Rudi – FI entwickelt IT‑Ökosystem für Zukunft des Immobiliengeschäfts

Finanz Informatik
von Dennis Schmidt und Sebastian Freimann, Finanz Informatik
Mit Rudi bündelt die Sparkassen-Finanzgruppe ihr Leistungsangebot im Bedarfsfeld Wohnen & Immobilie.

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Das vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gesteuerte Projekt wird technisch von der Finanz Informatik als Digitalisierungspartner der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt, umgesetzt und kontinuierlich fortgeschrieben. Dies geschieht gemeinsam mit der FI-Tochter Finmas, der DSV-Gruppe, den Landesbausparkassen sowie Versicherern. Ziel ist ein digitales Ökosystem, das die gesamte Immobilienreise abbildet – von der ersten, thematischen Orientierung über Objektsuche, Finanzierung und Modernisierung bis hin zum Verkauf.
Architektonisch wird dieses Ziel über eine zentralisierte Anwendung – das „Cockpit Immobilie“ umgesetzt, welches bestehende Anwendungen, Prozesse, Bestandsdaten und Partner entlang der gesamten Immobilienreise zusammenführt und für konsistente Abläufe über Systemgrenzen hinweg sorgt. Dabei integriert es die beteiligten Dienste tief in OSPlus und sorgt dafür, dass Daten und Prozesse über alle Schritte hinweg konsistent bleiben. Damit setzt das Cockpit die Leitidee von Rudi technisch um: „Rund um die Immobilie“ als durchgängiges Immobilien-Ökosystem, als technologische Plattform statt als reine Abfolge einzelner Prozesse.

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OSPlus als technisches Rückgrat
Die Grundlage dieses Ansatzes ist OSPlus als Gesamtbanklösung. Beteiligte Verbundpartner sind systemisch angebunden, die Integration von Partnern erfolgt API-basiert.
Ein Beispiel ist die Marktpreisindikation: Anfragen aus dem Cockpit Immobilie werden an einen angebundenen Partner übergeben, dort verarbeitet und strukturiert zurück ins System gespielt. Die Ergebnisse stehen anschließend für weitere Prozessschritte zur Verfügung. So entstehen durchgängige Datenflüsse ohne Medienbrüche.
Durchgängige Datenflüsse über alle Kanäle

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Ein zentrales Architekturprinzip ist eine Multikanal-Architektur. Sie stellt sicher, dass Vorgänge von Kunden kanalübergreifend fortgeführt werden können, wenn der Endkunde doch den Bedarf spürt, zusätzliche Informationen von einem Berater einholen zu wollen. So entsteht Omnikanalität nicht nur organisatorisch, sondern systemisch. Einmal erfasst oder ausgewählt, stehen Objektdaten aus Exposés, Favoritenlisten oder Finanzierungsanfragen entlang der gesamten Journey weiter zur Verfügung und müssen von Kunden oder deren Beratern nicht mehr mehrfach eingegeben werden. Ein Kanalwechsel erfordert keine Neuerfassung. Prozesse lassen sich übernehmen und fortführen. Gleichzeitig werden operative Prozesse automatisiert. Ein Beispiel ist der KI-gestützte Dokumenten-Upload: Die KI erkennt Unterlagen automatisch und liest sie aus. Anschließend ordnet sie die Dokumente einem bestimmten Typ zu, damit sie später korrekt archiviert werden können. Die von der KI erfassten Informationen übernimmt das System in die relevanten Baufinanzierungsprozesse. Dadurch verringert sich der manuelle Aufwand im Dokumentenhandling erheblich, während gleichzeitig die Qualität steigt.
Modernisierung als Teil des Ökosystems
Dennis Schmidt ist seit Oktober 2017 bei der Finanz Informatik (Website) tätig und leitet die Abteilung „Immobilienmanagement“. Als Head of Real Estate Management liegt sein Schwerpunkt auf der Steuerung von IT-Projekten, dem Innovationsmanagement und Fragestellungen der Plattformökonomie. Er verantwortet die Entwicklung plattformbasierter Architekturen, die Integration verteilter Systeme über API-Schnittstellen sowie die Orchestrierung von Datenflüssen und Prozessen. Ein Schwerpunkt ist die technische Umsetzung des „Cockpit Immobilie“.Eine geplante Funktion in diesem Szenario ist der registrierte Energiebedarfsausweis. Er ist ein gesetzlich vorgeschriebenes, registrierungspflichtiges Dokument mit hoher Verbindlichkeit, das sowohl von Beratern als auch von Kunden selbst erzeugt werden kann. Der Ansatz befindet sich aktuell in der Praxisverprobung und soll im Laufe des Jahres 2026 in die Fläche gehen.
Agil entwickelt, mit Anwendern verprobt

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Die Weiterentwicklung erfolgt agil und eng mit Sparkassen und deren Kunden abgestimmt. Dieses Vorgehen sichert nicht nur Akzeptanz, sondern reduziert Projektrisiken und ermöglicht ein kontrolliertes, organisches Wachstum der Plattform. Vierwöchige Sprints, regelmäßiges Feedback von Sparkassen und deren Kunden sowie die begleitende Praxisverprobung prägen die Arbeit der Teams. Die frühe Einbindung der Institute sichert den späteren Erfolg ab. Die Verantwortung ist klar in den Teams verankert, die Abstimmung im Verbund eng organisiert. Das erhöht Stabilität und Akzeptanz gleichermaßen.
Sebastian Freimann ist seit Oktober 2017 als Projektleiter bei der Finanz Informatik (Website) tätig. Als Product Owner verantwortet er die Weiterentwicklung des Cockpit Immobilie und steuert fachliche sowie technische Themen an der Schnittstelle zwischen IT und Immobiliengeschäft. Seine berufliche Laufbahn begann er mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann.Cockpit Immobilie als Ökosystem
Das Cockpit Immobilie zeigt, wie aus APIs, Partnern und konsistenten Datenflüssen ein belastbares Ökosystem entsteht. Nicht einzelne Funktionen, sondern das orchestrierte Zusammenspiel macht den Unterschied. Das Cockpit Immobilie steht exemplarisch für eine Plattformstrategie, die Punktlösungen ablöst und das Immobiliengeschäft strukturell zukunftsfähig macht. Und so wächst es auch in 2026 mit Augenmaß weiter – integriert in OSPlus, praxisnah erprobt und entlang realer Immobilienprozesse.Dennis Schmidt und Sebastian Freimann, Finanz Informatik/aj
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