Wallet-ready?!-Initiative will Deutschland auf die Einführung der EUDI-Wallets vorbereiten

go.eIDAS e.V.
Im Einklang mit Artikel 5a der eIDAS-Verordnung (EU) Nr. 910/2014 müssten alle EU-Mitgliedstaaten ihren Bürgerinnen und Bürgern sogenannte „Europäische Brieftaschen für die digitale Identität“ (European Digital Identity Wallets) zur Verfügung stellen. Diese voraussichtlich ab Anfang 2027 verfügbaren EUDI-Wallets würden insbesondere die Authentifizierung und Identifizierung auf einem hohen Sicherheitsniveau, die Ausstellung und Präsentation von überprüfbaren Nachweisen (Electronic Attestation of Attributes, EAA) und perspektivisch die Erstellung qualifizierter elektronischer Signaturen (QES) unterstützen.
Nützliche Anwendungsfälle werden über die Akzeptanz der EUDI-Wallets entscheiden
Mit der Einführung der EUDI-Wallets sei ein enormes Anwendungspotenzial verbunden, wobei vor allem in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Gesundheitswesen, Sozialversicherung, Bildung, Industrie, Handwerk, Handel, Logistik, Mobilität und Justiz erkennbare Schwerpunkte und herausragende Chancen existieren würden. Entscheidend für die rasche und breite Akzeptanz der EUDI-Wallets seien der Umgang mit der eigenen Online-Ausweisfunktion (eID) und insbesondere auch praktische Anwendungsfälle (Use Cases), die das Leben der Bürgerinnen und Bürger erleichtern.
Beispielsweise existiere durch die geldwäscherechtliche Identifizierung eine Herausforderung für Banken und Sparkassen beim Onboarding neuer Kunden. Hier löse die neue Identifizierung unter Verwendung der PID (Person Identification Data) aus der EUDI-Wallet Schmerzpunkte für Kunden und Institute.
Die grundlegenden Mechanismen zur Diffusion und Adoption von Innovationen in sozialen Systemen sind wissenschaftlich gut erforscht. Vor diesem Hintergrund ist es ziemlich klar, dass die breite Verfügbarkeit von nützlichen Anwendungsfällen entscheidend für die rasche Akzeptanz der EUDI-Wallet sein wird.“
Dr. Michael Kubach, Senior Researcher beim Fraunhofer-Institut
Use Cases können sich auf vertrauenswürdige Infrastruktur und EUDI-Wallets stützen
Die Use Cases in den verschiedenen Anwendungsbereichen könnten sich auf die EU-weit verbindlich geregelten Vertrauensinfrastrukturen und die staatlich zertifizierten EUDI-Wallets stützen. Somit könnten sich die auf die EUDI-Wallets vertrauenden Beteiligten (Wallet-Relying Parties) bei der Realisierung ihrer individuellen Anwendungsfälle auf die strategischen Aspekte der digitalen Transformation und die Integration der EUDI-Wallets in ihre Geschäfts- und Verwaltungsprozesse konzentrieren.
Bereits 2025 habe der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. einen Call for Innovation gestartet und gemeinsam mit mehreren Partnern gezeigt, dass die EUDI-Wallet administrative Prozesse wie die Anmeldung in einer medizinischen Einrichtung deutlich vereinfachen könne.
Wallet-ready?!-Initiative unterstützt die Umsetzung von Use Cases für die EUDI-Wallets
Ziel der Wallet-ready?!-Initiative (Website) sei nun, nicht nur das grundsätzliche Bewusstsein für die bevorstehende Einführung der EUDI-Wallet bei den Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen und zu stärken, sondern vor allem auch in den interessierten Organisationen kompetente „Brieftaschenbeauftragte“ (Wallet-Officer) auszubilden, so dass diese nach der fachkundigen Einweisung durch die Experten selbst die praktische Umsetzung und Nachnutzung der Use Cases in den verschiedenen Anwendungsbereichen vorantreiben und unterstützen könnten.
Die Initiative ziele darauf ab, in thematisch fokussierten „Wallet-Briefings“ in Form von kostenlosen Webinaren mit Fachexperten fundiertes rechtliches, technisches und organisatorisches Orientierungswissen im Umfeld der EUDI-Wallets (Website) dazu vermitteln, damit die zuständigen Wallet-Officer in den interessierten Organisationen danach idealerweise selbst die praktische Umsetzung und Nachnutzung von Use Cases der EUDI-Wallets vorantreiben könnten.ft
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