in den vergangenen zwölf Monaten. Bei 57 % stiegen die Investitionen dabei sogar erheblich. Dennoch befinden sich bislang nur 46 % in der Skalierungsphase oder nutzen KI gar als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells.
Laut HTEC deuten diese Zahlen auf eine wachsende Kluft zwischen Investitionen und dem Reifegrad der KI-Nutzung hin. Die größte Ursache dafür liege möglicherweise nicht in der Technologie selbst, so die Einschätzung des Unternehmens: So stimmten 83 % der befragten deutschen Institute der Aussage zu, dass Menschen und Prozesse den Nutzen von KI stärker begrenzen als die Technologie.
Neue Umsätze generieren statt nur Kosten senken
Die Studie zeigt auch veränderte Erwartungen von Finanzinstituten an KI. Für lediglich 15 % der befragten deutschen Unternehmen sind Kostensenkungen das wichtigste Ziel ihrer KI-Investitionen. Mit jeweils 30 % verfolgen die meisten Unternehmen primär die Ziele, neue Umsatzströme zu generieren und die Produktivität zu steigern.
Die Ansätze zur Erfolgsmessung sind uneinheitlich: 40 % der befragten deutschen Institute verlangen ein formales Modell zur Berechnung des Return on Investment, bevor sie eine KI-Initiative genehmigen. 25 % bewerten den wirtschaftlichen Ertrag dagegen erst nach der Umsetzung.
Diese Ergebnisse verdeutlichten, dass die Definition und Messung des Nutzens über den gesamten Lebenszyklus von KI-Investitionen hinweg weiterhin eine wichtige Herausforderung auf dem Weg zu einem höheren Reifegrad darstelle.
Governance hält nicht mit der Einführung Schritt
Auch bei der Governance offenbart die Umfrage Handlungsbedarf. So messen 35 % der befragten deutschen Unternehmen Risiken ausschließlich bei Hochrisiko-Systemen. Lediglich 5 % erfassen und bewerten die Risiken systematisch über ihr gesamtes KI-Portfolio hinweg.
Zudem stellen die deutschen Finanzdienstleister fest, dass sie mehr externe Unterstützung benötigen als ursprünglich erwartet. 25 % berichten, stärker auf externe Partner oder Berater angewiesen zu sein als angenommen.
Ob Unternehmen mit KI die gewünschten Ergebnisse erzielen, hängt maßgeblich von den Rahmenbedingungen rund um die Technologie ab: Wie sie KI in ihre Abläufe integrieren, ob es klare Verantwortlichkeiten für die Ergebnisse gibt und ob die Mitarbeitenden dazu befähigt werden, KI konsequent zu nutzen. Deshalb helfen wir Finanzdienstleistern dabei, ihre Teams durch KI zu stärken und die organisatorischen Voraussetzungen für den KI-Einsatz zu verbessern. Dadurch lässt sich die Lücke zwischen Investitionen und Reifegrad schließen und der Nutzen von KI auch bei einem breiten Einsatz messbar machen.“
Philip Otley, Global Managing Partner bei HTEC
Laut HTEC legen die Ergebnisse der Umfrage nahe, dass es in der nächsten Phase der KI-Einführung bei Finanzdienstleistern weniger darum gehen werde, einfach weitere Technologien einzuführen. Vielmehr werde entscheidend sein, die Voraussetzungen für einen breiten Einsatz zu schaffen.
Dazu gehören klar definierte Geschäftsziele, vertrauenswürdige Daten, eindeutige Verantwortlichkeiten, eine konsistente Erfolgsmessung und eine dem jeweiligen Risiko angemessene Governance. Diese Grundlagen würden immer mehr an Bedeutung gewinnen, je stärker Finanzinstitute agentische KI-Workflows in ihre Geschäftsprozesse integrierten.
Der vollständige Report kann hier kostenlos heruntergeladen werden.dw
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