Revolut bringt eigenen Euro-Stablecoin EURR nach Europa

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Der EURR ist so konzipiert, dass er einen stabilen Wert von einem Euro hält. Ausgegeben wird er nicht von Revolut selbst, sondern von Bridge Building S.A., einem Unternehmen von Bridge, das seit 2025 zu Stripe gehört. Bridge Building ist in Luxemburg als E-Geld-Institut zugelassen und wird von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) beaufsichtigt. EURR ist regulatorisch als E-Geld-Token nach MiCA ausgestaltet. Die Kryptodienste bietet Revolut im EWR über die in Zypern regulierte Revolut Digital Assets Europe Ltd. an.
Zum Start läuft EURR auf den Blockchain-Netzwerken Ethereum und Polygon. Der Stablecoin wird direkt in die Revolut-App integriert und soll es Kunden ermöglichen, Euro auf die Blockchain zu übertragen und zwischen Fiatgeld, Kryptowährungen, externen Wallets und unterstützten Blockchain-Netzwerken zu bewegen. Revolut sieht Einsatzmöglichkeiten langfristig auch bei internationalen Transfers, Geschäftstransaktionen und im Settlement.
EURR verbindet 80 Millionen Revolut-Kunden direkt mit On-Chain-Finanzdienstleistungen. Indem wir unsere globale Reichweite und lizenzierte Bankinfrastruktur mit einem unmittelbaren, auf Euro lautenden Zugang zum Kryptoökosystem kombinieren, erschließen wir reale Anwendungsmöglichkeiten für Stablecoins. “
Emil Urmanshin, Head of Crypto and New Bets, Revolut
Nach Angaben von Revolut ist EURR der erste Baustein einer breiteren Stablecoin-Strategie; Token auf Basis weiterer Währungen sind bereits in Entwicklung. Revolut zählt mittlerweile mehr als 80 Millionen Privatkunden weltweit, mehr als 16 Millionen davon nutzen nach Unternehmensangaben Kryptodienste. „EURR beseitigt die Hürden beim Wechsel zwischen On-Chain und Off-Chain vollständig und schafft eine neue, nahtlose und unmittelbare Brücke zwischen Fiatgeld und Krypto“, erklärt Iman Olya, Product Owner Stablecoin bei Revolut.

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Der Vorstoß trifft auf einen Markt, der bisher fast vollständig vom US-Dollar bestimmt wird. Die weltweite Marktkapitalisierung von Stablecoins liegt inzwischen bei mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Euro-Stablecoins kommen dagegen laut Marktdaten auf weniger als 800 Millionen US-Dollar. Damit machen sie bislang nur einen Bruchteil des Marktes aus. EURR soll grundsätzlich zum Nennwert von einem Euro beim Emittenten einlösbar sein. Voraussetzung dafür ist allerdings ein erfolgreiches Onboarding bei Bridge Building. Die hinterlegten Reserven werden nach Angaben des Emittenten entsprechend den MiCA-Vorgaben gehalten und verwaltet. Wichtig für Bankkunden: Ein EURR ist kein Bankguthaben und fällt damit auch nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.
Die EZB warnt vor Dollar-Stablecoins
Die Europäische Zentralbank beobachtet den wachsenden Stablecoin-Markt kritisch – gerade wegen seiner Dollar-Dominanz. EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte im Mai davor, dass sich mit einer stärkeren Nutzung von Dollar-Stablecoins in europäischen tokenisierten Märkten die Abhängigkeit vom Dollar bis in die Settlement-Infrastruktur hinein verfestigen könnte. Knapp 90 Prozent des weltweiten Stablecoin-Marktes werden derzeit von Tether und Circle kontrolliert. Neben möglichen Folgen für die monetäre Souveränität sieht die EZB unter anderem Liquiditäts-, Konzentrations- und Run-Risiken.
Der EURR-Start ist damit mehr als eine Erweiterung des Kryptoangebots von Revolut. Mit seiner großen Kundenbasis könnte das Fintech einem Euro-Stablecoin einen Vertriebskanal weit über die bisherige Krypto-Nische hinaus verschaffen. Ob EURR tatsächlich stärker für Zahlungen und Transfers genutzt wird, dürfte allerdings entscheidend davon abhängen, wie schnell Revolut den Stablecoin in weiteren europäischen Märkten ausrollt.tw
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