FINTECH23. Mai 2017

TransferWise wird nicht zur Bank – aber startet virtuelles Konto für Borderless-Accounts

Rawpixel.com/bigstock.com/Transferwise

Nein, TransferWise hat nicht vor, eine Bank zu werden – sondern erweitert seine Dienstleistung um ein virtuelles Konto namens „Borderless-Account„. Zwar hört es sich verdächtig nach „Bank“ an, aber letztendlich sollen Unternehmen mit dem neuen Produkt international ihre Finanzen nur so managen können, als hätten sie ein Bankkonto im jeweiligen Land – um ‚einfacher, schneller und günstiger Zahlungen zu tätigen und Geld zu überweisen‘. Der Borderless-Account ist zunächst für 15 Währungen verfügbar.

TransferWise hat heute den Start seines „Borderless-Accounts“ für Unternehmen bekanntgegeben. Das virtuelle Konto soll so wirken, als hätte ein Unternehmen ein Bankkonto im jeweiligen Land, aber ohne den Aufwand, sich tatsächlich eines einrichten lassen zu müssen. Faktisch liegt das Konto aber nach wie vor bei einer der Kooperationsbanken (der Handelsbank (EUR), Raphaels Bank (GBP) und Community Federal Services Bank (USD)). Das virtuelle Konto managt Transferwise ohne monatliche Gebühren, und es soll für Zahlungen in Euro, Britische Pfund, US-Dollar, Australischer Dollar, Neuseeländische Dollar, Yen, Hongkong-Dollar, Singapur-Dollar, Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Zloty, Forint, Schwedische Kronen, Norwegische Kronen, Dänische Kronen nutzbar sein.

TransferWise

Der geschäftliche Bankverkehr ist meist teuer und schwierig zu managen – selbst Alternativen wie PayPal sind gerade für kleinere Unternehmen oft sehr aufwändig. Das Problem potenziert sich noch, wenn ein Unternehmen international tätig ist: Da werden hohe Gebühren und ungünstige Wechselkurse erhoben und das jedesmal, wenn ein Unternehmen Geld ins Ausland transferiert oder von dort empfängt. Der Borderless-Account ist nicht von Landesgrenzen oder Währungen beschränkt, sondern gibt Unternehmen mehr Freiheit und Kontrolle.“

Taavet Hinrikus, CEO und Mitgründer von TransferWise

Der Erhalt von Zahlungen sei kostenlos. Geldtransfers über unterschiedliche Währungen hinweg seien jedoch – so das Geschäftsmodell – mit einer Gebühr verbunden und werden zum jeweils aktuellen Umrechnungskurs (mid-market exchange rate) durchgeführt. Unternehmen können Geld in bis zu 15 Währungen auf ihrem Konto aufbewahren und Kontonummern für Großbritannien, die EU und die USA erhalten. Kontonummern für Australien, Kanada und weitere Länder sowie zusätzliche Währungen kommen in den nächsten Monaten hinzu.

Borderless-Account: Zunächst Europa und Großbritannien

Transferwise

Der Borderless-Account ist zunächst für Unternehmen und Freiberufler in Europa und Großbritannien verfügbar. Im Laufe dieses Jahres wird TransferWise den Borderless-Account auch für Verbraucher einführen sowie eine Karte herausbringen.

Ziel des neuen Dienstes sei nicht, ein klassische Bankkonto zu ersetzen – es soll lediglich ein existierendes Konto um die Möglichkeit erweitern, Geld in und aus dem Ausland zu transferieren. TransferWise löse damit andere Probleme als sie für Banken im Mittelpunkt stehen. Borderless wurde, so Transferwise, für Unternehmen entwickelt, die unter versteckten Gebühren und Wechselkurs-Aufschlägen leiden würden, wenn sie international tätig sind.

TransferWise hat eine E-Geld-Lizenz (eMoney License). Für lokale Kontonummern arbeitet TransferWise mit Handelsbank (EUR), Raphaels (GBP) und Community Federal Services Bank (USD) zusammen. Ebenfalls steht (als Unternehmensprodukt) eine API zur Verfügung.aj

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