ANWENDUNG24. April 2026

Rudi – FI entwickelt IT‑Ökosystem für Zukunft des Immobiliengeschäfts

Dennis Schmidt, Head of Real Estate Management bei der Finanz Informatik, präsentiert sich in einem professionellen Umfeld. Seine Rolle umfasst die Entwicklung eines IT-Ökosystems zur Optimierung von Geschäftsprozessen im Immobiliensektor.
Dennis Schmidt, Head of Re­al Es­ta­te Ma­nage­ment bei der Finanz InformatikFinanz Informatik

Oft zerlegt die IT komplexe Geschäftsprozesse in einzelne Funktionen. Fachlich jedoch gehört alles zusammen. Das Ergebnis: Fragmentierte Systemlandschaften statt durchgängiger Prozesse. Wie sich diese Strukturen über eine orchestrierende Architektur zusammenführen lassen, zeigt die Finanz Informatik bei der Umsetzung des DSGV-Projekts Rudi mit dem Cockpit Immobilie als zentraler Integrationsschicht.

von Dennis Schmidt und Sebastian Freimann, Finanz Informatik

Mit Rudi bündelt die Sparkassen-Finanzgruppe ihr Leistungsangebot im Bedarfsfeld Wohnen & Immobilie.

Sebastian Freimann, Product Owner bei Finanz Informatik, präsentiert sich in einem formellen Outfit. Im Kontext des Projekts zur Entwicklung eines IT-Ökosystems für die Immobilienbranche spielt er eine zentrale Rolle.
Sebastian Freimann, Pro­duct Ow­ner, Finanz InformatikFinanz Informatik

Das vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gesteuerte Projekt wird technisch von der Finanz Informatik als Digitalisierungspartner der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt, umgesetzt und kontinuierlich fortgeschrieben. Dies geschieht gemeinsam mit der FI-Tochter Finmas, der DSV-Gruppe, den Landesbausparkassen sowie Versicherern. Ziel ist ein digitales Ökosystem, das die gesamte Immobilienreise abbildet – von der ersten, thematischen Orientierung über Objektsuche, Finanzierung und Modernisierung bis hin zum Verkauf.

Architektonisch wird dieses Ziel über eine zentralisierte Anwendung – das „Cockpit Immobilie“ umgesetzt, welches bestehende Anwendungen, Prozesse, Bestandsdaten und Partner entlang der gesamten Immobilienreise zusammenführt und für konsistente Abläufe über Systemgrenzen hinweg sorgt. Dabei integriert es die beteiligten Dienste tief in OSPlus und sorgt dafür, dass Daten und Prozesse über alle Schritte hinweg konsistent bleiben. Damit setzt das Cockpit die Leitidee von Rudi technisch um: „Rund um die Immobilie“ als durchgängiges Immobilien-Ökosystem, als technologische Plattform statt als reine Abfolge einzelner Prozesse.

Das Bild illustriert verschiedene Dienstleistungen im Immobilienbereich, darunter Baufinanzierung, Immobilienvermittlung und Modernisierung. Im Zentrum steht ein Hausdach, umgeben von Symbolen, die die angebotenen Services darstellen.
Finanz Informatik

OSPlus als technisches Rückgrat

Die Grundlage dieses Ansatzes ist OSPlus als Gesamtbanklösung. Beteiligte Verbundpartner sind systemisch angebunden, die Integration von Partnern erfolgt API-basiert.

Ein Beispiel ist die Marktpreisindikation: Anfragen aus dem Cockpit Immobilie werden an einen angebundenen Partner übergeben, dort verarbeitet und strukturiert zurück ins System gespielt. Die Ergebnisse stehen anschließend für weitere Prozessschritte zur Verfügung. So entstehen durchgängige Datenflüsse ohne Medienbrüche.

Durchgängige Datenflüsse über alle Kanäle

Das iPad-Mockup zeigt das Rudi Cockpit Immobilie, eine digitale Plattform zur Unterstützung von Immobilienvorhaben. Nutzer können gezielt nach Objekten suchen, ihre Vorhaben organisieren und erhalten hilfreiche Tipps für den Immobilienkauf oder -verkauf.
iPad Mockup vom Rudi Cockpit ImmobilieFinanz Informatik

Ein zentrales Architekturprinzip ist eine Multikanal-Architektur. Sie stellt sicher, dass Vorgänge von Kunden kanalübergreifend fortgeführt werden können, wenn der Endkunde doch den Bedarf spürt, zusätzliche Informationen von einem Berater einholen zu wollen. So entsteht Omnikanalität nicht nur organisatorisch, sondern systemisch. Einmal erfasst oder ausgewählt, stehen Objektdaten aus Exposés, Favoritenlisten oder Finanzierungsanfragen entlang der gesamten Journey weiter zur Verfügung und müssen von Kunden oder deren Beratern nicht mehr mehrfach eingegeben werden. Ein Kanalwechsel erfordert keine Neuerfassung. Prozesse lassen sich übernehmen und fortführen. Gleichzeitig werden operative Prozesse automatisiert. Ein Beispiel ist der KI-gestützte Dokumenten-Upload: Die KI erkennt Unterlagen automatisch und liest sie aus. Anschließend ordnet sie die Dokumente einem bestimmten Typ zu, damit sie später korrekt archiviert werden können. Die von der KI erfassten Informationen übernimmt das System in die relevanten Baufinanzierungsprozesse. Dadurch verringert sich der manuelle Aufwand im Dokumentenhandling erheblich, während gleichzeitig die Qualität steigt.

