FINTECH8. November 2019

Kryptowährungen als Zahlungsmittel: Schnelles und günstiges Bezahlen mit Bitcoin und Co.

Allexxandar / Bigstock

Kryptowährungen sind für viele Anwender eher ein Investitionsprodukt und Spekulationsobjekt als eine Lösung zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen. Dabei können sie gerade hier ihr Potenzial entfalten. Eine neue Befragung des Branchenverbands Bitkom hat nun ergeben, dass Bitcoin, Ethereum und Co. in den Augen der Bundesbürger sowohl Chancen bieten, als auch Nachteile und Risiken beinhalten.

Die Befragung von 1.004 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hat ergeben, dass zwei Drittel (68 Prozent) bereits von Kryptowährungen gehört oder gelesen haben – etwas mehr als vor einem Jahr (damals 64 Prozent). Eine deutliche Mehrheit von ihnen (62 Prozent) beklagt, dass Kryptowährungen angesichts von Kursschwankungen lediglich für Spekulanten geeignet seien. Allerdings gibt auch jeweils rund jeder Zweite an, dass Kryptowährungen schnellere (56 Prozent) und billigere (51 Prozent) Geldtransfers ermöglichen sowie das Bezahlen gerade von Kleinstbeträgen im Internet sehr viel einfacher machen werden (49 Prozent).

Patrick Hansen, Bitkom Bitkom

Die rasante Kursentwicklung bei Bitcoin hat dazu geführt, dass breit über Kryptowährungen berichtet wurde. Allerdings hat sich dadurch auch das Bild festgesetzt, dass Kryptowährungen so etwas wie Glücksspiel sind, wodurch man schnell reich werden, aber auch viel Geld verlieren kann. Kryptowährungen bieten viele Chancen, etwa im Internet of Things. Und wir werden mittelfristig auch weit verbreitete digitale Währungen sehen, sei es die E-Krone aus Schweden, der E-Euro oder womöglich ein von einem Konsortium getragenes Projekt wie Libra.“

Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain beim Bitkom-Verband

Kryptowährungen gelten als komplexe Materie

Abgesehen von starken, oft nicht vorhersehbaren Kursschwankungen ist ein weiterer großer Kritikpunkt die schwierige Handhabung von Kryptowährungen und das Risiko des Diebstahls oder Verlusts (diese Erkenntnis deckt sich mit anderen Befragungen zum Thema Bitcoin. So sagen 6 von 10 Befragten (61 Prozent), die bereits von Bitcoin, Ethereum und Co. gehört haben, dass sie diese nicht benutzen, weil sie viel zu kompliziert sind. Mehr als jeder Siebte (15 Prozent) würde aber gerne eine Kryptowährung direkt in seinem Messenger nutzen, um damit Rechnungen zu bezahlen oder Geld an Freunde weiterzugeben. „In der Vergangenheit haben sich Kryptowährungen stark an Technikinteressierte gerichtet. Wir werden in Zukunft Kryptowährungen erleben, bei denen der Umgang nicht komplizierter sein wird als mit traditionellem Geld – im Zweifel eher einfacher“, so Hansen.

Bislang gibt es eine Vielzahl verschiedener Kryptowährungen, die starke Kursschwankungen aufweisen und nicht miteinander kompatibel sind. Die Diskussion um die von Facebook-Chef Zuckerberg initiierte Kryptowährung Libra schlägt sich erwartungsgemäß auch in der Wahrnehmung von Kryptowährungen nieder. So haben 60 Prozent derjenigen, die schon einmal von Kryptowährungen gehört haben, die durchaus naheliegende Angst, dass dadurch große Tech-Konzerne mächtiger werden. Und jeder Zweite (51 Prozent) ist aktuell der Meinung, dass ausschließlich Notenbanken Währungen ausgeben sollten.

Libra ist ein Weckruf für Notenbanken und Finanzregulatoren weltweit. Endlich werden Chancen und Herausforderungen von sogenannten Stablecoins wie Libra, aber auch von staatlichen Digitalwährungen auf höchster Ebene diskutiert. Heute wollen die EU-Finanzminister über die Möglichkeiten eines Digital-Euro sprechen. Wir erleben jetzt einen Wettlauf um das digitale Geld.“

Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain beim Bitkom-Verband

tw

 
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