LSI-Stresstest: Kleine und mittlere Banken bleiben robust – Kreditrisiken rücken in den Fokus

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Die Finanzaufsicht hat parallel zum Stresstest 1.113 Banken und Sparkassen zu ihrer aktuellen und erwarteten Ertrags- und Risikosituation befragt. Damit waren rund 90 Prozent der deutschen Kreditinstitute beteiligt. Zusammen stehen die sogenannten Less Significant Institutions, kurz LSI, für rund 38 Prozent der aggregierten Bilanzsumme des deutschen Bankensektors. Die großen, direkt von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigten Institute gehören nicht dazu. Das Stressszenario unterstellt eine schwere Wirtschaftskrise als Folge einer weiteren Verschärfung geopolitischer Spannungen. In diesem Fall würde die aggregierte harte Kernkapitalquote der Institute um rund 3,8 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent sinken. Ursache wären vor allem Wertberichtigungen aus Adress- und Marktrisiken.
Die Institute bleiben insgesamt solide aufgestellt. Aufgrund ihrer guten Kapitalisierung wären die meisten Banken und Sparkassen in der Lage, auch einem drastischen globalen Wirtschaftseinbruch zu widerstehen.“
Nikolas Speer, Bafin-Exekutivdirektor Bankenaufsicht
Mehrere Dutzend Institute würden im Stressszenario dennoch unter ihre Kapitalanforderungen fallen. Damit sind allerdings weniger Häuser betroffen als beim vorherigen Test 2024. Nach Angaben von Bundesbank und Bafin haben die meisten Institute, die damals durch ihre Kapitalisierung aufgefallen waren, ihre Eigenmittelquoten inzwischen erhöht.
Aufsicht vereinfacht Stresstest
Besonders im Blick behalten die Aufseher das Kreditgeschäft. Strukturelle Belastungen im Unternehmens- und Gewerbeimmobilienbereich könnten die Schuldentragfähigkeit von Kreditnehmern weiter beeinträchtigen. Gleichzeitig erwarten die Banken und Sparkassen selbst eine Verbesserung ihrer Ertragslage: Ihre durchschnittliche Gesamtkapitalrentabilität soll nach den Planungen von 0,43 Prozent im Jahr 2025 auf 0,64 Prozent im Jahr 2028 steigen. Die harte Kernkapitalquote soll im Aggregat von derzeit 18,4 auf 19,1 Prozent zulegen. Allerdings rechnet jedes fünfte Institut mit einer sinkenden Quote. Auffällig ist außerdem, dass die Institute ein stärkeres Wachstum ihrer risikogewichteten Aktiva als ihrer Bilanzsummen erwarten. Laut Aufsicht kann das auf eine höhere Risikonahme hindeuten, allerdings können auch veränderte regulatorische Anforderungen eine Rolle spielen.
Bafin und Bundesbank haben den Stresstest 2026 zugleich methodisch verschlankt. Berechnungen und Datenerhebung wurden reduziert und das Verfahren stärker am individuellen Risiko der Institute ausgerichtet. Das betrifft insbesondere die sogenannte Pillar 2 Guidance, also die aufsichtliche Empfehlung für zusätzliche Eigenmittel. Künftig erhalten nur noch Institute eine solche Empfehlung, deren Kapitalquote im Stressszenario unter ihre vorgeschriebenen SREP-Kapitalanforderungen zuzüglich eines Puffers von 500 Basispunkten fällt. Nach Angaben der Aufsicht werden dadurch künftig rund 40 Prozent weniger Institute eine zusätzliche Eigenmittelempfehlung erhalten.
Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt sowohl die Kapitalausstattung als auch den reduzierten Erhebungsumfang. Die DK fordert allerdings, bei der Festlegung zusätzlicher Eigenmittelempfehlungen mit Augenmaß vorzugehen, um die Kreditvergabemöglichkeiten der Institute nicht unnötig einzuschränken. Zudem verlangt sie erneut eine Rücknahme des antizyklischen Kapitalpuffers und des sektoralen Systemrisikopuffers für Wohnimmobilienfinanzierungen.
IT-Resilienz wird eigener Aufsichtsschwerpunkt
Der aktuelle Stresstest untersucht die finanzielle und nicht die technische Widerstandsfähigkeit der Institute. IT-Resilienz spielt in der Bankenaufsicht 2026 dennoch eine zentrale Rolle. Bafin und Bundesbank führen IT-Sicherheit als eigenen nationalen Aufsichtsschwerpunkt. Dabei geht es insbesondere um Cyberrisiken, die Abhängigkeit von IT-Dienstleistern und Konzentrationsrisiken bei Auslagerungen an Cloudanbieter. Zudem überprüfen die Aufseher bei ausgewählten Banken und IT-Dienstleistern die Umsetzung des Digital Operational Resilience Act, kurz DORA. Festgestellte Lücken sollen risikoorientiert adressiert werden. Auch die fachliche und technische Datenqualität im Meldewesen – insbesondere bei Verbundinstituten – steht auf der Agenda. Damit betrachtet die Aufsicht Widerstandsfähigkeit zunehmend breiter: Neben Kapital- und Kreditrisiken gehören dazu auch Cyberresilienz, belastbare IT-Dienstleister und verlässliche Daten.tw
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