STRATEGIE26. Mai 2021

Trends der Datenanalyse 2021: Worauf Unternehmen achten sollten

Symbolbild Datenanalyse
bioraven/bigstock.com

Daten bilden die Grundlage für analytische Entscheidungen in Unternehmen. Sie unterstützen Betriebe bei der Entwicklung von Innovationen und können helfen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Dafür muss die Datenanalyse optimiert werden, damit Unternehmen die richtigen Erkenntnisse ableiten können. Die Qualität der Datenanalyse hängt aber nicht nur von der Software, sondern auch von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab. Der Anbieter von IT-Systemen für den Mittelstand Sage nennt sieben Trends, die für die Datenanalyse in Unternehmen wichtig sind.

Sage GmbH
Daten, ihre Analyse und ihr Nutzen sind in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Laut Gartner (E-Book) gehört Datenanalyse mit 36 Prozent zu den Game-Changer-Technologien, die aus der Pandemie gestärkt hervorgehen –  und liegt damit sogar deutlich vor Künstlicher Intelligenz mit 24 Prozent. Diese Entwicklung verdeutlicht, welches enorme Potenzial in Daten steckt. In der IT werden Daten zum Wegbereiter für Innovation, um beispielsweise Kunden und deren Bedürfnisse besser zu verstehen. Die Arbeit mit Daten wird aber auch von bestimmten Trends und Rahmenbedingungen beeinflusst:

Der CDO ist im Kommen

Während sich der CIO (Chief Information Officer) um die Technologie-Assets kümmert, ist der CDO (Chief Data Officer) für die Informations-Assets zuständig. Als Verantwortlicher für die Datenpriorisierung und -orchestrierung berät er die Entscheidungsträger im Unternehmen mit den aus Daten gewonnenen Erkenntnissen und sorgt dafür, dass sich diese auch in der Unternehmensstrategie und allen geschäftsrelevanten Entscheidungen widerspiegeln.

Mehr Datenkompetenz im Unternehmen

Datenkompetenz bedeutet nicht, jeden Mitarbeiter zum Datenwissenschaftler auszubilden. Es geht vielmehr um ein allgemeines Verständnis für Daten: Welche Bedeutung haben sie für das Unternehmen? Welche konkreten Ziele verfolgt die Datenanalyse? Mit einer umfassenden Datenkompetenz stellt ein Unternehmen sicher, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel haben. Damit lässt sich vermeiden, dass einzelne Abteilungen Datensilos bilden und unterschiedliche, womöglich konkurrierende Datenstrategien verfolgen.

Datendemokratisierung: Zugriff für alle

Mit der Datenkompetenz gewinnt auch die Datendemokratisierung an Bedeutung. Wenn alle Abteilungen eines Unternehmens ein Verständnis für Daten entwickeln sollen, müssen diese möglichst einfach für so viele Mitarbeiter wie möglich zugänglich sein. Dazu gehört auch, dass alle stets auf die gleichen aktuellen Daten zugreifen. Vereinfacht wird dies durch die Cloud. Visualisierungssoftware macht die Daten dabei auch für Nicht-Datenwissenschaftler verständlich und erleichtert den Umgang damit.

Lernen, mit Daten zu lernen

Erfolgreiche Unternehmen haben sich daran gewöhnt, ihre Entscheidungen anhand von Daten zu treffen. Das kann ganz simpel auf der Unternehmenswebsite anfangen: Verfahren wie das A/B-Testing fordern ein „positives Scheitern“, also schnelle Tests, was beim Kunden wirklich ankommt und was nicht. Das unterstützt ein permanentes Lernen auf Datenbasis: Welche Variante des Check-out-Prozesses bringt mehr Umsatz, welches Konfigurationstool wird bevorzugt?

Datenschutz ist wichtiger denn je

Angesichts der zentralen Rolle von Daten für den Unternehmenserfolg wird es umso wichtiger, diese sowie die Privatsphäre derer, die sie zur Verfügung stellen zu schützen. Datenlecks können nicht nur den Ruf eines Unternehmens schädigen, sondern auch den Betrieb empfindlich stören, zum Beispiel wenn interne Datenbanken externen Angriffen ausgesetzt und gehackt werden. Gleichzeitig führen Verletzungen der Privatsphäre nicht selten zu kostspieligen Abmahnungen. Data Privacy ist vor diesem Hintergrund ein sehr aufwändiges Thema. Unternehmen sollten es daher von Anfang an zentral in ihrer Strategie verankern.

Eigene Daten gewinnen an Bedeutung

Auf Unternehmens-Webseiten werden oft Cookies zum Aufzeichnen und Analysieren von Besucherdaten genutzt. Durch strengere Datenschutzrichtlinien und technologische Veränderungen in den Browsern werden Cookies aber bald Geschichte sein. Dadurch wird sich die Art und Weise, wie Unternehmen für sich und ihr Portfolio werben, grundlegend verändern. Selbst generierte Daten – also solche, die abseits der großen Suchmaschinen und Social-Media-Kanäle gewonnen werden – sowie Informationen, die etwa Geschäftspartner zur Verfügung stellen, werden für die eigenen Kommunikations- und Vertriebskanäle an Bedeutung gewinnen.

Datenwissenschaftler bleiben begehrt

Auch wenn Datenanalyse-Software beim Umgang mit Daten helfen kann – Data Scientists sind und bleiben äußerst wertvoll für Unternehmen. Entsprechend umworben sind sie am Arbeitsmarkt. Mitarbeiter mit Kompetenzen im Bereich Datenanalyse werden für Unternehmen in zunehmendem Maße zu einem Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor. Denn Verantwortliche in Betrieben werden künftig ihre Entscheidungen in zunehmendem Maße auf der Analyse und Interpretation von vorhandenen Daten aufbauen, die idealerweise auch mit verfügbaren externen Marktdaten in Korrelation gesetzt werden.

Daten werden das sprichwörtliche Bauchgefühl ersetzen. Hierbei geht es nicht nur um die Analyse und Prognose von Entwicklungen an den Finanzmärkten. Für produzierende Unternehmen etwa wird es dadurch auch möglich, die Nachfrage nach bestimmten Produkten sehr genau vorherzusagen. Dadurch können nicht nur Material- und Personalbedarfe entsprechend prognostiziert, sondern zudem Markttrends zielsicher antizipiert werden. Die Folge: Wettbewerbsvorteile gegenüber den Marktbegleitern. Intelligente Software-Systeme leisten hierbei zweifelsohne einen wichtigen Beitrag. Aber es braucht eben auch die passenden Spezialisten, die aus den maschinell erstellten Analyseergebnissen, die richtigen Schlussfolgerungen für die strategische Ausrichtung und die operativen Prozesse ihres Unternehmens ziehen.“

Oliver Henrich, Vice President Product Engineering bei Sage

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