Modernisierung als Teil des Ökosystems

Autor Dennis Schmidt, Finanz Informatik
Dennis Schmidt, Head of Real Estate Management bei Finanz Informatik, präsentiert sich in einem professionellen Umfeld. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung von IT-Lösungen zur Optimierung des Immobiliengeschäfts.Dennis Schmidt ist seit Oktober 2017 bei der Finanz Informatik (Website) tä­tig und lei­tet die Ab­tei­lung „Im­mo­bi­li­en­ma­nage­men­t“. Als Head of Re­al Es­ta­te Ma­nage­ment liegt sein Schwer­punkt auf der Steue­rung von IT-Pro­jek­ten, dem In­no­va­ti­ons­ma­nage­ment und Fra­ge­stel­lun­gen der Platt­formöko­no­mie. Er ver­ant­wor­tet die Ent­wick­lung platt­form­ba­sier­ter Ar­chi­tek­tu­ren, die In­te­gra­ti­on ver­teil­ter Sys­te­me über API-Schnitt­stel­len so­wie die Or­ches­trie­rung von Da­ten­flüs­sen und Pro­zes­sen. Ein Schwer­punkt ist die tech­ni­sche Um­set­zung des „Cock­pit Immobilie“.
Der Plattformcharakter zeigt sich insbesondere im Zusammenspiel spezialisierter Dienste innerhalb der Orchestrierungsschicht. Ein Modernisierungsrechner bietet Kunden der Sparkassen zunächst eine erste Orientierung. Über APIs werden die Objektangaben der Immobilie an angebundene Partner übergeben, bewertet und auf deren Basis werden konkrete Gewerke, in Form von Einzelmaßnahmen und gebündelten Maßnahmenpaketen zur Modernisierung – etwa zu Dämmung, Fassade oder Fenstertausch – vorgeschlagen. Daraus ergeben sich Ziel-Energieeffizienzklassen, Fördermöglichkeiten – auch auf regionaler Ebene – und Kostenindikationen. Im Verbund sind auch Energieberater der LBS mit eingebunden und können so auf Wunsch die Beratung gezielt übernehmen.

Eine geplante Funktion in diesem Szenario ist der registrierte Energiebedarfsausweis. Er ist ein gesetzlich vorgeschriebenes, registrierungs­pflichtiges Dokument mit hoher Verbindlichkeit, das sowohl von Beratern als auch von Kunden selbst erzeugt werden kann. Der Ansatz befindet sich aktuell in der Praxisverprobung und soll im Laufe des Jahres 2026 in die Fläche gehen.

Agil entwickelt, mit Anwendern verprobt

Zwei Personen betrachten gemeinsam auf einem Tablet Inhalte, die möglicherweise mit Immobilien in Verbindung stehen. Der Raum wirkt modern und hell, was auf eine zeitgemäße Wohnatmosphäre hinweist.
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Die Weiterentwicklung erfolgt agil und eng mit Sparkassen und deren Kunden abgestimmt. Dieses Vorgehen sichert nicht nur Akzeptanz, sondern reduziert Projektrisiken und ermöglicht ein kontrolliertes, organisches Wachstum der Plattform. Vierwöchige Sprints, regelmäßiges Feedback von Sparkassen und deren Kunden sowie die begleitende Praxisverprobung prägen die Arbeit der Teams. Die frühe Einbindung der Institute sichert den späteren Erfolg ab. Die Verantwortung ist klar in den Teams verankert, die Abstimmung im Verbund eng organisiert. Das erhöht Stabilität und Akzeptanz gleichermaßen.

Autor Sebastian Freimann, Finanz Informatik
Sebastian Freimann, Projektleiter bei der Finanz Informatik, ist verantwortlich für die Weiterentwicklung des Cockpit Immobilie. Seine Expertise trägt zur Gestaltung eines zukunftsorientierten IT-Ökosystems im Immobiliengeschäft bei.Sebastian Freimann ist seit Oktober 2017 als Projektleiter bei der Finanz Informatik (Website) tä­tig. Als Pro­duct Ow­ner ver­ant­wor­tet er die Wei­ter­ent­wick­lung des Cock­pit Im­mo­bi­lie und steu­ert fach­li­che so­wie tech­ni­sche The­men an der Schnitt­stel­le zwi­schen IT und Im­mo­bi­li­en­ge­schäft. Sei­ne be­ruf­li­che Lauf­bahn be­gann er mit ei­ner Aus­bil­dung zum Bankkaufmann.
Teil der Erfolgsstrategie ist zudem die ebenfalls frühe Einbindung von Kunden der Institute, um das Design zu verproben. Das klare Ziel ist ein bewusst niedrigschwelliger Zugang, der zukünftig auch neue Kundengruppen anspricht – insbesondere bislang nicht legitimierte Nutzer – und so den Einstieg für Neukunden in das Cockpit Immobilie erleichtert.

Cockpit Immobilie als Ökosystem

Das Cockpit Immobilie zeigt, wie aus APIs, Partnern und konsistenten Datenflüssen ein belastbares Ökosystem entsteht. Nicht einzelne Funktionen, sondern das orchestrierte Zusammenspiel macht den Unterschied. Das Cockpit Immobilie steht exemplarisch für eine Plattformstrategie, die Punktlösungen ablöst und das Immobiliengeschäft strukturell zukunftsfähig macht. Und so wächst es auch in 2026 mit Augenmaß weiter – integriert in OSPlus, praxisnah erprobt und entlang realer Immobilienprozesse.Dennis Schmidt und Sebastian Freimann, Finanz Informatik/aj

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