Harvest now, decrypt later: Wie Zero Trust vor dem Q-Day schützt
Schwerpunkt: Security-by-Design & Zero Trust

Zscaler
von Yaroslav Rosomakho, VP Field CTO, Zscaler
Das Konzept des „harvest now, decrypt later“ beschreibt Cyberangriffe, bei denen böswillige Akteure derzeit verschlüsselte Daten abgreifen und speichern. Sobald die technologische Reife des Quanten Computings erreicht ist, können diese gestohlenen Datensätze geknackt werden. Eine Kommerzialisierung des Quanten Computings könnte ernsthafte Gefahren für Unternehmen in der Finanzwelt mit sich bringen, wenn sie nicht rechtzeitig vorbeugen.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Durchbruch bei Quantencomputern in etwa drei bis fünf Jahren erfolgt.“
Eine frühzeitige Vorbereitung auf diese Bedrohung ist daher dringend angeraten. Regulierungen wie NIS2 und DORA machen Post-Quanten-Kryptografie als essenzielle Compliance-Maßnahme erforderlich. IT-Verantwortliche müssen dieses strategische Thema daher auf die Agenda ihres Vorstands setzen, um überstürzte Investitionen und riskante Implementierungen zu vermeiden.
Zero Trust als Fundament für kryptografische Agilität
Yaroslav Rosomakho ist Chief Scientist bei Zscaler (Webseite). Dort leitet er die Forschung und Strategie in den Bereichen neue Technologien, sichere Netzwerke und kryptografische Protokolle. Er engagiert sich in der IETF, leitet die Arbeitsgruppen HPKE und SEAL und beteiligt sich an den Arbeitsgruppen zu TLS, QUIC, HTTP und anderen Themen. Darüber hinaus ist Yaroslav derzeit Mitglied des Internet Architecture Board. Hier setzt das Zero Trust-Modell an, welches den klassischen Perimeter auflöst und stattdessen den Grundsatz der ständigen Überprüfung aller Datenströme und Zugriffe auf Anwendungen etabliert.
Eine Zero Trust-Architektur reduziert die Angriffsfläche drastisch, verhindert die laterale Ausbreitung von Angreifern in der Infrastruktur und blockiert potenziellen Datenverlust.“
Anstelle einer netzwerkbasierten Konnektivität bietet sie eine granulare Mikrosegmentierung sowie direkte Verbindungen zu einzelnen Anwendungen auf Basis minimaler Rechte. Der Aufbau einer solchen Architektur schafft die notwendige Grundlage, um auf zukünftige kryptografische Herausforderungen reagieren zu können. Unternehmen können so schrittweise Upgrades in ihre Netzwerke integrieren, ohne sich gezwungen zu sehen, veraltete IT-Systeme unter enormem finanziellem Risiko überstürzt austauschen zu müssen. Moderne Cloud-Sicherheitsplattformen ermöglichen durch diese Zero Trust-Prinzipien eine sichere Verbindung für User und Workloads, wodurch neue Verschlüsselungsstandards zentral sowie effizient ausgerollt werden können.
Fazit
Der Schutz vor den Risiken des Q-Days erfordert vorausschauendes Handeln und eine strategische Planung auf Führungsebene. Die konsequente Implementierung einer Zero Trust-Architektur ist dabei nicht nur eine Antwort auf die aktuellen Schwächen der traditionellen Netzwerksicherheit, sondern bildet vielmehr das zwingend notwendige Rückgrat für die sichere und agile Anpassung an Post-Quanten-Kryptografie. Wer seine Systeme heute durch proaktive Maßnahmen und schrittweise Upgrades zukunftssicher aufstellt, minimiert nicht nur das Risiko rückwirkender Angriffe, sondern sichert seinem Unternehmen auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der digitalen Zukunft.
Der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg liegt in der Voraussicht und der strategischen Planung. Befassen sich Finanzunternehmen jetzt mit dem Quantenrisiko, können sie sicherstellen, dass ihre Sicherheitsinfrastruktur angesichts der neuen technologischen Bedrohungen resilient bleibt. Yaroslav Rosomakhom, Zscaler/dk
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