„Embedded Finanz: Souveränität ist Trumpf“ – der Kommentar von T‑Systems
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T-Systems
Finanzdienstleistungen sind selten ein Selbstzweck. Niemand wacht morgens mit dem dringenden Bedürfnis auf, eine Überweisung zu tätigen. Vielmehr sind Zahlungen und Kredite Mittel zum Zweck. Genau hier setzt Embedded Finance an. Der Ansatz markiert die Rückkehr zu einer einfachen Wahrheit, denn der Kontext entscheidet über den Erfolg. Wer ein Auto kauft, sucht Mobilität und möchte keinen Kreditantrag ausfüllen.
von Fabian Nusser, VP Head of Financial Services & Insurance & Dr. Michael Buser, Industry Line Financial Services and Insurance, beide T-Systems

T-Systems
Der Wandel vom zweckgebundenen Banking hin zum kontextbasierten Banking ist für Banken und Versicherer eine der größten Veränderungen des letzten Jahrzehnts. Das Marktpotenzial ist enorm. Prognosen variieren stark, liegen aber allein für den deutschen Markt im Bereich von etwa 30 Milliarden Euro für das Jahr 2026 mit wachsender Tendenz. Doch in der allgemeinen Aufbruchstimmung wird ein entscheidender Faktor oft übersehen. Die geopolitische Realität hat sich verändert.
Wir erleben derzeit eine globale Zeitenwende. Instabile geopolitische Lagen führen uns drastisch vor Augen, wie verletzlich internationale Lieferketten sind.“
Das gilt auch für digitale Infrastrukturen. Für europäische Finanzinstitute ändert diese Erkenntnis die Risikokalkulation grundlegend.
Dr. Michael Buser ist bei T-Systems (Webseite) in der Industry Line Financial Services and Insurance für Business Development und für den Bankenvertrieb mitverantwortlich. Zuvor arbeitete er als Risikomanager im Kapitalmarkthandel der DZ Bank. Bei Boston Consulting beriet er Banken zu quantitativen Themen, Regulatorik und Risikomanagement.Digitale Souveränität wird in einer datenzentrierten Welt zur Überlebensfrage.“
Banken können es sich nicht leisten, ihre sensiblen Kundendaten auf Infrastrukturen zu verlagern, die dem Zugriff außereuropäischer Mächte unterliegen könnten.
Die europäische Alternative
Die Strategie vieler Institute, für neue Finanzmodelle pauschal auf US-Hyperscaler zu setzen, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Risiko. Wir benötigen eine europäische Antwort.
Fabian Nusser ist VP Head of Financial Services & Insurance (FSI) bei T-Systems (Webseite). Er verantwortet die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von IT-Lösungen für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister. Seine Zeit vor Magenta ist geprägt durch verschiedene internationale Führungsrollen bei Salesforce, Deutsche Bank und BNP Paribas.In vielen Rechenzentren von Banken bildet der Mainframe nach wie vor das Rückgrat. Diese Systeme arbeiten stabil, sind aber nicht für die API-Ökonomie konzipiert. Die Lösung liegt nicht in einem radikalen Austausch der kompletten IT-Landschaft. Erfolgversprechender ist ein bimodaler Ansatz.
Dabei verbleibt das Kernbankensystem in seiner sicheren Umgebung. Darüber wird eine agile Integrationsschicht in der souveränen Cloud errichtet. Diese Schicht arbeitet wie ein extrem schneller Dolmetscher. Sie ermöglicht die Interaktion mit Partner-Ökosystemen in Millisekunden, während die sensiblen Daten sicher im europäischen Raum verankert bleiben.
Fazit
Embedded Finance macht Finanzdienstleistungen unsichtbar (Website) und damit allgegenwärtig. Je unsichtbarer die Prozesse ablaufen, desto sichtbarer muss das Vertrauen in die zugrundeliegende Infrastruktur sein. Banken und Versicherer stehen vor einer Richtungsentscheidung. Sie können zu reinen Zulieferern globaler Tech-Konzerne werden oder ihre Unabhängigkeit durch souveräne europäische Infrastrukturen wahren. Innovation ohne Souveränität ist in der heutigen Welt kein Fortschritt, sondern ein unkalkulierbares Risiko.Fabian Nusser, Dr. Michael Buser, T Systems/dk
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