ONLINE-PAYMENT8. Jun. 2015

paydirekt: Von Legenden, Pragmatismus und den tatsächlichen Herausforderungen

GIMB
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Wenn es um paydirekt geht, dann wird spekuliert, orakelt und die wenigen Informationen werden wie Panini-Bildchen auf dem Schulhof gehandelt. So hat Die Welt das Logo gefunden, während W&V es interpretieren lässt. In einem scheinen sich Journalisten und Blogger einig: paydirekt wird nichts. Doch das könnte eine gründliche Fehleinschätzung sein.

Was GIMB macht, ist im Grunde was Paypal, Facebook und Google seit Jahren zelebrieren: Edles Schweigen. Und … genüsslich dem Hyperventilieren der Branche lauschen. Fast wie Apple  – die sind die Meister im Spiel mir der Neugier.

Nehmen wir das Logo. Wenn man will, kann man beim Logo die „Organe des Markenkörpers“ interpretieren. Der „Konsonant K soll Geradlinigkeit und die deutsche Herkunft demonstrieren“, schreibt W&V. Es könnte auch viel einfacher sein: Der Name sollte für Verbraucher und durchschnittliche Zielkunden verständlich sein und die URLs waren schlicht  frei – oder konnten erworben werden. Außerdem brauchte GIMB einen Namen, der rechtlich belastbar ist  und an dem niemand sonst Rechte hat. Und das in einem Markt, in dem es schon viele Spieler gibt. Gar nicht so leicht. Und schließlich mussten alle Stakeholder damit Leben können. Das „K für Geradlinigkeit“ steht, ist nicht entscheidend. Sondern …

Die Schnittstellen sind entscheidend: Denn paydirekt ist nicht giropay 2

Hinter GIMB stecken Realisten – GIMB Geschäftsführer Dr. Niklas Bartelt (Produkt / Markt) und Dr. Helmut Wißmann (IT/Operations): Beobachtet man andere Märkte, in denen Instant Payment schon angeboten wird, zeigt sich, dass man technische Möglichkeiten nicht mit den Kundenbedürfnissen verwechseln sollte. Nur weil es technisch elegant ist, bedeutet es nicht, dass ein Kunde es auch haben möchte. So habe beispielsweise die Verfügbarkeit von Instant Payment in UK keine dramatischen Veränderungen im Kundenverhalten gebracht.

Dr. Niklas Bartelt, Geschäftsführer GIMBDr. Niklas Bartelt
Dr. Niklas Bartelt, Geschäftsführer GIMBDr. Niklas Bartelt
Wichtig für die paydirekt-Entwicklung sei, was die tatsächlichen Kundenbedürfnisse sind. So haben zum Beispiel Online-Händler ganz andere Bedürfnisse als klassische Händler mit einem Laden (POS). Die Online-Wertschöpfungskette ist viel kleinteiliger und die Verbindung zum Warenwirtschaftssystem und die Retourenabwicklung ist Online-Händlern äußerst wichtig. So wird auch die Entwicklungsaufgabe klar: Das Payment ist nur eine Seite – die andere: eine entsprechende Schnittstelle (die API), um Online-Händlern eine gut funktionierende Integration in seine Warenwirtschaft zu ermöglichen ist die tatsächliche Herausforderung. Denn wenn ein Händler sich Zahlverfahren ansieht, will er zuerst die API sehen – er will keine Hochglanzbroschüren und er fragt als Erstes nicht einmal mal nach dem Preis. Sondern er fragt ‚Wie passt das in mein Geschäftsmodell?‘ und als zweites ‚Wie halte ich meine Abbruchrate niedrig?‘ In diesem Sinne würden die Händler paydirekt daran messen, ob unser Produkt bei der API und der Vermeidung von Kaufabbrüchen entsprechend gut ist.

Das Ziel der GIMB ist, alle drei Parteien: Endkunde, Händler und Banken glücklich zu machen. Den Endkunden mit leichter durchgängiger Bedienung und mit der Sicherheit die regulierte Banken bieten, den Händler mit  einer guten Systemarchitektur und API und die Banken (insbesondere nach der Interchange-Regulierung) mit einer kostenneutralen Plattform, die den Kunden ein Argument liefert gerne Kunde bei seiner Bank zu sein, weil er sich da wohl fühlt. 

Mobile Payment kommt – wenn die Zeit dafür reif ist

Derzeit fokussiert sich GIMB darauf, aktuelle Zahlungsprobleme zu lösen und die liegen Online. Mobile Payment sei derzeit noch keines. Wenn man den Reality-Check mache, sei das Bezahlen mit dem Handy im Laden noch keine Lebens-Wirklichkeit. Das Mobile Payment kommen wird ist klar – daher wird paydirekt schon heute so entwickelt, das es entsprechend Aufwärtskompatibel ist. Nun steht aber erst einmal der Start der Online-Bezahlplattform im Vordergrund. Wann der sein wird hängt vom Projektfortschritt ab. Geplant ist es, nach der Entwicklung in Kürze die interne Tests zu beginnen. Dann folgen externe Tests und weitere externe End-to-End Tests. So alles passt, wird paydirekt – noch in diesem Jahr – in den Markt gehen. Das Weihnachtsgeschäft ist das Ziel.aj

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Quelle: Versicherungsforen Leipzig
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