Bankenstudie: Deutsche Banken sind so stabil wie nie

KI, DALL-E
Die harte Kernkapitalquote (CET1) deutscher Banken beispielsweise stieg seit 2013 von 15,7 auf rund 20 Prozent. Die durchschnittliche Problemkreditquote sank europaweit auf 1,9 Prozent.
Trotz dieser gestiegenen Stabilität entwickelten sich Deutschlands Banken gleichzeitig zu einem Unsicherheitsfaktor im europäischen Bankensektor, mahnen die Autoren der Studie. Während viele europäische Märkte ihre Problemkredite weiter abbauten, stieg der Bestand notleidender Kredite deutscher Banken zwischen 2019 und 2025 um 87 Prozent.
Der Anstieg konzentriere sich vor allem auf den Gewerbeimmobiliensektor. Bei spezialisierten Immobilienfinanzierern stieg die Problemkreditquote von 0,85 auf 4,09 Prozent der Bilanzsumme. Gleichzeitig bleibe die Risikolage bei den meisten anderen deutschen Instituten weitgehend stabil.

BearingPoint
Für Deutschland ist die Botschaft besonders klar: Die Institute sind heute robuster als je zuvor. Gleichzeitig steigen die Problemkredite, die Erträge bleiben stark zinsabhängig und die Renditelücke zu Europas Spitzenreitern besteht fort. Die Frage für die kommenden Jahre lautet daher, ob deutsche Banken produktiv genug sind, um die nächste Wettbewerbsphase zu gewinnen.“
Dr. Kordula Oppermann, Director bei BearingPoint
Deutsche Banken hinken bei der Eigenkapitalrendite hinterher
Auch bei der Profitabilität bleibe Deutschland hinter führenden europäischen Regionen zurück. So lag die Eigenkapitalrendite deutscher Banken 2025 bei 8,6 Prozent. Der europäische Durchschnitt hingegen bei 10,4 Prozent. Banken in Südeuropa und den nordischen Ländern hätten Eigenkapitalrenditen von 14 bis 15,4 Prozent erreicht.
Wie die Studienautoren betonen, werde die nächste Wettbewerbsphase jedoch nicht mehr durch Kapitalstärke und Liquidität entschieden, sondern durch Effizienz, Ertragskraft, Datenqualität und den erfolgreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz.

BearingPoint
Unsere Analyse belegt, dass hohe Kapitalquoten und solide Liquidität heute Hygienefaktoren sind. Differenzieren werden sich Banken künftig über datengetriebene Steuerung, intelligente Automatisierung und die Fähigkeit, regulatorische Komplexität effizient zu beherrschen. Genau dort liegt das größte Potenzial für Finance- und Risk-Funktionen in den kommenden Jahren.“
Alexander Beck, Partner bei BearingPoint
KI wird vom Innovationsthema zum Wettbewerbsfaktor
Neben dem Langfristvergleich europäischer Banken analysiert die Studie die Rolle von künstlicher Intelligenz im Finanzsektor. Wie BearingPoint betont, bemesse sich der Erfolg von KI nicht an der Anzahl von Pilotprojekten oder einzelnen Anwendungsfällen. Entscheidend sei vielmehr, ob Banken ihre zentralen Wertschöpfungsprozesse neu organisieren und künstliche Intelligenz in Kerngeschäftsfunktionen integrieren könnten. Dazu gehörten Kreditvergabe, Risikomanagement, Compliance oder Kundenservice.
Es komme auf die Fähigkeit an, vertrauenswürdige Daten, moderne Betriebsmodelle und skalierbare KI-Fähigkeiten zu einer nachhaltigen Performance-Architektur zu verbinden.

BearingPoint
Die Bankenstudie 2026 basiert nach Angaben von BearingPoint auf der Analyse veröffentlichter Geschäftsberichte und Pillar-3-Offenlegungsberichte europäischer Banken im Zeitraum von 2013 bis 2025. Alle betrachteten Institute stünden unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) oder einer nationalen Aufsichtsbehörde.
Die Bankenstudie kann hier kostenlos heruntergeladen werden.dw
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https://itfm.link/250225


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