Swift treibt globale Interoperabilität digitaler Finanzmärkte voran

Die Initiative ist Teil einer breiteren Serie von Pilotprojekten, mit denen Swift die Verbindung zwischen traditionellen Zahlungssystemen und neuen digitalen Ökosystemen erprobt. Dazu zählen unter anderem die Kopplung tokenisierter Vermögenswerte mit bestehenden Zahlungsrails gemeinsam mit UBS Asset Management und Chainlink, Abwicklungen zwischen Fiat- und digitalen Währungen mit Citi sowie digitale Asset-Transaktionen über klassische Bankkonten in Zusammenarbeit mit Northern Trust und der australischen Zentralbank. Ergänzend wurden mit Partnern wie HSBC und Ant International ISO-20022-basierte Interoperabilitätsansätze für Blockchain-Netzwerke innerhalb des Swift-Ökosystems getestet.
Fragmentierung als zentrale Herausforderung der Tokenisierung

Canva, DS stories
Mit der zunehmenden Tokenisierung von Anleihen, Aktien, Rohstoffen, Immobilien und weiteren Vermögenswerten wächst zugleich die Fragmentierung der Finanzmarktinfrastruktur. Unterschiedliche Blockchains, proprietäre Protokolle und voneinander getrennte Abwicklungssysteme führen zu isolierten „digitalen Inseln“, die Liquidität binden, Effizienzpotenziale begrenzen und Skaleneffekte verhindern. Swift begegnet dieser Entwicklung mit dem Anspruch, als neutraler Orchestrator bestehende Marktinfrastrukturen mit neuen digitalen Netzwerken zu verbinden und dabei auf etablierte Standards wie ISO 20022 und ISO 15022 sowie bewährte Marktpraktiken zurückzugreifen.
Im Rahmen des aktuellen Piloten arbeitete Swift eng mit SG-Forge, der Blockchain-Tochter von Société Générale, zusammen. Deren digitale Anleiheinfrastruktur sowie der Euro-Stablecoin EURCV kamen zum Einsatz, um DvP-Abwicklungen sowohl mit Fiat-Geld als auch mit Stablecoins zu ermöglichen. BNP Paribas Securities Services und Intesa Sanpaolo agierten als Zahlstellen und Verwahrstellen für die tokenisierten Anleihetransaktionen. Sämtliche Abwicklungsprozesse wurden über das Swift-Netzwerk orchestriert, wodurch nachgewiesen werden konnte, dass tokenisierte Anleihen auf bestehender Infrastruktur aufsetzen können und Finanzinstitute nicht mit der operativen Komplexität der Blockchain-Technologie konfrontiert werden.
Bedeutung von Interoperabilität für die Kapitalmärkte
Das Pilotprojekt unterstreicht nach Einschätzung von Swift die zentrale Rolle von Zusammenarbeit und Interoperabilität für die Weiterentwicklung der Kapitalmärkte. Die Fähigkeit, Transaktionen über mehrere Plattformen und Systeme hinweg zu koordinieren, gilt als wesentliche Voraussetzung für eine skalierbare und vertrauenswürdige Nutzung digitaler Vermögenswerte.
Indem wir nachweisen, dass Swift tokenisierte Asset-Transaktionen über mehrere Plattformen hinweg orchestrieren kann, ebnen wir unseren Mitgliedern den Weg, digitale Vermögenswerte mit Vertrauen und in großem Maßstab zu nutzen. Es geht darum, eine Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und neuen Technologien zu schlagen.“
Thomas Dugauquier, Product Lead Tokenised Assets bei Swift
Parallel zur technischen Erprobung hat Swift einen Vorschlag für neue Marktpraktikrichtlinien bei der Securities Market Practice Group (SMPG) eingereicht. Ziel ist es, Innovation im Bereich digitaler Assets mit systemischer Stabilität zu verbinden. Die vorgeschlagenen Leitlinien sollen bewährte Prozesse in digitale Workflows übertragen, die Anbindung neuer Marktteilnehmer vereinfachen und eine sichere, effiziente sowie skalierbare Nutzung tokenisierter Vermögenswerte ermöglichen.
Swift plant Blockchain-basiertes Ledger
Aufbauend auf den Ergebnissen der Pilotprojekte plant Swift die Erweiterung seiner Technologieplattform um ein hochskalierbares, Blockchain-basiertes Ledger. Dieses soll zunächst den Fokus auf grenzüberschreitende Zahlungen in Echtzeit und rund um die Uhr legen und wird gemeinsam mit mehr als 30 Banken weltweit entwickelt. Das Ledger soll die bestehende Messaging- und API-Infrastruktur ergänzen und eine gemeinsame Ausführungsebene schaffen, die Aktionen, Zeitpunkte und Ergebnisse zwischen allen beteiligten Parteien synchronisiert.
Swift positioniert das geplante Ledger als Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe der digitalen Finanzmärkte. In einem gemeinsamen, vertrauenswürdigen Umfeld sollen Finanzinstitute künftig nahtlos über Netzwerke, Vermögenswerte und Währungen hinweg interagieren können. Ohne eine solche geteilte Infrastruktur wäre eine koordinierte Abwicklung digitaler Asset- und Währungstransaktionen über verschiedene Plattformen hinweg kaum realisierbar. Mit diesem Ansatz will Swift einen wesentlichen Beitrag zur künftigen globalen Finanzarchitektur leisten und zugleich die Ziele der G20 zur Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen unterstützen.tw
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