FINTECH14. Mai 2019

Pleo: Dänisches Startup für Prepaid-Mitarbeiterkarten will in Deutschland wachsen

Pleo

Pleo, eine Ausgabenplattform für mittelständische Unternehmen, die Firmenkarten mit einer Software zur Automatisierung von Spesenabrechnungen kombiniert, sichert sich 50 Millionen Euro in einer erfolgreichen Serie-B-Finanzierungsrunde. Das Kapital der neuen Finanzierungsrunde will das dänische Startup für mehr Wachstum in Deutschland einsetzen. Daher plant man einen deutschen Standort in Berlin.

In einer Serie-B-Finanzierungsrunde konnte sich das FinTech Pleo 50 Millionen Euro sichern. Geleitet wird die aktuelle Finanzierungsrunde von dem New Yorker Wachstumsfond Stripes Group, der hinter Unternehmen wie Udemy, Upwork, Flatiron Health, Monday.com, Refinery29 und Gimlet Media steht, somit in der Statup-Szene kein Unbekannter ist.

Pleo ist eine „All-in-one“-Plattform für Geschäftsausgaben, die intelligente Firmenkarten zur Automatisierung von Spesenabrechnungen anbietet. Die bestehenden Investoren – Kinnevik, Creandum und Founders – beteiligen sich ebenfalls. Der Gesamtfinanzierungsbetrag von Pleo beläuft sich damit auf 70 Millionen Euro, was das FinTech zumindest zu den größeren europäischen Startups in seinem Ökosystem macht.

Pleo bietet Prepaid-Firmenkarten mit Echtzeit-Erfassung

Das Kernprodukt ist eine Prepaid-Zahlkarte, die Unternehmen mit einer einfachen Überweisung von ihrem Bankkonto aufladen und unkompliziert an ihre Mitarbeiter ausgeben können. Die Idee hinter Pleo ist relativ einfach: Das Startup stellt Unternehmen virtuelle und physische Karten für die Mitarbeiter zur Verfügung, mit denen diese einfacher als bisher in der Lage sein sollen, Kosten fürs Unternehmen ersetzt zu bekommen. Mit der entsprechenden App lassen sich Bilder von Kassenzetteln hochladen und in die jeweils passende Ausgabenkategorie einfügen. Für Mitarbeiter, die Geld auslegen, kann das praktisch sein – denn sie riskieren nicht, auf irgendeiner Dienstreise einen Teil der Belege zu verlieren.

Dank individuell festsetzbarer Limits und entsprechend übersichtlicher Abrechnungen soll die Buchhaltung in der Lage sein, besser den Überblick zu behalten und weniger Aufwand mit den Abrechnungen zu haben. Manager können zudem Ausgabebeschränkungen für Teams und Einzelpersonen festlegen und sogar Buchhaltern und Wirtschaftsprüfern Zugriff auf die Daten von Ausgaben gewähren. Außerdem lassen sich die erfassten Buchungen laut Anbieter mit wenigen Klicks in andere Buchhaltungslösungen importieren. So sieht die Buchhaltung quasi in Echtzeit, welche Ausgaben durch die Mitarbeiter getätigt werden und haben nicht den in Unternehmen üblichen Versatz, der zuweilen zum Monatsende böse Überraschungen hervorruft.

Pleo wurde 2015 von Jeppe Rindom und Niccolo Perra in Kopenhagen gegründet. Mit Pleo sollen betrieblich veranlasste Ausgaben um einiges erleichtert werden, da Spesenabrechnungen der Mitarbeiter entfallen und Buchhaltungsaufgaben durch die integrierte Software automatisiert werden. Unternehmen sollen, so erklärt das Startup, auf diese Weise Zeit und Kosten sparen und mehr Transparenz erhalten

3500 Firmenkunden – darunter mehrere hundert in Deutschland

Seit 2017 ist Pleo in Dänemark, Schweden und Großbritannien aktiv und seit Anfang dieses Jahres auch in Deutschland. Im Januar startete Pleo eine „Soft-Launch“-Phase, die sich auf Unternehmen der deutschen Technologie-, Marketing- und Handelsbranche konzentrierte. Seither sind bereits mehrere hundert deutsche Unternehmen auf Pleo umgestiegen, darunter Tech Open Air, Movinga, Metalshub, Brickblock und iLocator. Insgesamt nutzen heute 3500 Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen und Größenordnungen Pleo, und jeden Monat kommen Hunderte hinzu.

Pleo

Wir entwickeln eine Lösung, die nicht nur verändert, wie Unternehmen Geld ausgeben, sondern auch, wie sie arbeiten. Betriebsausgaben sind traditionell ein zentralisierter und auf Mikroebene organisierter Prozess. Wir haben Pleo entwickelt, damit moderne Führungskräfte ihre Mitarbeiter befähigen können, Dinge für die Arbeit zu kaufen, während wir diesen Prozess gleichzeitig sicherer und transparenter gestalten. Indem wir uns vom ersten Tag an auf die Erfahrungen der Mitarbeiter konzentriert haben, konnten wir ein hervorragendes Wachstum sowie eine hohe Kundenbindung erzielen.“

Jeppe Rindom, CEO Pleo

Pleo: den deutschen Markt im Visier

Pleos Ansatz für Betriebsausgaben hat im Durchschnitt die Anzahl der Firmenkarten innerhalb eines Unternehmens vervierfacht. Bereits jetzt ist Pleo einer der größten Firmenkartenanbieter der nordischen Länder. Mit der neuen Finanzierung will Pleo nun vor allem auch das Angebot in Deutschland ausbauen, weil das Unternehmen den Markt aufgrund seiner Größe und Beschaffenheit als wichtig empfindet. Geplant ist, das Produkt weiter an die lokalen Bedürfnisse und Regulationen anzupassen. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung von Integrationen zu verbreiteten Buchhaltungssoftwares wie Datev. Bis Ende 2019 will Pleo in Deutschland über 1000 Unternehmen als Kunden gewonnen haben. Um das zu erreichen, wird in Berlin ein neuer Standort für den deutschen Markt errichtet.

Deutschland ist die wichtigste Volkswirtschaft in Europa. Wenn wir in Europa erfolgreich sein wollen, müssen wir in Deutschland erfolgreich sein. Deutsche Unternehmen schätzen zudem unseren neuen Ansatz bei den Unternehmensausgaben. Tatsächlich fühlen sich viele in einem traditionellen Modell festgefahren, bei dem Karten für das Top-Management reserviert sind, die Mitarbeiter für die Betriebsausgaben aus der eigenen Tasche zahlen müssen und die Abstimmung viel Papierkram erfordert.“

Jeppe Rindom, CEO Pleo

Zudem plant das Startup nach eigenen Angaben weiteres Wachsen durch eine einheitliche Plattform, die beispielsweise auch Kredite, Rechnungen, mobile Zahlungen, Lieferantenmarktplatz, Mehrwertsteuerrückforderung und andere Funktionen einschließt. Hierfür will Pleo seine Belegschaft bis Ende des nächsten Jahres von insgesamt 120 auf 400 ausweiten.tw

 
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