ANWENDUNG20. August 2026

Mehr Solarstrom fürs Rechen­zentrum: Finanz Informatik baut PPA-Modell aus

Die Finanz Informatik (FI) baut ihre langfristige Versorgung mit Solarstrom deutlich aus.
Finanz Informatik

Die Finanz Informatik (FI) baut ihre langfristige Versorgung mit Solarstrom deutlich aus. Der IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe hat ein zweites Power-Purchase-Agreement (PPA) abgeschlossen und bezieht künftig weitere 20 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr aus einem Solarpark in Halenbeck-Rohlsdorf im brandenburgischen Landkreis Prignitz. Damit verdreifacht die FI die über PPAs abgesicherte Strommenge.

Das erste PPA hatte die Finanz Informatik 2024 über jährlich zehn Gigawattstunden aus einem Solarpark in Kleinschirma in Sachsen geschlossen. Auch beim neuen Projekt arbeitet sie mit der Deutschen Anlagen-Leasing (DAL) zusammen, die ebenfalls zur Sparkassen-Finanzgruppe gehört. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren und soll der FI neben einer langfristigen Versorgung mit erneuerbarer Energie auch eine bessere Kalkulierbarkeit der Stromkosten ermöglichen.

Power-Purchase-Agreements sind langfristige Stromlieferverträge zwischen Erzeugern und Abnehmern. Gerade für Betreiber großer Rechenzentren können sie dazu beitragen, einen Teil des Energiebedarfs zu festen beziehungsweise langfristig kalkulierbaren Konditionen abzusichern und zugleich Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien zu unterstützen.

Martin Waldmann, Geschäftsführer der Finanz Informatik
Finanz Informatik

Mit diesem neuen Solar-PPA haben wir die Möglichkeit, unsere Energiekosten langfristig zu planen – ein entscheidender Schritt für eine klimabewusste und wirtschaftlich sichere Zukunft. Die Beteiligung ist ein weiterer wichtiger Baustein in unserer Nachhaltigkeitsstrategie.“

Martin Waldmann, Geschäftsführer der Finanz Informatik

Nach Angaben des Unternehmens setzt die FI bereits seit mehreren Jahren auf Strom aus erneuerbaren Quellen und betreibt an ihren Rechenzentrumsstandorten zudem eigene Photovoltaikanlagen. Auch die Tochtergesellschaft Finanz Informatik Technologie Service (FI-TS) steigt nun in das PPA-Modell ein. Sie hat einen eigenen Vertrag abgeschlossen und soll künftig jährlich neun Gigawattstunden Strom aus demselben Solarpark in Halenbeck-Rohlsdorf beziehen. „Energieversorgung ist heute mehr als nur ein Kostenfaktor – sie ist ein Element unserer unternehmerischen Souveränität. Mit diesem PPA stärkt FI-TS Resilienz vor Marktvolatilität, gleicht Preisschwankungen langfristig aus und verfolgt unser Nachhaltigkeitsziel konsequent“, sagt Christoph Röger, Vorsitzender der Geschäftsführung von FI-TS.

KI lässt Strombedarf von Rechenzentren steigen

Hintergrund der Investitionen ist auch der wachsende Energiebedarf der IT-Infrastruktur. Neben der zunehmenden Digitalisierung des Bankgeschäfts sorgen insbesondere daten- und rechenintensive Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz für steigende Anforderungen an Rechenzentren. Die Finanz Informatik versucht nach eigenen Angaben, diesen Anstieg mit Effizienzmaßnahmen zu begrenzen und zugleich einen größeren Teil des benötigten Stroms aus erneuerbaren Quellen langfristig abzusichern.

Die wachsende Bedeutung digitaler Banking-Lösungen mit einer verstärkten Unterstützung durch moderne Technologien wie künstlicher Intelligenz steigert den Energiebedarf in Rechenzentren. Die FI hat umfassende Effizienzmaßnahmen zur Begrenzung des Anstiegs aufgesetzt und investiert seit geraumer Zeit umweltbewusst in die Produktion von grünem Strom. Die PPAs sind ein gutes Beispiel dafür.“

Frederike Laufenberg, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Finanz Informatik

Mit den beiden Verträgen sichert sich die Finanz Informatik damit nach Unternehmensangaben künftig insgesamt 30 Gigawattstunden Solarstrom jährlich über langfristige PPAs. Zusammen mit den neun Gigawattstunden der FI-TS kommen Unternehmen der FI-Gruppe auf 39 Gigawattstunden pro Jahr.tw

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