ANWENDUNG26. Oktober 2026

Steuerung von KI-Agenten wird zur Herausforderung für Versicherungskernsysteme

Smart InsurTech lässt KI-Technologien von Kunden für seine Versicherungsplattform über APIs zu
KI, DALL-E

Eine Marktstudie der Sollers Consulting demonstriert, dass KI nicht nur die Workflows bei Versichererungen, sondern auch die Entwicklung und Einführung ihrer Kernsysteme grundlegend verändern könnte. Dabei wird die Steuerung von KI-Agenten zur wichtigen Architekturentscheidung. Die Sollers-Studie belegt, von welcher strategischen Bedeutung die Anpassung der Versicherungssysteme für die Unternehmen ist.

Künstliche Intelligenz soll Versicherungsunternehmen künftig nicht nur bei der Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse weiter unterstützen, sondern kann auch die Einführung und Weiterentwicklung ihrer IT-Systeme beschleunigen. Das geht aus der aktuellen Marktstudie „KI im Kern – Markttrends bei den Anbietern von Kompositsystemen in DACH“ von Sollers Consulting hervor. Das Beratungsunternehmen hat hierfür elf Anbieter von Kern­versicherungs­systemen im deutschsprachigen Raum zu ihren KI-Strategien, Einsatzmöglichkeiten und Architekturkonzepten befragt. Die Anbieter erwarten insbesondere bei der Softwareentwicklung, der Implementierung neuer Systeme und der Migration bestehender Anwendungen weit reichende Effizienzgewinne. Die KI kann demnach nicht nur bei der Programmierung unterstützen, sondern auch Anforderungen analysieren, Tests vorbereiten und die Qualitätssicherung erleichtern. Damit könnten sich Einführungsprojekte beschleunigen und bestehende Systeme schneller an veränderte Anforderungen anpassen lassen.

Jannik Harms, IT-Manager bei Sollers Consulting
Jannik Harms, IT-Projektmanager, Sollers Consulting Sollers

Viele Diskussionen über KI konzentrieren sich auf neue Fachfunktionalitäten. Die befragten Anbieter sehen jedoch bereits heute mindestens genauso relevante Auswirkungen entlang des gesamten Software Development Lifecycles.“

Jannik Harms, IT-Projektmanager bei Sollers Consulting

Wer steuert KI-Agenten in Zukunft?

Die Studienautoren erkennen ein zentrales Element in der zunehmenden Verbreitung von KI-Agenten, die eigenständig im Rahmen vorgegebener Workflows Aufgaben übernehmen und mehrere Arbeitsschritte miteinander verknüpfen können. Einig sind sich die befragten Anbieter darin, dass diese Agenten koordiniert und kontrolliert werden müssen. Unterschiedliche Auffassungen bestehen aber darüber, wo diese sogenannte Orchestrierung technisch angesiedelt werden sollte. Denn einerseits sehen einige Angebote die Steuerung in ihren Kernplattformen vor, während andere einen Layer darüber innerhalb der IT-Landschaft des Versicherers einziehen. Dazwischen gibt’s noch einige hybride Ansätze. Die Versicherungsunternehmen sollten die strategische Bedeutung einer solchen Entscheidung erkennen,

denn diese beeinflusst, wie sich unterschiedliche KI-Anwendungen und Systeme in Zukunft miteinander verbinden und kontrollieren lassen. Die eigentlichen Kernsysteme sollen nach Meinung der Anbieter weiterhin auf deterministischen und regelbasierten und nachvollziehbaren Prozessen beruhen. Sie bleiben das  System für geschäftskritische Daten und Transaktionen, denn künstliche Intelligenz sollte diese Systeme vor allem durch zusätzliche Assistenz-, Wissens- und Automatisierungs­funktionen ergänzen.

Kurzfristiger Nutzen entsteht bei unstrukturierten Informationen und Wissenszugang
Sollers Consulting

Für die kommenden zwölf Monate identifiziert die Studie deshalb vorrangig zwei Einsatzgebiete mit entsprechend hohem Nutzenpotenzial: die Dokumentenverarbeitung und das Wissensmanagement. KI kann etwa Daten aus unstrukturierten Dokumenten auslesen, vorhandenes Unternehmenswissen zugänglich machen und Sachbearbeiter bei Recherche, Datenerfassung und Kommunikation unterstützen. „KI wird helfen, Wissen schneller zugänglich zu machen, Empfehlungen und Entscheidungen vorzubereiten und Delivery-Prozesse effizienter zu gestalten“, erklärt Martin Seibold, Partner und Head of DACH bei Sollers Consulting. Zugleich schränkt er die Erwartungen an autonome Agenten ein: Ein Teil der Prozesse würde schon aus Kostengründen weiterhin klassisch automatisiert werden. Die Untersuchung macht damit deutlich, dass KI aus Sicht der Anbieter zunehmend auch die technische Weiterentwicklung der Versicherungs-IT beeinflusst. Wie groß die erwarteten Zeit- und Kostenvorteile tatsächlich ausfallen, lässt sich daraus allerdings noch nicht ableiten. Die Studie erfasst vor allem die Einschätzungen und Strategien der Systemanbieter. Kostenloser Download ohne Angabe persönlicher Daten erhältlich.tw

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