FINTECH22. Oktober 2019

Pleo: Dieses FinTech will Spesenabrechnungen digitalisieren

Pleo

Das in Skandinavien bereits etablierte Startup Pleo startet jetzt seinen Betrieb in Deutschland. Das FinTech-Unternehmen ist auf Bezahlkarten spezialisiert, mit denen Unternehmen ihre Spesenabrechnungen automatisieren können. Mitarbeiter sollen so leichter ihre Ausgaben fürs Unternehmen erledigen können, Controller in der Firma einen besseren Überblick in Echtzeit über die getätigten Ausgaben erhalten. Um den deutschen Markt besser adressieren zu können, eröffnet das Unternehmen ab November ein Büro in Berlin. Schon zum Start will das Startup eine Funktion speziell für den deutschen Markt implementieren.

Das dänische Startup Pleo, das eine integrierte Betriebsausgaben-Plattform vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt hat, geht jetzt offiziell in Deutschland an den Start. Das Unternehmen löst mit seinem Produkt drei bekannte Probleme: Mitarbeiter müssen für die Betriebsausgaben aus der eigenen Tasche zahlen, Manager haben keinen Einblick, wohin die Ausgaben fließen, und die Spesenabrechnungen verursachen oft einen hohen administrativen Aufwand.

Dank Pleos intelligenter Bezahlkarten, die Mitarbeiter für geschäftliche Ausgaben nutzen können, lassen sich Spesenabrechnungen in Zukunft automatisieren. Ab November eröffnet das Unternehmen zudem in Berlin-Mitte eine deutsche Niederlassung. Zunächst wird dort ein fünfköpfiges Team arbeiten, das bestehende Unternehmenskunden betreuen und das Geschäft ausbauen sowie das Produkt lokalisieren soll. Geführt wird das Team von der neuen Deutschland-Chefin Marie Moesgaard – einer Pleo-Veteranin, die seit der Gründungsphase dabei ist und das Unternehmen mit aufgebaut hat. Moesgaard war bisher am Hauptsitz des Unternehmens in Kopenhagen für das globale Customer Success Team verantwortlich.

Pleo wurde 2015 in Kopenhagen gegründet und gehört nach Angaben des Unternehmens zu den am schnellsten wachsenden B2B-FinTechs Skandinaviens. Pleo operiert in vier Ländern, sein größter Markt ist heute bereits Großbritannien. Das Startup hat insgesamt mehr als 5.000 Unternehmenskunden, die Mehrheit davon gibt eigene Guthabenkarten an jeden einzelnen ihrer Mitarbeiter aus. Ziel für den deutschen Markt ist es, mehrere hundert deutsche Unternehmen monatlich zu onboarden, erklärt Moesgaard.

Sobald möglich will das Unternehmen eine Datev-Schnittstelle implementieren. Bereits im Verlauf des Soft-Launch-Betriebs hatte sich herauskristallisiert, dass lokale Anpassungen wie die Integration zum Buchhaltungssystem Datev für deutsche Unternehmen ein Muss darstellen.

Die Anfangsakzeptanz des Produkts in Deutschland hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Es ist erwiesen, dass deutsche Unternehmen ihren Umgang mit Betriebsausgaben optimieren möchten, und das Bedürfnis nach mehr Transparenz sehr groß ist. Wir sehen ein riesiges Potenzial in Deutschland als dem größten europäischen Markt mit einer enormen Kundennachfrage.“

Marie Moesgaard, Chefin für Pleo Deutschland

Pleo bietet mehr Einblick in Ausgaben einzelner Mitarbeiter

Im Mittelpunkt der integrierten Betriebsausgaben-Plattform von Pleo steht das Nutzererlebnis beider Seiten: der Finanzmanager und Buchhalter eines Unternehmens sowie der Mitarbeiter. Pleos Kernprodukt ist eine Prepaid-Bezahlkarte, die Unternehmen mit einer einfachen Überweisung von ihrem Bankkonto aufladen und an ihre Mitarbeiter ausgeben können. Die Firmenkarte ist mit Software und einer mobilen App verknüpft, die Belege sofort digital erfasst und eine Übersicht aller Ausgaben des Unternehmens in Echtzeit ermöglicht. Manager können zudem Budgets für Nutzer festlegen, Karten und Ausgaben verwalten und sogar Buchhaltern und Wirtschaftsprüfern Einblick in die Ausgaben gewähren.

Jeppe Rindom & Niccolo Perra, Co-Founder von Pleo Pleo

Mit Pleo werden Unternehmensausgaben um einiges erleichtert, da Spesenabrechnungen der Mitarbeiter entfallen und Buchhaltungsaufgaben automatisiert werden. Der Ansatz ist papierfrei und gleichzeitig regelkonform. So sparen Unternehmen Zeit und Kosten. Selbständige Mitarbeiter: Arbeit und Führung befinden sich im Wandel: von Zentralisierung und Kontrolle zu einer breiteren Verteilung von Verantwortung und Autonomie der Mitarbeiter. Diese Entwicklung möchte Pleo auch auf Ebene der Unternehmensausgaben forcieren, welche traditionell ein auf Mikroebene organisierter Prozess sind.

Pleo trifft bereits auf Wettbewerber in Deutschland

Während sich der Mitbewerb stark auf die Ausgabenkontrolle durch Finanzdirektoren konzentriert, verfolgt Pleo hingegen einen Bottom-up-Ansatz und setzt sich dafür ein, dass jedem Mitarbeiter eine eigene Bezahlkarte und mehr Selbständigkeit anvertraut werden können. Seine integrierte Lösung für die Kostenabrechnung ermöglicht Mitarbeitern zudem eine einfache, reibungslose „Employee Experience“. Die zeitaufwändige Jagd nach Belegen zur Weiterreichung an das Finanzteam sowie das Warten auf Kostenrückerstattungen haben ein Ende.

Auch wenn Pleo in den skandinavischen Ländern bereits recht beliebt ist, gibt es bereits andere Unternehmen, die die Abrechnung von Spesen und Reisekosten von unterwegs ermöglichen, etwa Rydoo oder Spendesk aus Frankreich, die ebenfalls Firmenkreditkarten anbieten und im Falle von Spendesk bereits über ein Büro in Berlin verfügen und den deutschen Markt als einen ihrer Kernmärkte bezeichnen. Dabei positioniert sich Pleo vor allem über das New-Work-Thema. Man wolle den Buchhaltern und Mangern nicht mehr Kontrolle über ihre Mitarbeiter geben – sondern Mitarbeitern mehr Selbständigkeit, so dass sie ihre Arbeit besser machen können. tw

 
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