STUDIEN & UMFRAGEN5. Juli 2019

Online-Händler unterschätzen laut ibi Research Kosten der Zahlungsverfahren deutlich

ibi research an der Universität Regensburg GmbH

Das Forschungsinstitut ibi research hat in einer Händlerbefragung die Kosten von Zahlungsverfahren im deutschen Online-Handel untersucht. Die Ergebnisse sind in der Studie „Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im deutschen E-Commerce 2019“ kostenfrei zugänglich. Viele Online-Händler haben die Kosten für Bezahlverfahren nicht umfassend im Blick und betrachten fast nur die direkten Kosten. Indirekte Kosten wie beispielsweise für Mahnwesen und die Retouren-Abwicklung werden dagegen häufig nicht berücksichtigt. Händler unterschätzten damit die den Zahlungsverfahren zurechenbaren Kosten zum Teil massiv.

Drei Viertel der Händler (76 Prozent) halten die Bezahlung per Vorkasse für ein günstiges oder sehr günstiges Verfahren. Vorkasse belegt damit klar den ersten Platz in ihrer Einschätzung. Dahinter folgen Lastschrift und Rechnung. Betrachtet man jedoch die Gesamtkosten unter Berücksichtigung aller indirekten Kosten, ergibt sich für den Durchschnittshändler der Studie ein ganz anderes Bild: Tatsächlich ist paydirekt in der Auswertung das günstigste Verfahren vor der Sofortüberweisung und Vorkasse. Am teuersten ist hingegen die ungesicherte Rechnung, bei der die indirekten Kosten im Basisfall der Studie 85 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Der Basisfall der Studie ist ein Durchschnittshändler mit 4839 Bestellungen im Monat bei einem Warenkorbwert von 92,0 Euro.

ibi research an der Universität Regensburg GmbH

Beim Thema, dass Kreditkarte und PayPal zu den eher teureren Zahlungsverfahren gehören, liegen die Händler in ihrer Einschätzung richtig.

Indirekte Kosten werden unterschätzt

Zu den indirekten Kosten eines Zahlungsverfahren gehören nicht nur mögliche Zahlungsausfälle, sondern auch Kosten durch verspäteten Zahlungseingang, interne und externe Prüfungen, Abwicklung von Retouren, manuelle Nachbearbeitungen sowie das Mahn- und Inkassowesen. Oft machen sie den weit größeren Anteil aus.

Viele Händler bewerten die indirekten Kosten gar nicht oder deutlich zu niedrig. Das sei erstaunlich, denn diese Kostenfaktoren könnten bei einigen Verfahren das Vierfache der direkten Kosten ausmachen. Gerade bei der ungesicherten Rechnung sei das der Fall. Einem Großteil der Befragten ist das offenbar nicht bewusst.“

Holger Seidenschwarz, Research Director bei ibi research

Kosten der Zahlungsverfahren
ibi research an der Universität Regensburg GmbH

Individuelle Beurteilung notwendig

Bei der Entscheidung über den Einsatz von Zahlungsverfahren haben Online-Händler vieles im Blick. Wichtig ist zum einen die Akzeptanz des Verfahrens auf Kundenseite, zum anderen der Sicherheitsgrad der Zahlung. Die Kosten stellen einen weiteren sehr bedeutsamen Aspekt dar. Weil sich diese von Händler zu Händler stark unterscheiden können, ist eine individuelle Betrachtung notwendig.

Die Studie untersucht daher noch drei weitere Beispielszenarien: einen großen Bekleidungsversender, einen kleinen Geschenkartikelversender und einen Versender hochwertiger Unterhaltungselektronik. Dabei zeigen sich teils deutliche Unterschiede. Jeder Online-Händler sollte daher alle Kostenfaktoren berücksichtigen und dann für sich selbst entscheiden, welche Zahlungsarten für seinen Shop sinnvoll und angemessen sind. Die Studie kann dabei eine Orientierung geben.

Die vollständige Studie von ibi research „Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im deutschen E-Commerce 2019“ steht hier nach Angabe von Kontaktdaten kostenlos zum Download zur Verfügung.pp

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/91565 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Stimmen, Durchschnitt: 4,43 von maximal 5)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

OXID integriert Klarna als zentrale Zahlungslösung

Der bekannte europäische Zahlungsdienstleister Klarna mit Sitz in Stockholm und...

Schließen