STRATEGIE17. Juli 2018

Banken: Per Mainframe-Optimierung die IT-Kosten reduzieren und Agilität erhöhen

Stefan Kober, Senior Business Consultant bei GFTGFT

Eine vielversprechende Lösung, um die IT der Finanzindustrie fit für die Zukunft zu machen, bietet der Ansatz zum Mainframe Optimisation & Rehosting. Die zentrale Frage lautet: Verkörpern die Mainframe-Applikationen Ihres Finanzinstituts nach wie vor wichtige Geschäftsprozesse? Dann geht es Ihnen wie vielen Banken und Versicherern in Deutschland. Die Herausforderung ist es, diese in moderne Plattformen zu transformieren, um die Kostenbasis nachhaltig zu optimieren. Mit dem Rehosting von Applikationen können nicht nur hohe Software-Lizenzgebühren eingespart, sondern auch die Flexibilität erhöht und Risiken minimiert werden. Werfen wir also einen Blick darauf, für wen sich der Ansatz zum Mainframe Rehosting eignet und wie ein Umsetzungsprojekt konkret aussehen kann.

von Stefan Kober, Senior Business Consultant GFT

Die Modernisierung von Applikationen gewinnt vor dem Hintergrund des allmählich schwindenden Mainframe-Wissens zunehmend an Relevanz. Es gibt immer weniger Experten in diesem Umfeld und die Ausbildung an Hochschulen hat zwischenzeitlich mit der Konzentration auf andere Technologien einen anderen Fokus. Trotzdem laufen viele unternehmenskritische Kernanwendungen noch auf dem Mainframe.

Um jedoch dem Risiko eines nicht oder nur schwer zu behebenden Systemausfalls aufgrund fehlendem Experten-Know-hows entgegenzuwirken, ist eine Verlagerung bzw. Modernisierung der Applikationen unbedingt in Erwägung zu ziehen.“

Hohe Kosten und unflexible Skalierbarkeit

Mainframes verursachen im Vergleich zu dezentralen Lösungen erfahrungsgemäß höhere laufende Kosten, die vorrangig in den Software-Lizenzen –  abgerechnet nach Systemgröße unter zOS – begründet sind. Darüber hinaus sind Mainframe-Installationen aus Kostengesichtspunkten nicht so flexibel skalierbar, da die vorhandene Infrastruktur nicht einfach zurückgebaut werden kann. Aber auch Einflussfaktoren wie die Standardisierung der IT-Landschaft und Steigerung der Innovationsfähigkeit spielen eine entscheidende Rolle bei der Überprüfung einer Verlagerung von Applikationen weg vom Mainframe.

Im Fokus stehen Stabilität, Sicherheit und Performance

Durch das Mainframe Rehosting werden Host-Anwendungen in eine moderne und kostengünstigere dezentrale Umgebung überführt – bei gleicher Stabilität, Sicherheit und Performance.

Autor Stefan Kober, GFT
Stefan Kober arbeitet seit 2013 als Senior Consultant bei der GFT Technologies SE. Er berät in verschiedensten Rollen Kunden aus dem Finanzsektor bei der Umsetzung von IT-Integrations­projek­ten. Zudem ist er mitverantwortlich für das globale Service Offering Mainframe Optimisation & Rehosting und unterstützt die Projekte in den verschiedenen Phasen des Transformations-Prozesses. Er verfügt über große Erfahrung im Retailgeschäft bei Banken sowie der Be­ra­tungs­bran­che und ist ein Experte für Kernbankanwendungen.
Die erprobten Migrationsverfahren und Frameworks ermöglichen es, die vorhandenen Anwendungsobjekte ohne Änderung in der neuen Umgebung auszuführen. Die Objekte müssen nicht neu implementiert werden, sondern stehen direkt wieder zur Verfügung. Das operative Geschäft ist somit zu jeder Zeit gewährleistet. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Das Anwendungs-Know-how in den bestehenden Entwicklungsteams kann in der neuen und modernen System- und Entwicklungsumgebung eingesetzt und ausgebaut werden.

