STRATEGIE16. März 2020

Rechenzentrum unter Quarantäne? Wenn 200 km Mindestabstand nicht reichen – Cloud als BC/DR-Strategie

Die Cloud als DR-Rechenzentrum? Der Tipp von Johan van den Boogaart, Zerto
Johan van den Boogaart, ZertoZerto

Die aktuelle Entwicklung stellt die Frage nach DR-Strategien – auch für Rechenzentren. Der RZ-Betrieb muss so reibungslos wie möglich weiterlaufen. Doch was passiert, wenn die Rechenzentren, in denen Bank-Dienstleistungen gehostet werden, von einer landesweiten Quarantäne betroffen sind? In diesem Fall können Unternehmen die Verfügbarkeit ihrer Systeme nicht mehr garantieren. Damit beeinflusst das Virus die DR-Strategien vieler Unternehmen, die sich bisher sicher wähnten. Die Einordnung

von Johan van den Boogaart, Zerto 

Ende 2018 hatte das BSI empfohlen, den Mindestabstand für georedundante Rechenzentren von 5 auf 200 Kilometer anzuheben. 200 Kilometer seien eine ausreichende Entfernung, zwei Rechenzentren vor den Folgen regionaler Katastrophen wie etwa Überschwemmungen, Stürmen, nuklearen Unfällen oder Waldbränden zu schützen.

Gerade einmal ein Jahr später macht das Coronavirus und die von der WHO ausgerufene Pandemie den guten Absichten des BSI einen dicken Strich durch die Rechnung.

Denn im Falle einer bundesweiten Quarantäne wäre es relativ egal, wie weit zwei redundante RZs voneinander entfernt lägen.“

Bei einem Systemausfall wäre bei einer allgemeinen Ausgangssperre in Deutschland niemand in der Lage, die Hardware wieder zum Laufen zu bringen. Damit hat dieses reale Szenario einen direkten Einfluss auf die DR-Strategien der Unternehmen. Denn: Wie lassen sich Daten und Workloads effektiv absichern, wenn eine Pandemie die Welt teilweise lahmlegt?

Journalbasierte asynchrone Replikation ermöglicht BC/DR über weite Entfernungen

Die Absicherung von Rechenzentren über 200 Kilometer stellte viele Organisationen seit der neuen Empfehlung des BSI bereits vor technische Probleme: Denn die Latenz zwischen den Rechenzentren wird beim neuen Mindestabstand zu hoch, um Unternehmen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle und logische Fehler, wie etwa Ransomware-Attacken, zu schützen.

Um BC/DR auch über weite Strecken zu garantieren, setzen mehr und mehr Unternehmen auf neue Technologien wie etwa asynchrone Replikation auf Basis vom Journaling statt Snapshots. Dank journalbasierter Technologie können Unternehmen ihre Applikationen mit minimalem Datenverlust, Ausfallzeiten, Performance Overhead und Bandbreitennutzung effektiv und effizient über große Entfernungen schützen. Diese Methode öffnet nun auch die Tür für die Nutzung des ultimativen DR-Standortes: die Cloud.

Durch die Absicherung aus der Cloud kann ein Unternehmen das Sicherheitsniveau seiner BC/DR-Strategie erhöhen – und somit auch landesweiten Quarantänen trotzen. Mit One-to-Many-Replication sogar in mehrere Clouds gleichzeitig.Zerto
Die Cloud als DR-Standort ist gleich mehrere Stufen sicherer. So schützt sie vor Ausfällen, selbst dann, wenn ein kompletter Kontinent und alle darin befindlichen Rechenzentren ausfallen sollten. Unternehmen, die auf diese Technologie setzen, erhöhen sofort das komplette Sicherheitsniveau ihrer BC/DR-Strategie.

Autor Johan van den Boogaart, Zerto
Johan van den Boogaart ist Regional Sales Manager bei Zerto (Website), blickt auf fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in der IT-Branche zurück und bekleidete während seiner Karriere verschiedene Vertriebspositionen in den Bereichen Storage, Disaster Recovery und Virtualisierung. Vor Zerto verantwortete Boogaart den Vertrieb von Nexenta und Open-E in der deutschsprachigen Region als Sales Manager. Bei Acronis bekleidete er davor den Posten des OEM/ Corporate Account Managers. Boogaart ist Diplom-Kaufmann und Absolvent der Universität Groningen.

DR-Rechenzentrum: Nirgends sicherer

Journalbasierte Replikation in Zusammenhang mit Recovery Automation und Orchestrierung erlaubt BC/DR auch aus der Cloud heraus. In der Praxis ist dies sogar sehr einfach: Nach der Installation einer Replikationssoftware und der Wahl des passenden Cloud-Anbieters repliziert die Software in die Cloud und bietet fortan Disaster Recovery und Backup aus der Cloud. Anders als ein kleines Backup-Rechenzentrun ist die Cloud auf globaler Ebene abgesichert und damit gleich mehrere Stufen sicherer. So schützt sie vor Ausfällen, selbst dann, wenn ein kompletter Kontinent und alle darin befindlichen Rechenzentren ausfallen sollten. Unternehmen, die auf diese Technologie setzen, erhöhen sofort das komplette Sicherheitsniveau ihrer BC/DR-Strategie.

Fazit

Unternehmen, die auf durchgängige Verfügbarkeit ihrer Applikationen angewiesen sind, müssen ihre BD/DR-Strategien an durchaus reale Katastrophen anpassen. Die Absicherung von Daten und Workloads über Technologien wie journalbasierte Replikation oder der Cloud bietet eine Lösung, die möglichen Folgen landesweiter Ausgangssperren, wie wir sie momentan erleben, abzusichern.Johan van den Boogaart, Zerto

 
Sie finden diesen Artikel im Internet auf der Website:
https://itfm.link/102872 
 
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Business Continuity: Jetzt geschäftskritische Daten schützen, Workloads prüfen und DR-Pläne adaptieren

Was können Unternehmen tun, um ihre Desaster Recovery-Pläne bei einem Gesundheitsnotstand zu adaptieren und ihre geschäftskritischen Daten zu schützen? Die Devise der Business Continuity heißt:...

Schließen