Eine erste Analyse zeigt die künftige Mainframe-Strategie auf

Die erste Stufe eines möglichen Rehosting bildet das sogenannte Pre-Assessment. Hier werden in wenigen strukturierten Workshops die Rahmenbedingungen, wie Mainframe-Strategie und die individuellen Treiber erörtert, sowie erste Inhalte der aktuellen Systemlandschaft aufgenommen. Der Umfang kann hierbei individuell an die jeweiligen Gegebenheiten beim Kunden angepasst werden.

Die so gewonnenen Erkenntnisse können für einzelne Applikationen zu folgenden Szenarien führen:

1. “Do nothing“ – die Applikationen bleiben wie gehabt erhalten
2. „Transformation“ – Migration der Applikationen auf eine offene Systemplattform
3. „Modernisierung“ – Optimierung unter bestehenden Technologien
4. „Replacement“ – Ersatz durch eine Standardsoftware

Evaluierung der Mainframe-Strategie
GFT

Das ausführliche Assessment schafft letztendlich die Entscheidungsbasis für ein Rehosting

Um eine abschließende Bewertung abgeben und einen Business Case entwickeln zu können, folgt in Stufe 2 ein ausführliches Assessment. In Form einer standardisierten Inventarisierung, unterstützt durch maschinelle Auswertungs-Tools, erfolgt hier eine eingehende Bestandsaufnahme der bestehenden IT-Landschaft sowie aller relevanten Programme, Programmiersprachen, Schnittstellen etc.

Diese detaillierte Prüfung gibt letztendlich Aufschluss über die Komplexität als auch den Aufwand des Rehostings und lässt eine erste Bewertung der angestrebten Optionen zu.

Das Assessment schafft damit die Basis für eine Machbarkeitsanalyse und zeigt Handlungs-felder auf. Ebenfalls Bestandteil dieser Projektphase sind die Ausarbeitung eines Business Case mit konkreten ROI, eine Risikoanalyse sowie die Erstellung eines Projektplans.

Ein bewährtes Vorgehen im Umsetzungsprojekt

Ist die Entscheidung für ein Mainframe Rehosting-Projekt gefallen, so kann das von GFT entwickelte Vorgehen für ein Rehosting eingesetzt werden. Nach der Konkretisierung der technischen Umsetzung und des Projektplans folgt die Erstellung eines Proof of Concepts mit exemplarischen Implementierungen zur Bestätigung der getroffenen Annahmen.

Mainframe Optimisation & Rehosting
Wie Banken die Modernisierung ihrer IT-Systeme konkret meistern können, zeigt GFT in einem kürzlich veröffentlichten Whitepaper. Darin werden die einzelnen Ansatzpunkte hinsichtlich Plattformen, API-Management und vieles mehr beschrieben und jeweils konkrete Handlungsempfehlungen für die Umsetzung abgeleitet. Das Whitepaper zum Core Application Renewal können Sie auf der GFT-Webseite kostenlos herunterladen.

Dies ist ein sehr wichtiger vorbereitender Schritt im Umsetzungsprojekt. Zum einen gewinnt man die Sicherheit, dass die gewählte technische Plattform den Anforderungen entspricht. Zum anderen bietet dies allen Projektbeteiligten die Möglichkeit, schon zu einem frühen Zeitpunkt im Projekt einen konkreten Eindruck vom zukünftigen Arbeitsumfeld zu erhalten.

Die Auswirkungen einer Umstellung sind aus unserer Sicht nicht nur unter dem technischen Aspekt zu betrachten, sondern viel mehr auch unter dem Blickwinkel der Bedeutung für die Organisation insgesamt und den einzelnen Mitarbeiter. Der Wechsel auf eine neue Systemplattform bedeutet, dass auch interne organisatorische Prozesse angepasst und die Mitarbeiter frühzeitig mitgenommen werden müssen. Hierdurch können Befürchtungen und Widerstände abgebaut werden. Dies ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Systemumstellung.

Die Migration an sich stützt sich auf eine maschinelle Überleitung der Sourcen und Objekte vom Mainframe in die dezentrale Umgebung. Aufwandstreiber der Umstellung sind die Integration der Applikation in die Systemlandschaft und die Überführung der Schnittstellen. Für eine gute Vorbereitung sorgt hier das Assessment. Nach der Migration und der ersten Überführung der Anwendungen in die neue dezentrale Systemlandschaft stellen maschinell durchgeführte Regressionstests die Qualität für die Produktivsetzung sicher.aj

 
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